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Anfänge der Elektromobilität

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Anfänge der Elektromobilität

Hybridautos, Elektrofahrzeuge… angeführt vom Toyota Prius und in den letzten Jahren unterstützt durch den Tesla, den BMWi3, den Nissan Leaf, den Renault Zoe und jetzt auch den e-Golf und e-up, erlebt die Elektromobilität einen vor 15, 20 Jahren von den meisten nicht erwarteten Aufschwung. Und tatsächlich, die Tage des klassischen Verbrennungsmotors scheinen gezählt.

08.09.2014 | R+V24 Team

Neu für uns alle, denn Autos brauchten bisher immer Brennstoffe und machten Geräusche, die manche in ihren Bann ziehen, jedoch für die Umgebung objektiv Lärm bedeuten. Ich schweife ab…

Ein guter Zeitpunkt, sich mal dem Anfang der Elektromobilität zuzuwenden – denn die ersten Schritte zu ernstzunehmenden Elektroautos wurden nicht vor 20 Jahren gemacht, sondern liegen ein weiteres Jahrhundert zurück!

Und auch damals kannten die Menschen laute und leise Automobile, denn es gab Elektroautos zuhauf. Die Dominanz der Verbrennungsmotoren bildete sich erst nach 1900, 1910 heraus.

Erste Elektroautos seit 1888

Die Vorläufer der aktuellen Elektroautos wurden bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut, die Funktion war aus heutiger Sicht bescheiden, damals jedoch umwerfend! Der Schwerpunkt lag auf schienengebundenen Fahrzeugen, die waren einfacher zu bauen.

In den 1880er Jahren gab es dann die ersten Elektroautos. Das erste deutsche war wohl der Wagen von Andreas Flocken, 1888 gebaut in Coburg. Das Original ist verschollen, aber es existiert eine interessante Rekonstruktion.

Dann ging es Schlag auf Schlag weiter, zahlreiche Unternehmen bauten Elektroautos, die oft in Städten als Taxen eingesetzt wurden.

Jamais Contente (Rekonstruktion aus dem Schlumpf-Museum)

Nach Wikipedia waren um 1900 ca. 40 % der Autos in den USA dampfbetrieben, 38 % elektrisch und nur 22 % mit Benzin … Und das schnellste Auto der Welt war „La Jamais Contente“ („Die nie Zufriedene“) des damals weltberühmten Belgiers Camille Jenatzy; dieser kühne Fahrer überwand 1899 als erster in einem Auto die Marke von 100 km/h.

Die 1900er Jahre boten ein reiches Angebot an Autos mit Elektroantrieb, hier ein kurzer Blick auf die Berliner „Internationale Motorwagen Ausstellung“ von 1900.

Es waren vertreten: Fa. Lohner aus Wien mit 2 Wagen, Henschel, Kühlstein, die Firma GfV mit zwei Wagen, die ABAM mit 2 Wagen, Fahrzeugfabrik Eisenach, Heinrich Scheele aus Köln mit 2 Fahrzeugen, und einige mehr – und aus Lüttich brachten die „Etablissements Pieper“ einen Wagen mit Hybridantrieb auf die Messe.

Lems Electric 1903 (Quelle: Automobil und Motorrad Chronik 6/78)

Wie angenehm die Fahrt in so etwas gewesen zu sein scheint, kann man hier erahnen: Ein Lems Electric von 1903:

Columbia 1901 (Quelle: Schöne alte Automobile, Lord Montagu of Beaulieu, Golden Press New York, 1978)

In den USA gab es ebenfalls zahlreiche Hersteller, zum Beispiel der Columbia, Baujahr 1901, Erstbesitz Queen Alexandra:

Werbung aus den USA (Quelle: The wonderful world of automobiles 1895-1930, Joseph J. Schroeder, Jr., Digest Books Illinois)

Und die Werbung betonte schon vor 100 Jahren den Komfort und die lautlose Fortbewegung, die Zuverlässigkeit bei jedem Wetter kam als weiteres gewichtiges Unterscheidungsmerkmal dazu (Das hat der Verbrennungsmotor ja mittlerweile auch geschafft!).

In den folgenden Jahren machte der Benzinmotor dann die schnelleren Entwicklungsschritte, um 1910 war der Elektromotor abgehängt, er überlebt in immer kleineren Nischen.

Apollo15 Rover

Hier ist so eine…

Aber lassen wir das Mondauto mal aussen vor, meine Frage hier:

Was ist das wohl bekannteste Elektroauto der Welt?

Ich glaube, es ist der „Detroit Electric“! Als Exemplar von 1915 auch in Melle zu sehen, ein tolles Gefährt, das ich lieber testen würde als einen Rolls aus der gleichen Zeit – der geneigte Leser fragt, wovon der Mensch gerade berichtet, was soll ein „Detroit Electric“ sein? Tatsächlich war es der erfolgreichste Hersteller von Elektroautos, man produzierte zwischen 1907 und 1939 beträchtliche Stückzahlen!

Kennt doch niemand – stimmt, aber alle haben es schon mal gesehen, denn es ist bekannt als:

Detroit Electric, gebaut von 1907 bis 1939

Das Auto von Dorette, besser bekannt als Oma Duck!

Meine Geschichte mit den Elektroautos ist noch nicht zu Ende ….

Fotoquellen:
Lems Electric 1901: „Automobil- und MotorradChronik“ 6/78, Schrader Partner GmbH, München, 1978.
Columbioa 1901: „Schöne alte Automobile“, Lord Montagu of Beaulieu, Golden Press New York, 1978.
Werbung aus den USA: „The wonderful world of automobiles 1895-1930“, Joseph J. Schroeder, Jr., Digest Books Illinois.
Apollo15 Rover (Mondauto): Wikimedia – W.wolny
Electric Drive: Wikimedia – Sfoskett
Oma Duck

R+V24 Team Experten rund ums Auto

Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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