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Die Gefahren des Nebels

Gefürchtet ist der Nebel bei vielen Autofahrern vor allem auf unseren Autobahnen, doch auch in der Stadt kann er Ursache schwerer Unfälle sein. So krachten vergangenes Jahr in Konstanz zwei Autos in dichtem Nebel und bei ausgeschalteter (!) Ampel um 5.15 Uhr beim Abbiegen an einer Kreuzung zusammen.

06.05.2020 | R+V24 Team

Herbstnebel: Die Nebelbank gibt keinen Kredit

Auch wenn Autobahnen weder Gegenverkehr noch Ampeln haben, sollten die Gefahren des Nebels nicht unterschätzt werden. Denn er führt immer wieder zu Unfällen, im schlimmsten Fall zu Massenkarambolagen. Ursache ist dann in aller Regel ein zu geringer Abstand bei zu hohem Tempo. Glaubt man bei guter Sicht mitunter, einen zu geringen Abstand mit mehr Aufmerksamkeit kompensieren zu können, so ist dies im Nebel absolut unmöglich.

 

Was ist denn eigentlich Nebel?
Zumal Nebel kein einheitliches Gebräu feinstverteilter Wassertröpfchen kurz oberhalb des Bodens ist, sondern zunächst häufig als Dunst wahrgenommen wird. Meteorologen sprechen von Nebel, wenn sie weniger als einen Kilometer weit sehen. Laien empfinden erst bei rund 300 Metern diese Sichtbehinderung als Nebel.
Gefährlich wird der Nebel in diesen Herbsttagen, weil er noch nicht erwartet wird. Dort wo tagsüber in den letzten Sonnenstunden an Flüssen und Seen Wasser verdunsten konnte, kann sich bei sinkenden Temperaturen am Abend die Luft stark abkühlen und das Wasser kondensieren lassen. Typischerweise spricht man von Bodennebeln.
Im Vorbeifahren kann man sie über einem schönen See sehen wie einen grauen Schleier oder am Waldrand am Ende einer Wiese. Das sind Alarmzeichen. Wer jetzt nicht aufmerksam fährt, kann von einer Sekunde auf die andere mit einer Nebelbank konfrontiert werden - und die gibt keinerlei Kredit.

 

Sensoren reagieren langsam
Moderne Autos haben eine Lichtautomatik. Wenn der Lichtschalter eine Stellung "Auto" hat, schaltet sich beispielsweise das Abblendlicht bei der Einfahrt in einen Tunnel oder in der Dämmerung automatisch ein. Allerdings reagieren diese Sensoren nicht bei Nebel. Das kann bedeuten, dass der an die auto-Stellung gewöhnte Fahrer in Wahrheit im Nebel ohne Licht fährt. Deshalb grundsätzlich im Nebel die auto-Stellung verlassen und das Abblendlicht normal einschalten. Das gilt auch für das sogenannte "Tagfahrlicht", bei dem hinten ebenfalls kein Licht brennt.

 

Nebel - und nun?
Sofortige Orientierungslosigkeit
ist die Folge, man sieht weder vorne noch seitlich etwas und auch im Rückspiegel nur noch eine graue Wand. Eine Schnellbremsung birgt zwar die Gefahr in sich, dass man von hinten gerammt wird, doch wer ungebremst in die Grauzone rollt, hat die Chance verschenkt, nicht selbst aufzufahren. Nach solchen Schrecksekunden heißt es erst mal tief Luft holen und mit respektvollem Abstand langsamer fahren.
Die gesetzlich vorgeschriebenen knallroten Nebelschlussleuchten können warnen und zeigen schon früh genug an, dass jemand vor einem fährt. Deshalb muss man spätestens jetzt selbst Signale setzen und Nebelscheinwerfer und Schlussleuchte einschalten. Viele Autofahrer sind verunsichert, weil man bei mehr als 50 Meter Sicht (also sobald man zwei weiße Randpfosten hintereinander sehen kann) die Nebelschlussleuchte wieder ausschalten muss.
Nun zeigt aber die Praxis, dass die Nebelsuppe mal dünn und mal dick ist. Da ist es verständlich, wenn man auf diese 50-Meter-Grenze nicht so genau achtet und sich stattdessen mehr auf den Verkehr konzentriert. Das starke Rotlicht der Nebelschlussleuchte hat noch einen weiteren unangenehmen Effekt: Es zieht manche Fahrer förmlich an. Die hängen sich dann an den Vordermann und merken nicht, wie dieser immer schneller wird. Damit verringert sich der Sicherheitsabstand bei steigendem Tempo - und die Gefahr des Auffahrens wächst enorm. Wenn solche Zeitgenossen an einem vorbeiziehen, sollte man sich nicht anstecken lassen. Im Gegenteil: Die Chance ist relativ hoch, dass solche Nebelraser auf den nächsten Kilometern in eine Kollision verwickelt werden.

 

Fehlende Orientierungspunkte beeinflussen die Tempowahrnehmung!
Nebel beeinflusst zudem die Tempowahrnehmung des Menschen, weil Orientierungspunkte fehlen. Und Nebel setzt sich am Boden gerne als Feuchtigkeit oder gar Nässe ab, in der kalten Jahreszeit auf Brücken oder an windig-zugigen Stellen mitunter als Reif oder Eis. So kommt eines zum andern -– und wenn es denn passiert, kann man auch über die Unfallursachen geteilter Meinung sein: War es Nässe, war es die schlechte Sicht oder das zu hohe Tempo?

Die Polizeistatistiker notieren dann "unangepasste Geschwindigkeit" - und die kann, folgt man einschlägigen Gerichtsurteilen, auch bei Sicht unter 50 Metern und bei weniger als 50 km/h gegeben sein. Denn wer gar nichts mehr sieht, muss schleichen und, so es denn dafür einen sicheren Platz gibt, notfalls anhalten.

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Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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