Reifenwechsel: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Von Oktober bis Ostern

Um die motorisierten Menschen zu mobilisieren, haben Reifenbranche und Verkehrssicherheitsrat vor mehr als zehn Jahren einen gängigen Slogan geprägt, den heute schon Kinder zitieren: "Winterreifen fährt man von Oktober bis Ostern". Was aber, wenn schon Ende März Osterferien sind? Da erlebt zumindest der Süden der Republik die Massenflucht in schneesichere Gebiete. Wir haben uns bei Reifenhändlern umgehört, ob sie mit diesem Slogan auch Probleme haben.

"Wenn Sie sicher sein wollen, dann lassen Sie die Winterreifen drauf, auch wenn Sie bis vor das Hotel auf geräumten Straßen fahren können", sagt ein Monteur der Reiff-Gruppe aus Leonberg. Ein Kollege aus Esslingen geht sogar noch einen Schritt weiter: "Vor Jahren wurde den Kunden geraten, Winterreifen, die nur noch wenig Profil aufweisen, ruhig den Sommer über abzufahren, um Geld zu sparen."

Tatsächlich haben die wunderbaren Winterpneus heute auf Schnee und Eis mehr Vorteile als Nachteile auf trockener oder nur nasser Fahrbahn. Das hängt mit der speziellen Gummimischung zusammen, die bei Minusgraden weitgehend elastisch bleibt. Andererseits wird sie bei höheren Temperaturen relativ weich und nutzt sich entsprechend schneller ab. Und gibt empfindlichen Fahrern ein "schwammiges" Gefühl.

Die Art des Profils in der Gummimischung - von Hersteller zu Hersteller durchaus unterschiedlich - kann gegenüber reinen Sommerpneus mehr Abrollgeräusche verursachen. Darunter leidet aber keinesfalls die Sicherheit, allenfalls die lärmgeplagte Umwelt.

Also spricht nichts dagegen, den Oster-Wechsel zu überziehen, wenn man in Richtung Winter unterwegs ist. Allerdings kann, so die Erfahrung, auch im April noch in unseren heimischen Mittelgebirgen wie Harz oder Schwarzwald eine Schneedecke die Straßen überziehen. Wer dann mit Sommerreifen fährt, riskiert neben einem eventuellen Unfall auch Bußgeld und Versicherungsschutz.

So bleibt am Ende die Erkenntnis, dass man selbst entscheiden muss, wann der Radwechsel stattfindet. Dabei sollte man sich auch nicht von den Terminvorschlägen der Werkstatt unter Druck setzen lassen. Die hat natürlich ein Interesse, ihre Minijobber an den Hebebühnen nicht bis in den Sommer hinein zu engagieren.

Damit Sie Ihre Reifen einfach selbst wechseln können - auch unterwegs bei einer Autopanne -, haben wir den Reifenwechsel nachfolgend in fünf Schritten einfach erklärt.

Reifenwechsel in 5 Schritten

1. Sicherheit

  • Warnblinker betätigen
  • Warnweste anziehen
  • Warndreieck aufstellen

2. Vorbereitung

  • Untergrund auf Festigkeit überprüfen
  • Handbremse anziehen
  • Radkreuz, Wagenheber und Ersatzrad bereitlegen
  • Radmuttern mit Radkreuz lockern
  • Wagenheber an vorgesehener Stelle ansetzen und Auto hochkurbeln. Bei Fragen hilft das Handbuch weiter.

3. Demontage

  • Reifen mit dem Fuß abstützen
  • Radmuttern komplett abschrauben
  • Reifen abnehmen
  • Ersatzrad aufsetzen

4. Montage

  • Reifen mit dem Fuß fixieren
  • Schrauben mit der Hand leicht festdrehen
  • Fahrzeug herunterlassen
  • Schrauben richtig festziehen

5. Weiterfahrt

  • Warnweste und -dreieck ins Fahrzeug räumen
  • Schrauben nach kurzer Fahrt erneut festziehen
  • Werkstatt aufsuchen. Hier wird beispielsweise überprüft, ob die Schrauben zu fest oder zu locker angezogen sind.
  • mit Notrad nicht schneller als 80 km/h fahren

Reifenwechsel in 5 Schritten als praktische Kurzanleitung: Einfach ausdrucken und ab in Ihr Handschuhfach. PDF-Download: Kurzanleitung für das Handschuhfach (92 KB)