Hauptuntersuchung - wenn das Auto unter die Lupe genommen wird

Rund 45,1 Millionen Pkw waren zum 01.01.2016 in Deutschland zugelassen. Jeder dieser Wagen muss in regelmäßigen Abständen zur sogenannten Hauptuntersuchung – auch als TÜV bekannt. Dort wird er auf seine Verkehrstauglichkeit untersucht. Mit der gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfung soll die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleistet werden. Seit der Einführung der Hauptuntersuchung im Jahr 1951 ging die Anzahl der Unfälle durch defekte Fahrzeuge signifikant zurück.

Wie oft muss ein Auto zum TÜV?

Für Pkw steht die Hauptuntersuchung alle zwei Jahre auf dem Programm. Neuwagen müssen drei Jahre nach der Erstzulassung zum ersten Mal zum TÜV. Bei Motorrädern gilt der Zweijahreszeitraum, auch bereits nach Erstzulassung. Für Taxis, Mietwagen oder Omnibusse hingegen ist der TÜV sogar einmal jährlich fällig. Ganz ausgenommen von der Untersuchung sind Fahrzeuge mit rotem Kennzeichen (Oldtimer, Händlerfahrzeuge) sowie Bundeswehr- und Bundespolizeiautos.

Frist überzogen, Bußgeld fällig

Wer den Termin der nächsten Hauptuntersuchung um mehr als zwei Monate überzieht, muss ein Bußgeld zahlen. Je nach Anzahl der überzogenen Monate liegt dies zwischen 15 und 25 Euro. Ab acht Monaten werden 60 Euro und sogar ein Punkt in Flensburg fällig. Zudem kostet die verspätete Prüfung bis zu 20 Prozent mehr, denn die Techniker schauen dann besonders gründlich hin.

Wer nimmt die Hauptuntersuchung vor und was kostet sie?

Die Hauptuntersuchung ist zwar eine gesetzlich vorgeschriebene Maßnahme. Sie wird aber nicht von staatlichen Behörden, sondern von staatlich anerkannten, privatwirtschaftlichen Prüforganisationen abgenommen. Dazu zählen neben dem TÜV Nord, TÜV Süd, TÜV Rheinland, TÜV Thüringen und TÜV Hanse auch DEKRA, GTÜ, FSP und KÜS. Darüber hinaus bieten viele Werkstätten den Auto-Check an.

Kosten vorab vergleichen lohnt sich, denn diese können je nach Bundesland und Anbieter sehr unterschiedlich ausfallen – zwischen ca. 75 und 120 Euro.

Die Untersuchung

Das Auto wird sowohl von außen als auch von unten unter die Lupe genommen. Reifen, Reifenprofil und Karosserie werden auf Abnutzung, Gebrauchsspuren und Schäden untersucht. Mittels einer Hebebühne betrachten die Mechaniker zudem das sonst verborgene Untere des Autos. Seit Kurzem unternehmen sie auch eine Probefahrt von mindestens acht Metern Länge, bei der sie auf Fahrverhalten und Geräusche achten.

Die Prüfer testen Fahrzeuge auf ihre Verkehrs-, nicht aber auf Betriebssicherheit. Das heißt: Sie nehmen den Wagen weder auseinander, noch testen sie beispielsweise den Motor auf seine Funktionalität.

Ohne Mängel

Wurden keine gravierenden Mängel am Pkw festgestellt, erhalten Autobesitzer eine Prüfbescheinigung und einen Stempel im Fahrzeugschein. Die Plakette wird auf das hintere Nummernschild geklebt. Diese zeigt das Datum der nächsten Hauptuntersuchung an: In der Mitte ist die Jahreszahl vermerkt, der entsprechende Monat ist im äußeren Kreis abgebildet und zeigt nach oben. Die Plaketten wechseln ihre Farben nach den Jahreszahlen – zwischen Gelb, Orange, Braun, Rosa, Grün und Blau. Gelbe Plaketten stehen beispielsweise für eine Untersuchung im Jahr 2015, rosa für 2017 und blaue für 2020.

Wenn das Auto durchfällt

Weist das Auto erhebliche Mängel auf, müssen diese innerhalb eines Monats behoben werden. Nach erneuter, erfolgreicher Prüfung erhält der Besitzer dann die Prüfbescheinigung. Versäumt er die Nachprüfung, ist ein Verwarngeld von 40 Euro fällig. Und auch die Nachprüfung selbst kostet: Der Halter muss für die neue TÜV-Plakette mit 12 bis 25 Euro rechnen.

Termin vereinbaren, Papiere einstecken

Die Untersuchung dauert in der Regel nicht länger als 10 bis 20 Minuten. Eine Terminvereinbarung ist daher nicht zwingend nötig. Einige Prüfstellen bestehen aber auch weiterhin auf eine Absprache vorab. So können Betroffene unnötige Wartezeiten vermeiden. Um einen Termin auszumachen, genügt mittlerweile meist ein Besuch auf der Internetseite des Anbieters. Auto- und Motorradbesitzer benötigen den Fahrzeugschein für die Prüfung.

Warum heißt die Hauptuntersuchung auch TÜV?

TÜV steht für Technischer Überwachungs-Verein. Dahinter stehen eingetragene Vereine, die vom Staat autorisiert sind, technische Sicherheitskontrollen vorzunehmen – an Kraftfahrzeugen, aber auch an technischen Anlagen und Geräten. Die Hauptuntersuchung ist jedoch die weithin bekannteste Überprüfung. Da der TÜV bis 2008 ein Monopol auf diese hielt, entwickelte sich umgangssprachlich die Bezeichnung „TÜV“ für die eigentliche Untersuchung.