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Gesetz gegen Gaffer

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Gesetz gegen Gaffer

Sie knipsen, sie filmen, sie behindern Rettungskräfte: Schaulustige sind bei vielen Unfällen ein großes Problem. Das soll sich mit Paragraf 201a ändern. Doch was besagt das Gesetz gegen Gaffer?

06.05.2020 | R+V24 Team

Wie reagieren Sie?

Stellen Sie sich vor, Sie sind Zeuge eines Unfalls. Menschen sind schwer oder gar lebensgefährlich verletzt. Helfen Sie, falls noch keine Rettungskräfte vor Ort sind? Oder – falls bereits Notarzt oder Feuerwehr im Einsatz sind – schauen Sie gespannt zu, zücken vielleicht sogar Ihre Kamera und knipsen ein Foto? Vermutlich nicht. Denn dieses Verhalten wäre nicht nur ethisch-moralisch unangebracht. Als Passant behindern Sie damit außerdem die Rettungsarbeiten und sind möglicherweise mitverantwortlich, wenn es für die Beteiligten um die Frage von Leben und Tod geht.

Leider zeigt die Realität, dass zufällig anwesende Menschen in solchen Situationen oft grundlegend falsch reagieren: Sie bleiben stehen, beobachten das Unglück genau. Mancher hält mit dem Handy auf die Szenerie und stellt das Video später ins Netz – so geschehen bei einem Unfall in Hessen. Dieses Verhalten soll künftig strafbar sein: Mehrere Landesregierungen haben dazu bereits eine Gesetzesinitiative in den Bundesrat eingebracht.

Knipsen und Filmen bei Unfall wird zur Straftat

Polizei, Notärzte und Feuerwehr beklagen das Verhalten von Schaulustigen und Gaffern bei einem Unfall. Verletzte seien schneller auf Youtube als auf dem OP-Tisch, heißt es von Seiten der Polizei. Die Polizisten sind es leid, immer wieder an die Vernunft der Bevölkerung zu appellieren und die Menschen sanft zu ermahnen.


In Einzelfällen wurden Gaffer bereits festgenommen, weil sie sich nicht vom Filmen des Unfalls abbringen ließen und ausfallend wurden. Nur in derart groben Fällen stand das Behindern von Rettungskräften bislang unter Strafe. Störungen, die auf reine Neugier zurückgehen, waren hingegen straffrei. Paragraf 201a verbietet lediglich das Anfertigen und Verbreiten von Aufnahmen hilfloser lebender Menschen. Durch die Gesetzesinitiative gegen Gaffer soll nun ein Persönlichkeitsschutz für verstorbene Unfallopfer eingeführt werden. Gleichzeitig soll neugieriges oder gar rücksichtsloses Verhalten am Unfallort künftig nicht mehr ohne Folgen für die Verursacher bleiben. Bei Verstößen gegen das „Anti-Gaffer-Gesetz“ müssten die Täter nicht nur eine hohe Strafgebühr bezahlen, sondern auch mit bis zu einem Jahr Haftstrafe rechnen. Polizisten sollen außerdem die Möglichkeit bekommen, Gaffern bei einem Unfall das Smartphone wegzunehmen.

 

Hartes Durchgreifen gegen Gaffer

Medienberichten zufolge stellen Einsatzkräfte in Nordrhein-Westfalen seit vergangenem Jahr Schutzwände auf, um Unfallorte gegen Gaffer abzuschirmen. Mit Erfolg: Die Zahl von Auffahrunfällen auf der Gegenfahrbahn sei dadurch zurückgegangen.

Bleibt die Frage: Was steckt hinter dem rücksichtslosen Verhalten der Gaffer? Experten sehen darin eine Verrohung unserer Gesellschaft. Oft stecke auch jugendliches Imponiergehabe dahinter, nach dem Motto: „Schaut mal, zwei Tote – und ich war dabei!“. Ob sich Gaffer in Zukunft durch das Gesetz von ihrem törichten und lebensgefährlichen Verhalten abbringen lassen, bleibt abzuwarten. Immerhin ermöglicht es Einsatzkräften der Polizei im Notfall ein konsequentes Durchgreifen am Unfallort – zum Schutz aller Beteiligten.

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Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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