Tagfahrlicht - Kür oder Pflicht?

Tagfahrlicht oder normales Licht?

In Europa ist Tagfahrlicht in vielen Ländern bereits Pflicht und wird bei Verstoß mit einem Bußgeld bestraft. Nicht nur die skandinavischen Länder, sondern auch unsere Nachbarn Polen, Tschechien, Schweiz und Niederlande gehören zu den 21 Ländern in Europa mit gesetzlicher Regelung zum Tagfahrlicht.

In Deutschland gibt es zwar eine Empfehlung zur ganzjährigen Nutzung des Abblendlichts, aber eine gesetzliche Regelung ist zurzeit nicht in Sicht. Da heißt es, selbst aktiv werden und auch bei Fahrten innerorts und bei Tageslicht die Scheinwerfer im Auto einzuschalten.

Auch wenn keine Pflicht besteht, sieht man auf unseren Straßen tagsüber immer mehr Autofahrer, die ihr normales Abblendlicht eingeschaltet haben. Noch besser geeignet als die gängigen Abblendleuchten sind spezielle Tagfahrleuchten. Sie nutzen sogenanntes ungerichtetes Licht, das für eine bessere Erkennbarkeit sorgt. Zudem sind Strom- und damit auch Kraftstoffverbrauch geringer. Laut TÜV sparen sie 0,1 bis 0,2 Liter pro 100 Kilometer, bei derzeitigen Spritpreisen also immerhin bis zu 30 Cent. Da lässt sich die Amortisation leicht ausrechnen.

Der Grund: beim Tagfahrlicht sind im Gegensatz zu den Scheinwerfern alle anderen Leuchten wie Rücklichter, Kennzeichenbeleuchtung und andere Lampen abgeschaltet. Ist das Tagfahrlicht mit LED-Technik ausgestattet, liegt die Spritersparnis sogar bei etwa 10 Prozent. LED-Leuchten gelten zudem als langlebiger.

Nutzung bestehender Systeme

Es gibt auch Systeme, die das bestehende Lichtsystem auf automatisches Tagfahrlicht umstellen. Der Vorteil: Es müssen keine zusätzlichen Lichter angebracht oder Ausschnitte oder Löcher gebohrt werden. Oft gibt es dazu quasi kostenlos eine Coming-Home-Funktion: Nach dem Ausschalten der Zündung beleuchtet das Abblendlicht für eine frei wählbare Dauer bis zu zwei Minuten lang den Heimweg.

Regelung in anderen Ländern

In vielen Ländern Europas, wie etwa Tschechien, Schweden oder Norwegen, gilt bereits eine Lichtpflicht am Tag. Durch die neue Regelung wird sich dieser Trend auch in den anderen Ländern Europas fortsetzen.

Auch wenn keine Pflicht zur Umrüstung besteht, wollen viele Autofahrer genauso wie Neuwagen gesehen werden und rüsten ihre Fahrzeuge mit dem Sicherheitszubehör nach.

Auch mit Zusatzfunktion möglich

Nachrüstsätze für Tagfahrlicht gibt es auch mit weiteren Zusatzfunktionen, etwa dem Abbiegelicht. Die Installation wird zwar etwas aufwändiger, weil neben dem Strom auch Blink- und Tachosignale abgegriffen werden müssen. Doch dafür hat man in Kurven einen besseren Blick, was sich besonders auf Landstraßen bemerkbar macht.

Wichtig bei der Nachrüstung

Die zusätzlichen Scheinwerfer lassen sich mittlerweile problemlos - auch im Eigenbau - nachrüsten. Allerdings gilt es einiges zu beachten:

Wichtig ist, schon beim Einkauf auf die entsprechenden Genehmigungskennzeichen an den Nachrüst-Sets zu achten und später nichts - auch nicht das Leuchtmittel - zu verändern. Zudem ist vorgeschrieben, wo am Auto die neuen Lichter angebracht werden dürfen: Mindestens 250 Millimeter, höchstens aber 1.500 Millimeter über dem Boden lautet die Definition. Die Innenränder müssen mindestens 600 Millimeter Abstand voneinander haben. Ist das Fahrzeug schmaler als 1,30 Meter, darf der Abstand zwischen beiden Leuchten auf 400 Millimeter verringert werden.

Bei Kauf und Einbau beachten

  • Die Lampen sollten ein E-Prüfzeichen (in einem Kreis mit einer ein- oder zweistelligen Nummer) haben, nach der technischen Vorschrift ECE-R87 genehmigt sein und den Zusatz "RL" tragen. Wird nicht zugelassenes Zubehör eingebaut, kann der Versicherungsschutz erlöschen.
  • Wenn die Leuchten über die genannten Prüfzeichen verfügen, müssen sie nicht in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.
  • Leuchten nur an der Fahrzeugfront montieren. Rückleuchten dürfen in Deutschland bei eingeschalteten Tagfahrleuchten nicht brennen.
  • Das Tagfahrlicht muss beim Starten des Autos automatisch angehen. Es muss sich bei eingeschaltetem Abblendlicht ausschalten oder herunterdimmen.