Beleuchtung am Auto - was muss man beachten?

Mehr Licht am Auto - nach strengen Regeln

Man sieht sie immer wieder: Autos, die mehr Beleuchtung mit sich führen als ein gut ausgestatteter Weihnachtsbaum. Was für die einen nicht nachvollziehbar ist, ist für die anderen Hobby mit Liebe zum Details. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt - vorausgesetzt man bleibt im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften.

Früher sprach man von Scheinwerfern, heute haben Autos "Lichtsysteme". Spezielle Zulieferer haben sie optimal für die aktuellen Anforderungen im Straßenverkehr entwickelt. Designer haben sie gefärbt und geformt. Sie sind oft ein Charaktermerkmal für ganz bestimmte Autobaureihen. Braucht man da überhaupt noch Verbesserungen mit Zusatzleuchten? Welche sind erlaubt - oder verboten? Unser Blick in die Vorschriften kann einiges aufhellen.

Prüfzeichen sind wichtig

Egal ob Nebelscheinwerfer oder Rücklicht: Alle lichttechnischen Einrichtungen müssen vorschriftsmäßig und fest angebracht sowie ständig betriebsfertig sein. Sie müssen der ECE-Regelung Nr. 48 (UN/ECE) entsprechen und ein Prüfzeichen tragen, meist ein E mit einer Ziffer im Kreis in einem Rechteck. Auch das veraltete Wellenzeichen im Rechteck ist noch gültig.

Sicht und Gesicht

Ein "happy face" sollten vor rund 20 Jahren die damaligen Volkswagen zeigen. Der potenzielle Kunde sollte in strahlende "Augen" sehen und Vertrauen fassen. So die Idee der Designer. Mindestens ebenso markant waren zu jener Zeit auch die wie eine schräge Acht zusammengefassten Doppelscheinwerfer der Mercedes E-Klasse. Das "Gesicht" eines Autos wurde immer häufiger auch Ausdruck einer besseren Sicht. Die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) spricht von "lichttechnischen Einrichtungen".

Für die Front eines mehrspurigen Fahrzeugs sind "zwei deutlich auseinander liegende Scheinwerfer, in gleicher Form und auf gleicher Höhe" vorgeschrieben. Sie müssen die gleiche, nämlich weiße Farbe haben.

Rotes Licht hingegen ist Vorschrift für die Fahrzeugrückseite und die Bremsleuchten. Gelbes Licht soll ein querendes Fahrzeug signalisieren, man verwendet es deshalb an den Fahrzeugseiten, vor allem bei Lastwagen und Anhängern, neuerdings auch an den Außenkanten der elektrischen Außenspiegel.

Die einfachste Vorschrift lautet: Alle nach vorne wirkenden Einrichtungen dürfen nur zusammen mit den Schlussleuchten und der Kennzeichenbeleuchtung einschaltbar sein - dies gilt jedoch nicht für Parkleuchten, Fahrtrichtungsanzeiger und Tagfahrleuchten.

Begrenzungsleuchten

Damit andere Verkehrsteilnehmer die Konturen eines Kraftfahrzeuges erkennen, müssen diese nach vorn mit zwei Begrenzungsleuchten ausgerüstet sein. Früher sprach man vom Standlicht, weil es zur Begrenzung eines stehenden Fahrzeugs diente. Die dafür notwendigen Leuchten sind meist mit den Frontscheinwerfern oder - hinten - mit den Rückleuchten zu einer Einheit verbaut.

Das Licht der Begrenzungsleuchten muss weiß sein; es darf nicht blenden und muss auch bei Fernlicht und Abblendlicht ständig leuchten. Das gilt auch für das "Parklicht", bei dem mit dem Blinkerhebel nur Standlicht und Rücklicht auf jeweils nur einer Seite eingeschaltet werden.

Anhänger-Regeln

Wohnwagen als typische Anhänger sind in der Regel breiter als der Zugwagen. Ragt ein Anhänger mehr als 40 Zentimeter über die Außenkanten der Begrenzungsleuchten am Zugwagen hinaus, muss er selbst mit eigenen Begrenzungsleuchten ausgestattet werden.

Die beiden Leuchten an der Vorderseite des Anhängers müssen weißes Licht nach vorne abstrahlen. Auch an Anhängern darf am hinteren Ende der beiden Längsseiten je eine nach vorn wirkende Leuchte für weißes Licht (Spurhalteleuchte) angebracht sein.

Anhänger, die nachts in geschlossenen Ortschaften auf der Straße abgestellt werden, müssen stets mit "eigener Lichtquelle" beleuchtet oder mit Park-Warntafeln kenntlich gemacht werden. Diese Verpflichtung gilt auch für Caravans! Dazu braucht man Tafeln an der Vorder- und Rückseite, deren schräge rot-weißen Streifen jeweils außen zur Straßenmitte hinweisen. Sie dürfen nur während des Parkens sichtbar sein, weshalb man am besten Klappschilder nimmt.

Heckträger-Regeln

Heckträger, egal ob an der Karosserie befestigt oder auf der Anhängerkupplung stehend, können die hinteren Leuchten verdecken. Dies kann auch mit den auf den Trägern befestigten Ski oder Rädern passieren. Dann werden doppelte Schluss-, Brems- und Blinkleuchten, Rückstrahler, Rückfahrscheinwerfer und Nebelschlussleuchten zur Pflicht.
Und natürlich braucht auch das doppelte Kennzeichen seine Lichtquelle. Sobald der Stecker für diese Doppeleinheit ans Bordnetz angeschlossen wird, muss die serienmäßige Nebelschlussleuchte außer Betrieb gesetzt werden.

Anbauten

Beliebt sind bei Bastlern vor allem Zusatzscheinwerfer für Fern- und Abblendlicht, die auf gleicher Höhe und symmetrisch zur Fahrzeugmitte montiert werden müssen. Sie dürfen mit dem Serienlicht weiß brennen, aber beim Abblenden muss das Fernlicht in allen Scheinwerfern ausgehen. Zusätzliche Nebelscheinwerfer in weiß oder gelb müssen immer paarweise montiert werden, nicht mehr als 25 cm über der Fahrbahn und nicht höher als die Scheinwerfer, um Blendungen zu vermeiden. Je tiefer sind hängen, desto gefährdeter sind sie beim Überfahren von Hindernissen oder Randsteinen. Nebelscheinwerfer dürfen nicht abgedeckt werden. Suchscheinwerfer mit maximal 35 Watt sind erlaubt, ein Montageort ist nicht vorgeschrieben. Mit ihrem Schalter darf man sie nur kurzzeitig, aber nicht dauerhaft einschalten, wobei Schluss- und Kennzeichenleuchten weiter funktionieren müssen. Tagfahrleuchten sind ebenfalls nur paarweise zulässig. Sie müssen in gleicher Höhe wie das Serienlicht montiert werden und automatisch brennen, sobald der Zündschlüssel in Startposition gebracht wird und erlöschen, wenn die regulären Scheinwerfer oder Nebelleuchten eingeschaltet werden. Rückfahrscheinwerfer dürfen nur noch an Autos, die vor 1987 zugelassen wurden, montiert werden. Seit diesem Zeitpunkt sind sie serienmäßig in allen Autos vorhanden. Sie dürfen nur bei eingeschalteter Zündung und eingelegtem Rückwärtsgang brennen.

LED-Probleme

Bastler sollten vorsichtig sein, wenn sie serienmäßige Standlicht-Birnen gegen LED-Birnen tauschen wollen. In diversen Internetshops werden allerlei, meist aus Fernost importierte Teile angeboten, bei denen zum Teil darauf hingewiesen wird, dass es dafür keine StVZO-Zulassung gibt.

Wer diese dennoch einbaut, verliert die Allgemeine Betriebserlaubnis des Autos, riskiert Bußgeld und sogar den Versicherungsschutz. Außerdem können solche Teile auch das Checksystem des Fahrzeugs in die Irre führen. Der TÜV rät deshalb davon ab und empfiehlt die Rücksprache mit einer Fachwerkstatt, wenn solche Überlegungen anstehen: "Nehmen Sie keine Veränderungen an der bestehenden Beleuchtungsausstattung vor. Wer erlaubte Leuchten selbst montieren möchte, sollte gutes handwerkliches Können und die erforderlichen Werkzeuge besitzen."