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Motorradfahren mit Kind

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Motorradfahren mit Kind – sicher unterwegs mit Junior

Wenn die Eltern begeistert Motorrad fahren, ist das ansteckend. Und die Kinder möchten natürlich auch irgendwann unbedingt mitfahren. Aber ist das wirklich eine gute Idee? Was ist überhaupt erlaubt? Und ab wann dürfen Sie überhaupt Motorradfahren mit Kind?

10.01.2022 | R+V24 Team

Motorrad fahren macht Spaß. Das gilt nicht nur für Erwachsene, sondern auch viele Kinder träumen davon. Wenn Sie also als Elternteil an eine erste gemeinsame Ausfahrt denken, sollten Sie das Motorradfahren auf jeden Fall gut vorbereiten. Am besten gemeinsam mit Ihrem Kind!

Kinder sind schnell zu begeistern. Achten Sie als Erwachsener bei aller Freude darüber dennoch auf eine freiwillige Selbstbeschränkung und die Altersempfehlungen, wenn Sie Ihr Kind auf dem Sozius des Motorrads mitnehmen möchten.

Ab wie viel Jahren darf ein Kind auf dem Motorrad mitfahren?

Nicht alles, was möglich ist, muss auch sein: Generell empfehlen Experten, Kinder bis zum Grundschulalter nicht auf dem Motorrad mitzunehmen. Zwischen acht und zwölf Jahren sind Kinder körperlich und psychisch weiterentwickelt und eher bereit für die erste Ausfahrt.

Tipps zum Motorradfahren mit Kind:
  1. Überlegen Sie, ob Ihr Kind bereits die entsprechende Konstitution mitbringt.
  2. Besorgen Sie einen speziellen Kindersoziussitz mit Kindergurt für Ihr Motorrad. Dieser bietet Rückenstützen, Fußrasten und Seitenwände und verhilft jüngeren Kindern zu einem stabileren Sitz.
Wo darf das Kind sitzen?

Auf dem Motorrad ist ein Kind nur erlaubt, wenn es als Beifahrer auf dem Motorrad hinter dem Fahrer sitzt.  

Das sagt das Gesetzbuch

Für das Motorradfahren mit Kind gibt es einige Regelungen zu beachten.

Der Gesetzgeber regelt die Mitnahme von Kindern auf dem Motorrad so: Nach § 35a Abs. 9 StVZO müssen Krafträder, auf denen ein Beifahrer befördert wird, mit einem Sitz für Beifahrer ausgerüstet sein. Hierfür sind nach § 61 StVZO Fußstützen und Festhaltemöglichkeit vorgeschrieben. Fehlt ein solcher Sitz, dürfen Kinder unter 7 Jahren nur dann mitgenommen werden, wenn ein besonderer Kindersitz für das Motorrad vorhanden und durch Radverkleidungen oder ähnliches dafür gesorgt ist, dass die Füße des Kindes nicht in die Speichen geraten können.

Gut zu wissen:

Fragen Sie Ihr Kind, bevor es losgeht, denn: Ohne den ausdrücklichen Wunsch und die Zustimmung Ihres Kindes geht nichts. Das sollte übrigens – wie gegenüber anderen Personen auch – selbstverständlich sein. Ebenso wichtig ist es aber auch, dass Sie Ihren Nachwuchs einfühlsam ans Motorradfahren (gerade mit Kind) heranführen. Der kleine Beifahrer sollte genau wissen, was in Schräglage in einer Kurve passiert und wie er oder sie sich zu verhalten hat.

Motorradbekleidung und Ausrüstung für Kinder

Top-Outfit für junge Beifahrer

Das gilt für Groß und Klein: Die richtige Schutzbekleidung auf dem Motorrad ist wichtig! Für eine größere Flexibilität als Lederbekleidung wählen Sie am besten Textilbekleidung mit abriebfesten Fasern wie Cordura. Diese Kleidung ist allwettertauglich, bietet ein herausnehmbares Innenfutter und auch Weitenregulierung.

Jacke und Hose dürfen auf keinen Fall zu groß sein, weil sie im Falle eines Sturzes nutzlos wären. Weil Kinder in Schüben wachsen, kann es sinnvoll sein, dass Sie die Schutzkleidung zum Motorradfahren mit Ihrem Kind leihen.

Gut zu wissen:

Nehmen Sie auf dem Motorrad als Sozius Ihr Kind mit, entscheiden Sie sich bitte immer gegen einfache Kunstfaserbekleidung (zum Beispiel Skianorak o.ä.). Beim Rutschen über die Straße erzeugt dieses Material hohe Reibungshitze und kann sich in die Haut einbrennen!

Kinderhelme mit Köpfchen

Wählen Sie aus dem vielfältigen Angebot unbedingt einen speziellen Kinderhelm fürs Motorrad. Deren Helmschale ist deutlich kleiner als bei normalen Modellen. Ein weiterer Vorteil eines Kinderhelms ist das spürbar geringere Gewicht. Damit schützen Sie den empfindlichen Nacken- und Schulterbereich Ihres Kindes vor unnötiger Belastung.

Motorradfahren mit Kindern: Richtige Stiefel und Handschuhe

Sie werden sehen: Das Angebot geeigneter Kinderstiefel zum Motorradfahren ist ziemlich mager. Verständlicherweise: Wenn man bedenkt, dass normale Kinderschuhe ohnehin nur wenige Monate exakt passen, ist die Zurückhaltung der Hersteller von Motorradbekleidung zumindest nachvollziehbar.

Und trotzdem: Wollen Sie Motorradfahren mit Ihrem Kind, brauchen Sie folgende Dinge:

  • feste, mindestens halbhohe Schuhe oder
  • besser Stiefel für den Nachwuchs

Bei den Handschuhen sieht es glücklicherweise besser aus: Kinderhandschuhe mit entsprechendem Schutz werden in vielen Variationen angeboten und sind unbedingt zu empfehlen.

Gut zu wissen:

Winterhandschuhe sind kein Ersatz! Mit den meist wattierten Handschuhen findet Ihr Kind keinen sicheren Halt und im Falle eines Ausrutschers schützen diese nicht optimal.

Für bessere Kommunikation: Gegensprechanlagen

Kinder reden gern und möchten sich mitteilen. Das ist auch oder gerade bei einem aufregenden Motorradausflug so. Eine lohnende Anschaffung ist deshalb eine Gegensprechanlage. So können Sie als Fahrer mit Ihrem kleinen Beifahrer sprechen und rechtzeitig bei eventuellen Bedürfnissen reagieren. Üben Sie den Gebrauch vorher spielerisch, bevor Sie das Motorradfahren mit Ihrem Kind in die Tat umsetzen!

Die kleine Psychologie des Beifahrens

Motorradfahrer wissen: Vorsicht ist das oberste Gebot! Das gilt natürlich ganz besonders, wenn man sein Kind mit auf große Fahrt nimmt. Selbst dann, wenn Sie ein bereits größeres Schulkind dabei haben, muss es auf Situationen wie etwa eine Bremsung richtig reagieren können und bereits verantwortungsvolles Verhalten zeigen! Andersherum muss Ihr Kind Ihnen als Fahrer uneingeschränkt vertrauen können.

Um dieses Vertrauen zu gewinnen, empfehlen sich:

  • eine einfühlsame, ruhige Einführung
  • eine sanfte Fahrtechnik
  • vorsichtiges Beschleunigen und Verzögern
  • regelmäßiges Einholen von Feedback Ihres Kindes

Bedenken Sie:

  • Ihr Mini-Sozius muss sich beim Mitfahren stark verrenken, um vom Verkehrsgeschehen vor ihm überhaupt etwas mitzubekommen. Das kostet Kraft!
  • Besonders beansprucht – allein schon durch den Fahrtwind – wird die Hals- und Nackenmuskulatur, die bei Junior noch wenig ausgeprägt ist.
  • Zusätzlich wiegt beim Kind im Vergleich mit Erwachsenen der Kopf überproportional mehr zum Restkörper.
  • Dazu kommt noch das Helmgewicht obendrauf!
  • Die Ausdauer von Kindern ist geringer, daher sollten Sie sich regelmäßig vergewissern, ob der junge Fahrgast noch bei der Sache ist.
  • Eine gute Motorik und Koordination helfen enorm. D. h. für sportliche Kinder ist Motorradfahren besser geeignet!

Für Sie als Eltern und verantwortungsbewussten Fahrer zählt aber natürlich viel mehr beim Motorradfahren mit Kindern: allem voran viel Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme, damit Ihr Kind lange Spaß am gemeinsamen Fahren hat.

R+V24 Team Experten rund ums Auto

Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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