Umweltplaketten – fahren nach Farben

Umweltzonen in Deutschland

Umweltplaketten sind nicht bei allen Autofahrern beliebt und unumstritten sind sie auch nicht. Aber man wird sich an sie gewöhnen müssen. Denn wer mit seinem Auto in einer der inzwischen 50 deutschen Umweltzonen unterwegs ist, muss auf dem Fahrzeug die richtige Plakette befestigen. Ansonsten gilt für das Auto in der Umweltzone ein Fahrverbot.

Die Bereiche über ausgetüftelte Routen zu umfahren taugt immer seltener als Lösung. Denn die Gebiete, die nur mit einer der farbigen Umweltplaketten befahren werden dürfen, sind weitläufig und verteilen sich über fast ganz Deutschland – darunter die Millionenstädte Berlin, München, Köln und das gesamte Ruhrgebiet.

Das Ziel: weniger Feinstaub in der Luft

Eingeführt wurden die ersten Umweltzonen 2008. Den Anfang machten Berlin, Hannover und Köln. Ziel ist es, die Konzentration des gesundheitsschädlichen Feinstaubs in der Luft zu reduzieren. Deshalb wird auch nicht einfach ganz Deutschland zur Umweltzone erklärt, sondern nur besonders durch Feinstaub belastete Gebiete. Hoch ist die Konzentration vor allem in großen Städten und Ballungszentren. Ursache sind die Diesel- und Rußpartikel, die bei der Verbrennung von Kraftstoffen in Fahrzeugen entstehen.

Welche Umweltzonen und Umweltplaketten gibt es?

Die Farbe der Umweltplakette markiert die Schadstoffklasse des Autos. In Umweltzonen der strengsten Stufe 3 dürfen nur Autos mit einer grünen Plakette unterwegs sein. Zonen der Stufe 2 erlauben nur Fahrzeuge mit einer grünen oder gelben Plakette. In Stufe 1 darf es auch eine rote Plakette sein.

Das gilt aber nur theoretisch. Denn seit Einführung der Umweltzonen sind die Regelungen strenger geworden. Von den 50 Umweltzonen in Deutschland gehören derzeit 48 zur strengsten Stufe 3 (grüne Plakette) und nur zwei zur Stufe 2 (gelbe Plakette). Faktisch ist in fast allen Umweltzonen also die grüne Plakette Pflicht.


Wenige Ausnahmen

Von der Plakettenpflicht gibt es einige Ausnahmen. Bei privaten Fahrzeughaltern sind Schwerbehinderte und Besitzer bestimmter Oldtimer-Klassen von der Pflicht befreit. Ansonsten gelten die Ausnahmeregelungen etwa für Arbeitsmaschinen, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge und Kranken- oder Arztwagen mit entsprechender Kennzeichnung oder Truppenfahrzeuge.

Wer nicht zu einer dieser Gruppen gehört, kann noch auf Ausnahmeregelungen in den einzelnen Städten und Kommunen hoffen. Die fallen so unterschiedlich aus, dass es ratsam ist, sich direkt bei den zuständigen Behörden vor Ort zu erkundigen.

Welche Umweltplakette ist die richtige?

Welche Plakette das Auto erhält, verrät ein Blick in den Fahrzeugschein. Die Emissionsschlüsselnummer entscheidet darüber, zu welcher Schadstoffklasse das Fahrzeug gehört.

Wo bekommen Autobesitzer die Umweltplakette?

Die Plaketten gibt es in den meisten Kommunen bei der Kfz-Zulassungsstelle.

Bußgeld droht

Wer ohne Umweltplakette in einer Umweltzone erwischt wird, erhält seit 2014 keine Punkte in Flensburg mehr, dafür droht ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro – unabhängig davon, ob das Auto fährt oder parkt. Das ist logisch, denn es muss ja fahrend in die Umweltzone gelangt sein. Auch wenn der Schadstoffausstoß des Autos unter den in der Umweltzone geltenden Grenzwerten liegt, nützt das nichts – die Umweltplakette ist Pflicht.