Autokennzeichen

Alles nach Wunsch?

Die Autokennzeichen sind, ähnlich dem Personalausweis, ein eindeutiges Erkennungsmerkmal. Doch bei den Schildern gibt es vielerlei Unterschiede und strenge Regeln. Die sollen die Sicherheit erhöhen und das Leben erleichtern.

Man spricht vom Nummernschild, meint aber das amtliche Kennzeichen. Sinn und Zweck ist die eindeutige Identifizierung eines Kraftfahrzeugs, deshalb muss es dort auch fest montiert werden und zwar vorn und hinten - bei Zweirädern und Anhängern nur hinten.

Am Auto und am Motorrad muss das hintere Kennzeichen beleuchtet sein. Wird es durch die Ladung oder einen Träger (Rad oder Ski) ganz oder teilweise verdeckt, muss es zusätzlich am Träger befestigt und auch beleuchtet werden.

Sämtliche Regelungen rund um Autokennzeichen sind in § 10 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) zu finden. Es handelt sich dabei um ein Gesetzespaket, das aus Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) ausgegliedert wurde.

(K)ein Wunschkonzert beim Autokennzeichen

Kennzeichen müssen klare Vorschriften erfüllen. Seit 1994 ist das Euro-Kennzeichen vorgeschrieben. Dafür wurde die FE-Schrift entwickelt, weil die Fälschung erschwert werden sollte. Zugleich eignet sich diese Schrift für die automatische Erkennung durch Mautkameras und Polizeiscanner. Bei Reisen innerhalb Europas oder in die Schweiz kann auf ein zusätzliches D-Schild verzichtet werden. Denn das Kennzeichen hat am linken Rand im blauen Feld das EU-Symbol, das den Zulassungsstaat (bei uns D) ausweist.

Die dann folgende Gruppe (Unterscheidungskennzeichen) von einem bis drei Buchstaben verrät den Verwaltungsbezirk der Zulassungsbehörde, also eine Stadt oder einen Landkreis. Dann ist Raum für das Siegel oder die Stempelplakette der Zulassungsbehörde und den Aufkleber für die Hauptuntersuchung (HU). Danach folgen wiederum ein oder zwei Buchstaben und eine ein- bis vierstellige Ziffernfolge. Maximal stehen acht Stellen zur Verfügung.

Das Kennzeichen gehört immer zum Fahrzeug und nicht zum Halter. Es bleibt also beim Verkauf in der Regel am Auto.

Das Kennzeichen wird von der Zulassungsbehörde zugeteilt. Wer eine bestimmte Kombination aus Buchstaben und Ziffern möchte, kann gegen einen Aufpreis ein sogenanntes Wunschkennzeichen bestellen - allerdings ohne Rechtsanspruch. In Wiesbaden wäre also die Autonummer WI-RV 24 denkbar. Bei Wunschnummernschild überwiegen Geburtstage oder Vornamen und Namen.

Die kleinste Nummer hat der erste Mann im Staat: 0-1 ist dem Bundespräsidenten vorbehalten. Die Bundeskanzlerin hat 0-2, der Außenminister 0-3, der erste Staatssekretär im Auswärtigen Amt die 0-4 und der Bundestagspräsident fährt mit 1-1.

Saisonkennzeichen

Neben den normalen Autonummern gibt es noch Sonderkennzeichen. Motorräder und Cabrios haben oft ein sogenanntes Saisonkennzeichen. Seit 1996 kann man damit die Saison des guten Wetters nutzen. Am rechten Rand des Schildes lässt sich der Zulassungszeitraum, längstens elf, mindestens zwei Monate ablesen, zum Beispiel 05-07. Die Kfz-Steuer wird auf den Tag genau abgerechnet.

Nachteil: Außerhalb der Zulassungszeit darf das Fahrzeug nicht im öffentlichen Verkehrsraum geparkt werden.

Wechselkennzeichen

Eine schöne Idee, die sich nicht recht durchsetzen konnte, ist das Wechselkennzeichen. Es besteht aus dem fahrzeugbezogenen kleinen Schild, das stabil am Auto montiert ist und einem gemeinsamen Teil, das wechselweise hin- und hergetauscht wird und auf das Grundteil geschoben wird, beispielsweise am zweiten Auto. Es darf aber immer nur ein Fahrzeug gefahren werden. Das Wechselkennzeichen gilt auch, wenn man zwei Oldtimer hat, aber nur jeweils einen fahren möchte.

Rotes Kennzeichen

Seit 1998 haben die Händler ein besonderes Privileg: Mit dem nur ihnen genehmigten Roten Kennzeichen (06) dürfen Probe- und Überführungsfahrten unter strengen Fahrtenbuchauflagen absolviert werden.

Privatpersonen erhalten dieses Kennzeichen nicht.

Kurzzeitkennzeichen

Privatpersonen können das sogenannte Kurzzeitkennzeichen (auch als 5-Tages-Kennzeichen bekannt) nutzen. Es hat einen gelben Rand, in dem die einmalige, auf maximal fünf Tage begrenzte Zulassungszeit präzise eingeprägt ist. Die Zahlen bedeuten den letzten Zulassungstag. Kurzzeitkennzeichen sind beispielsweise für die Überführung eines Kfz gedacht. Mehr erfahren

Ausfuhrkennzeichen

Eine gewisse Ähnlichkeit hat das Ausfuhrkennzeichen. In dessen roten Rand steht ebenfalls das Ende der Zulassung. Man kann damit maximal ein Jahr fahren, dann aber muss das Auto oder Motorrad exportiert worden sein. Versicherung und Vorführung bei der Zulassungsstelle sind unabdingbar.

H-Kennzeichen

Das wohl wertvollste Sonderkennzeichen schmückt die Oldtimer. Rechts am Rand steht ein großes H - das Fahrzeug ist also mindestens 30 Jahre alt, muss verkehrssicher und von einer Prüforganisation ausführlich nach § 21c begutachtet worden sein. Ob das "erhaltungswürdige" Fahrzeug ein "kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut" ist, wird in einem ausführlichen Anforderungskatalog geregelt. So würde ein VW Käfer mit Porsche-Armaturen durchfallen.

Es gibt auch ein rotes Sonderkennzeichen für Oldtimer, mit dem man zu Oldtimerveranstaltungen fahren kann, auch Überführungs-, Probe und Prüfungsfahrten sind erlaubt. Diese Nummern beginnen mit 07.

Was bedeutet dies für die Versicherung?

Bei R+V24 können Sie nur Fahrzeuge mit normalen Kennzeichen (kein H-Kennzeichen, Saison-Kennzeichen oder Sonderkennzeichen) sowie mit Kurzzeitkennzeichen versichern.