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Auf der richtigen Spur bleiben mit dem Spurhalteassistenten

Die Sicherheit auf der Straße kann mitunter von Konzentrationsverlust, Sekundenschlaf oder Unaufmerksamkeit des Lenkers gefährdet sein. Ein Spurhalteassistent mit Lenkeingriff kann Sie beim Fahren unterstützen und im Fall der Fälle eine Warnung aussenden, beziehungsweise aktiv eingreifen und den Fahrzeuglenker und alle anderen auf der Straße schützen.

17.01.2022 | R+V24 Team

Der Spurhalteassistent ist eines der Assistenzsysteme, die immer wichtiger werden, um ein sicheres Verkehrsaufkommen zu gewährleisten. Laut der ADAC-Unfallforschung ist die zweithäufigste Unfallursache der versehentliche Wechsel der Fahrspur. Somit gewinnen Assistenzsysteme wie etwa der Spurhalteassistent immer mehr an Bedeutung.

Wie genau ein solcher funktioniert, welche Aufgaben er übernimmt und mehr erklären wir im Folgenden.

Was ist eigentlich ein Spurhalteassistent?

Ein Spurhalteassistent ist ein Assistenzsystem in Fahrzeugen, welches den Fahrer unterstützt, damit dieser nicht aus Versehen die Fahrspur verlässt. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Systeme:

1. Das Lane Departure Warning System (LDWS oder LDW) gibt dem Lenker eine Spurverlassenswarnung

2. Das Lane Keeping Assist System (LKAS) greift aktiv ein, indem es gegenlenkt. Es ist also ein aktiver Spurhalteassistent.

In welchen Fahrzeugen gibt es einen Spurhalteassistenten?

Aktuell besteht die Verpflichtung für einen Spurhalteassistenten nur bei Lkws über 3,5 Tonnen. Dies wird sich jedoch ab 2022 ändern, wenn es zum Pflichtsystem aller neu typisierten Autos wird. Ab 2024 sind Spurhalteassistenten für alle neu zugelassenen Pkws verpflichtend. Durch den verpflichtenden Einsatz des Spurhalteassistenten wird ein Versuch seitens der EU-Staatengemeinschaft unternommen, die Unfallzahlen weiter zu senken.

Wie funktioniert ein Spurhalteassistent?

Abgesehen von den wenigen Systemen, die mit Infrarot arbeiten, ist in der Regel eine kleine Videokamera hinter der Windschutzscheibe montiert. Wichtig sind folgende Funktionen des Spurhalteassistenten:

  • Die Kamera entdeckt die Fahrbahnmarkierung vor dem Auto
  • Sie vergleicht die Markierung mit der Wagenposition in der Spur
  • Sie berücksichtigt Begrenzungslinien, Fahrbelag und Straßenränder.

Sobald das Assistenzsystem erkennt, dass der definierte Sicherheitsabstand nicht mehr eingehalten wird, gibt es eine Warnung ab.

Der Spurhalteassistent warnt Sie dabei durch akustische, optische oder haptische Signale.

  • Bei Fahrzeugen mit elektrischer Servolenkung kann der Spurhalteassistent sanft, aber doch bestimmt gegenlenken damit das Fahrzeug nicht von der Spur abkommt.
  • Bei allen Fahrzeugen ohne elektrische Servolenkung findet der Ausgleich dadurch statt, dass der Assistent einzelne Räder abbremst.

Trotzdem behält der Fahrer die Kontrolle und kann gegebenenfalls übersteuern.

Was ist ein aktiver Spurhalteassistent und was bietet er?

Dieses System erlaubt es bei guter Fahrstreifenmarkierung das Auto auf der Fahrspur zu halten. Sobald das Spurhaltesystem Gefahr in Verzug bemerkt, greift es ein:

  • Ein Symbol leuchtet am Display auf
  • Ein Warnton ertönt
  • Das Lenkrad vibriert

Es kann also in die Lenkkraft eingreifen und entweder das Fahrzeug mittig auf der Fahrbahn halten oder ab einer bestimmten Nähe zur Fahrbahnmarkierung aktiv werden.

Tipp

Zum Einsatz kann auch der adaptive Spurhalteassistent kommen. Dabei handelt es sich um eine permanente Lenkunterstützung, um das Fahrzeug konstant mittig in der Spur zu halten – und eben nicht nur bei Bedarf innerhalb der Markierungen einzugrenzen.

Welche Aufgaben übernimmt der Spurhalteassistent?

Die Aufgabe des Spurhalteassistenten ist es definitiv nicht, die Rolle des Autopiloten zu übernehmen. Er soll den Fahrer nicht entmündigen. Seine Aufgabe besteht darin, ein potenzielles Abkommen von der Fahrbahn rechtzeitig zu erkennen und einzugreifen.

  • Der Fahrzeuglenker wird beim Halten der Fahrspur unterstützt
  • Der Spurhalteassistent analysiert die Lenkaktivität des Fahrers
  • Er kann bei Bedarf ins Lenkrad eingreifen und sanft gegenlenken

Tipp

Was Sie beachten sollten ist, dass ein Spurhalteassistent nicht den Fahrer ersetzen kann. Er ermöglicht zwar eine Form des assistierten Fahrens, aber der Fahrer muss nach wie vor den Überblick behalten und das Auto führen. 

Unter welchen Voraussetzungen funktioniert der Spurhalteassistent?

Der Spurhalteassistent warnt oder greift ein, wenn aufgrund der definierten Mindestwerte ein Abstand zu den Fahrbahnmarkierungen nicht mehr gegeben ist. Damit er jedoch bestmöglich funktionieren kann, ist er von den folgenden Voraussetzungen abhängig:

  • Die geeignete Sensorik im Fahrzeug muss die Fahrzeugumwelt erkennen können
  • Die Geschwindigkeit muss mindestens 65 km/h betragen
  • Die Seitenlinien der Fahrbahn müssen erfasst werden

Was kann die Funktion eines Spurhalteassistenten einschränken?

Was die Funktion eines Spurhalteassistenten einschränken kann, ist mitunter von den externen Gegebenheiten abhängig. So muss zum Beispiel die Kamera des Spurhalteassistenten die Fahrbahnmarkierungen gut erkennen können. Dies ist mitunter von der dahinterliegenden Technologie abhängig und inwieweit diese die verschiedenfarbigen und -breiten Markierungen erkennen kann.

Ebenso spielen Wetterbedingungen wie Witterungsverhältnisse und Lichtverhältnisse eine Rolle und können die Effizienz beeinflussen.

Mittlerweile gibt es jedoch Systeme, die auch Baustellenmarkierungen erkennen, bei Dunkelheit gut funktionieren und bei nassen Witterungsverhältnissen eine Sichtfeldheizung einschalten. Durch diese wird das Sichtfeld vom Beschlag befreit.

Was kann den Spurhalteassistenten einschränken?

Eine verschmutzte Fahrbahn und fehlende Fahrbahnmarkierungen können den Spurhalteassistenten einschränken, sobald dieser die Fahrbahn optisch nicht erfassen kann. In diesem Fall funktioniert er eventuell nicht zu 100 % einwandfrei.

Es ist auch möglich, den Spurhalteassistenten aktiv einzuschränken, indem Sie mit den Händen auf dem Lenkrad einen Spurwechsel vornehmen. Dies signalisiert dem System, dass der Lenker die Kontrolle über das Fahrzeug hat und dieser Spurwechsel bewusst gewählt ist.

Kann man den Spurhalteassistenten ausschalten?

Der Fahrer kann sich aussuchen, ob er die LKA Funktion aktiviert oder deaktiviert. Der Modus ist auf der Instrumententafel erkennbar. Der TÜV Süd warnt allerdings davor, den Spurhalteassistenten dauerhaft auszuschalten, da ein Stück Fahrsicherheit verloren geht.

Tipp

Sobald der Fahrer blinkt, um die Spur zu wechseln, wird dem Assistenten signalisiert, dass man absichtlich über eine Linie fährt, wodurch der Spurhalteassistent nicht aktiv wird und auch keine Signale gibt oder gegenlenkt.

Kann man den Spurhalteassistenten nachrüsten?

Prinzipiell ist es möglich, den Spurhalteassistenten nachzurüsten. Dies wird je nach Alter und Modell eines Fahrzeuges jedoch eine kostspielige Angelegenheit. Nämlich dann, wenn die erforderliche Sensorik und die Kabelstränge nicht vorhanden sind.

Es ist auch möglich nachträglich nachzurüsten, indem Apps für die Handykamera oder Dashcams verwendet werden, was nicht ganz unumstritten ist. Gestrichelte und gezogene Linien werden dabei zwar erkannt, aber nicht das Fahrverhalten, weil die notwendige Sensorik dafür fehlt.

Viele Automobilhersteller und Zulieferer bieten die Möglichkeit zur Nachrüstung an.

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Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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