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CES 2019: Von selbstfahrenden Autos, autonomen LKW und Roboter-Taxis

Die Consumer Electronics Show (CES) ist eine der wichtigsten Messen für Unterhaltungselektronik – und das seit Jahrzehnten. Jedes Jahr im Januar kommen mehr als 200.000 Wirtschaftsvertreter und Journalisten nach Las Vegas, um sich ein Bild davon zu machen, was die Zukunft so bringt. Bis vor einigen Jahren staunten die Fachbesucher in der Wüstenstadt fast ausschließlich über die neuesten Fernseher, Smartphones und Haushaltsgeräte. Marken wie Samsung, LG Electronics, Sony oder Panasonic dominierten die Messehallen. Heutzutage ist das etwas anders, denn die Automobilhersteller stehlen den Technologiekonzernen zunehmend die Show. Inzwischen sind so gut wie alle klangvollen Namen der Branche auf der CES vertreten, darunter BMW, Daimler, Audi und Nissan. Aber auch Zulieferer wie ZF, Bosch oder Schaeffler sind nach Las Vegas gereist, um ihre Visionen von der Digitalisierung der Autobranche zu präsentieren. Das Trendthema schlechthin: Autonomes Fahren.

27.02.2019 | R+V24 Team

Autonomes Fahren - CES 2019

Mit dem BMW Roboter-Taxi Aptiv von Lyft durch Las Vegas

Wenn man sich zur CES in Las Vegas aufhält, hat man prinzipiell zwei Möglichkeiten, von den Hotels zur Messe zu kommen: Ganz klassisch mit dem Taxi – oder mit einem der zahlreichen neuen Online-Vermittlungsdienste zur Personenbeförderung, mit denen man ein Privatauto inklusive Fahrer in wenigen Sekunden per App rufen kann. Aktuell wird der Markt von den beiden Anbietern Uber und Lyft beherrscht.

Entscheidet man sich für Lyft, hat man mit etwas Glück die Möglichkeit, sich autonom durch Las Vegas fahren zu lassen. Insgesamt 30 vom Autozulieferer Aptiv umgerüstete BMWs stehen dafür zur Verfügung. Die Kosten für die Umrüstung belaufen sich derzeit noch auf mehrere hunderttausend Dollar – pro Fahrzeug. Neun LIDARs (zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung), zehn Radar-Module sowie zwei Computer-Systeme sind notwendig, damit sich die Roboter-Taxis auf den Straßen zurechtfinden.

Autonomes Fahren - CES 2019

Was sofort auffällt, wenn man die autonom fahrenden BMWs von Aptiv beobachtet: Die Roboter-Taxis haben einen defensiven Fahrstil. Wird eine Ampel gelb, stoppt der Computer das Fahrzeug. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden penibel eingehalten. Wenn es um Regeltreue geht, schlägt das Roboter-Taxi den Fahrer aus Fleisch und Blut. Dennoch muss letzterer für den Moment auch in den selbstfahrenden Autos von Lyft hinter dem Steuer sitzen, um im Notfall eingreifen zu können. Auch in den Einfahrten der Hotels sowie auf Parkplätzen übernimmt der menschliche Fahrer. Sicher ist sicher.

Autonom fahrende LKW und Busse machen den Anfang

Doch nicht nur auf den Straßen von Las Vegas, sondern auch in den Messehallen der CES 2019 war autonomes Fahren eines der dominierenden Themen. Im Mittelpunkt standen dabei gar nicht so sehr PKW für den Privatgebrauch, sondern vielmehr selbstfahrende Shuttles, Busse und LKW. Daimler etwa kündigte an, eine halbe Milliarde Euro in die Serienentwicklung hochautomatisierter LKW zu investieren. Bosch und ZF zeigten an in Ihren Ständen fahrerlose Shuttles.

Shuttles und Busse legen in Städten in der Regel vordefinierte Strecken zurück – und sind damit prädestiniert für autonomes Fahren. Zudem helfen sie dabei, den Menschen die Berührungsängste mit der neuen Technologie zu nehmen, denn in einem Bus ist man ohnehin daran gewöhnt, nur Mitfahrer zu sein. Wenn nun der Fahrer durch einen Computer ersetzt wird, ist die Umstellung psychologisch betrachtet geringer, als im eigenen Auto, in dem man selbst der Fahrer ist (war). Ein weiteres Nutzungsszenario für die autonomen Shuttles, ist die Zustellung von Paketen im Logistikbereich.

Apropos Logistik: Glaubt man Experten, werden LKW beim autonomen Fahren den Anfang machen. Sie legen lange Strecken auf der Autobahn zurück, wo komplexe Verkehrssituationen die Ausnahme sind. Das vereinfacht den Einsatz autonomer Systeme. Zudem besteht seitens der Branche ein großes Interesse an selbstfahrenden LKW, da der Verzicht auf menschliche Fahrer die Kosten langfristig deutlich reduzieren wird.

Einen genauen Zeitpunkt, wann wir erste vollautonome Fahrzeuge auf unseren Straßen sehen werden, gibt es allerdings noch nicht. Denn dazu müsste erst das Verkehrsrecht entsprechend angepasst werden.

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