Regionalklassen in der Kfz-Versicherung

Was sind Regionalklassen?

Die Regionalklasse ist ebenso wie die Typklasse eines von zahlreichen Tarifmerkmalen, um den Beitrag für die Kfz-Versicherung zu berechnen. Kfz-Versicherer verwenden die Regionalklasse, um die individuelle Versicherungsprämie festzulegen. Somit beeinflusst sie jeden Versicherungsnehmer in seinem persönlichen Beitrag.

In Deutschland werden die Regionalklassen für die insgesamt 415 Zulassungsbezirke jedes Jahr vom Gesamtversand der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) überprüft und neu veröffentlicht. Regionalklassen gibt es für die Kfz-Haftpflicht- sowie für die Voll- und Teilkasko-Versicherung. Sie werden festgelegt auf Basis der Schadenhäufigkeit in einer Region und spiegeln somit die Schadenbilanz wider. In Regionen, in denen überdurchschnittlich viele Unfälle passieren, wird auch die Regionalklasse höher angesetzt. Dies wirkt sich negativ auf die Prämie eines jeden Versicherten in dieser Region aus, unabhängig des eigenen Fahr- und Unfallverhaltens.

Jeder Kfz-Versicherer bedient sich der Regionalklassen des GDV in seiner Tarifberechnung. Der Wechsel des Versicherungsnehmers zu einem anderen Versicherer hat damit keine Auswirkung auf die Regionalklasse, die seinem Tarif zu Grunde gelegt wird. Lediglich ein Wohnortwechsel wirkt sich auf die persönliche Regionalklasse aus.

Auch für 2017 gab es wieder zahlreiche Änderungen, die sich für einige Regionen positiv, für andere leider negativ auf den Kfz-Versicherungsbeitrag auswirken.

Änderungen in den Regionalklassen 2017

Während für 28,5 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherte die Regionalklassen in 2017 unverändert zum Vorjahr bleiben, müssen vor allem Autofahrer in den Städten mit Änderungen rechnen.

Fast 6,3 Millionen Versicherte in Deutschland können sich über bessere Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung freuen, welche ich positiv auf ihre Prämie auswirken. Dahingegen werden ca. 4,8 Millionen Autofahrer in ihrer Regionalklasse höher eingestuft.

Die bundesweit beste Regionalklasse laut GDV erhält der Zulassungsbezirk Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Weitere niedrige Regionalklassen finden sich in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Bundesländer mit einer strukturell eher geringeren Bevölkerungsdichte.

Ballungsräume und Städte schneiden im Durchschnitt eher schlecht ab. Wenig verwunderlich, da bei einer größeren Autofahrerdichte potenziell auch mehr Unfälle passieren können. Ebenso Autodiebstähle, die auch in die Schadenbilanz aufgenommen werden, sind in Großstädten statistisch höher als auf dem Land. So gab es auch 2017 wieder hohe Regionalklassen in den Großstädten und Teilen Bayerns. Die bundesweit schlechteste Schadenbilanz und somit auch Regionalklasse gibt es für den Zulassungsbezirk Offenbach am Main.

Regionalklassen: Wissenswertes

In der Kfz-Haftpflichtversicherung wird die Regionalklasse vom Fahrverhalten der Autofahrer des Zulassungsbezirks beeinflusst. Berücksichtigt wird die Anzahl der Schäden, die sie verursachen, bezogen auf die Anzahl der dort zugelassenen Fahrzeuge und die durchschnittliche Schadenhöhe.

Unfallschwerpunkte können beispielsweise zu einem überdurchschnittlichen Schadenaufkommen führen. In der Kaskoversicherung werden außerdem die Diebstahlhäufigkeit, die Sturm- und Hagelschäden und die Anzahl der Wildunfälle angerechnet.

Die so berechneten Schadenbilanzen der Zulassungsbezirke werden versicherungsmathematisch in einen Indexwert umgerechnet, der die jeweilige Regionalklasse bestimmt.

Für die Haftpflicht gibt es 12, die Teilkasko 16 und die Vollkasko 9 Klassen. Je besser die Schadenbilanz und damit die Einstufung in der Regionalklasse, desto günstiger wirkt es sich auf den Versicherungsbeitrag aus.

Allerdings ist eine unveränderte Regionalklasse keine Garantie für einen unveränderten Kfz-Versicherungsbeitrag. Da spielen weitere Faktoren wie beispielsweise die Typklasse und der Schadenverlauf eine Rolle.

Von der Schadenbilanz zur Regionalklasse - So wird berechnet

Die Schadenbilanz jedes Zulassungsbezirks wird vom GDV versicherungsmathematisch in einen Indexwert umgerechnet. Bei Sturm- und Hagelschäden wird zusätzlich die Schadenbilanz des übergeordneten Regierungsbezirkes berücksichtigt, um dem zufälligen Charakter eines Hagelzuges Rechnung zu tragen.

Anhand des Indexwertes erfolgt dann die Einteilung in die jeweilige Regionalklasse. Zulassungsbezirke mit vergleichbarem Indexwert werden der gleichen Regionalkasse zugeordnet.

Der GDV stellt jedes Jahr eine Regionalklassen-Übersicht bereit, in der die Veränderungen der Klassen und die dazugehörigen Indexwerte abgerufen werden können.

(Quelle: www.gdv.de)