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Irrwege der mobilen Evolution: Das Kettenmotorrad

Eine Kreuzung aus Panzer und Motorrad? Unmöglich, denken Sie? Wir belehren Sie eines Besseren. Denn das Fahrzeug gab es wirklich und es wurde Kettenmotorrad genannt. Wir haben uns mit dem Modell beschäftigt und die wichtigsten Informationen für Sie zusammengetragen.

06.04.2022 | R+V24 Team

Manche laufen, manche fliegen Hubschrauber, manche fahren mit dem Mountain-Bike und manche mit einem Motorrad. Es gibt viele Arten und Formen, um eine Strecke zurückzulegen. In den 20er- und 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts suchte man nach Wegen, Geländegängigkeit und Motorräder zu verbinden. Und was lag in der Zeit näher, als sich hierbei an einem Panzer zu orientieren? Diese tauchten im ersten Weltkrieg auf und revolutionierten die Kriegsführung. Das Kettenmotorrad war geboren.

Die wesentlichen Merkmale eines Kettenmotorrads

Das wesentliche Merkmal neben der Panzerung war der Antrieb über Ketten mit einer Geländegängigkeit, die Radfahrzeugen bis dahin nicht möglich war. Allerdings ist ein Panzer doch eher unpraktisch. Mit ihm über eine Alm oder zum Jagdgebiet zu fahren, ist schon sehr aufwendig. Aber da das Antriebskonzept über Kette an sich nicht schlecht funktionierte und der menschliche Tüftlertrieb vor nichts haltzumachen pflegt, wurde ein Panzer mit einem Motorrad „gepaart“.

Im Laufe der Zeit gab es verschiedene Formen des Kettenmotorrads. In den 30er-Jahren ähnelte das Gefährt wirklich einem Motorrad. Auf der Vorderseite befand sich der panzer-ähnliche Antrieb, hinten das Rad und in der Mitte ein Motorradsitz. Später entwickelte sich das sogenannte Kettenkrad bzw. Kettenkraftrad. Auf der Vorderseite des NSU Kettenmotorrads der Wehrmacht befand sich das Rad, hinten sah es immer mehr aus wie ein Panzer und bot sogar mehreren Personen Platz. Entwickelt wurde es während des Zweiten Weltkriegs. Auch heute erfreut sich das Kettenmotorrad wachsender Beliebtheit. Erst 2021 entwickelte ein russischer Bastler den HOMYAK (übersetzt Hamster). Es ist sehr robust, jedoch auch weniger lenkfähig als seine Vorreiter.

Kettenmotorrad Moto-chenille Mercier 1937
Moto-chenille Mercier 1937 © www.prewarcar.com

Die Entwicklung des Kettenfahrzeugs

Ein erster Anlauf des Kettenmotorrads war in den 30ern. Die Firma Mercier baute ein Motorrad mit einer angetriebenen Kette statt eines Vorderradantriebs. Das Vorderteil verfügte über ein rund einen Meter langes, aufliegendes Kettenglied. Wer sich das Motorcycle ansieht, stellt sich automatisch die Frage, wie es hierbei mit der Lenkung und Kurvenfahrt aussieht. Die hier vorhandene leichte Kopflastigkeit der Mercier hat zudem die mangelnde Bodenhaftung nicht unbedingt ausgeglichen. Jede Kurve war durch Antrieb, Eigengewicht und reduzierten Wendekreis eine interessante Aufgabe.

Kettenmotorrad Moto-chenille Mercier 1939
Moto-chenille Mercier 1939. Flickr © Cédric Janodet

Die Entwicklung geht weiter

In den 70er-Jahren entstand der, die oder das ROKON: Ein Trialer, der zu dem Zeitpunkt bereits ausgereifter und vor allem sehr bergfreudig war. Mit diesem Kettenmotorrad mit Allradantrieb dürfte auch der Hillclimb funktionieren – nicht schnell, aber mit sicherem Ankommen.

Rokon aus einem Motorradkatalog von 1978
Rokon aus einem Motorradkatalog von 1978.

Kettenmotorrad: Fahrzeug der Vergangenheit?

Nieten, Motorradketten, lange Lebensdauer – zunächst erscheinen Kettenmotorräder zwar sehr gewöhnungsbedürftig, doch sie haben durchaus ihre Vorteile. Zum einen sehen sie optisch sehr speziell aus; sie sind definitiv ein absoluter Hingucker. Dennoch verorten wir sie heutzutage eher in einem Museum, denn der Kettenantrieb sorgt nicht unbedingt für Geschwindigkeiten, mit denen wir am Straßenverkehr teilnehmen. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass sich Kettenmotorräder bleibender Beliebtheit erfreuen. Es ist noch nicht so lange her, dass ein privater Tüftler aus Russland aus Spaß ein Modell geschaffen hat, welches sich mittlerweile sehr gut verkauft. Nichtsdestotrotz wird das Kettenmotorrad wohl kein fester Bestandteil auf Deutschlands Straßen werden.

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