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KFZ-Mechaniker montiert reifen an Auto

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Null Toleranz: Warum Sie nur mit dem richtigen Geschwindigkeitsindex gut fahren

Airbag, Fahrassistenzsysteme, ABS und ESP sind mittlerweile Standard. Aber was ist eigentlich mit der Bereifung? Wie können Sie hier für maximale Sicherheit sorgen? Neben der regelmäßigen Überprüfung des Luftdrucks und des Reifenprofils ist bei Neukauf von Reifen der Geschwindigkeitsindex ein entscheidender Punkt. Das trifft auch zu, wenn Sie Reifen reparieren lassen.

14.01.2022 | R+V24 Team

Wenn es um Reifen geht, gibt es verschiedene Kennzahlen, die Sie kennen sollten:

  1. Reifen-Geschwindigkeitsindex – oder auch „Speed-Index“ genannt
  2. Tragfähigkeitsindex

Missachten Sie eine der Angaben, können Sie damit schwere Unfälle verschulden.

Warum ist der Geschwindigkeitsindex so wichtig?

Belastung, Druck und Geschwindigkeit beeinflussen die Widerstandsfähigkeit des Gummis, aus dem Ihr Reifen besteht, und damit seinen Verschleiß. Wenn Sie wollen, dass Ihre Reifen lange halten und Sie stets sicher und ohne Gefahren unterwegs sind, dürfen Sie nur so schnell fahren, wie es der Geschwindigkeitsindex des Herstellers erlaubt.

Wenn Sie diese zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreiten, verschleißt die Gummischicht, die die Lauffläche Ihres Reifens bildet. Grund dafür ist die übermäßige Erwärmung, die durch die erhöhte Geschwindigkeit am Reifen entsteht. In diesem Fall führt der Abrieb unweigerlich zu einer gefährlichen Zerstörung der inneren Struktur des Reifens.

Was ist das eigentlich: Der Reifen-Geschwindigkeitsindex?

Der Geschwindigkeitsindex oder Speed-Index für Reifen gibt an, für welche Höchstgeschwindigkeit das jeweilige Modell zugelassen ist. Im Klartext heißt das: Bis zu diesem Wert garantiert der Hersteller bei korrektem Reifendruck einen einwandfreien Dauerbetrieb. Bei einem höheren Tempo besteht die Gefahr, dass sich der Reifen zu sehr erhitzt und sich durch die Zentrifugalkraft die Lauffläche von der Karkasse löst.

Übrigens: Der Geschwindigkeitsindex für Autoreifen wird auch als Geschwindigkeitsklasse der Reifen oder Geschwindigkeitskategorie bezeichnet.

Auf dem Prüfstand: Wie wird die zulässige Geschwindigkeit für den Reifenindex festgestellt?

Der Geschwindigkeitsindex wird im Testlabor überprüft. Dafür verwendet man einen Rollprüfstand, wo die Laufgeschwindigkeit des Reifens im Abstand von 10 Minuten um 10 km/h gesteigert wird, bis der angegebene Höchstwert erreicht ist. Um den Test zu bestehen, muss der Reifen bei verschiedenen simulierten Beladungszuständen ein bestimmtes Tempo halten können.

Gesucht – gefunden: Welchen Geschwindigkeitsindex haben eigentlich meine Reifen?

Die zulässige Reifen-Höchstgeschwindigkeit finden Sie in der offiziellen Reifenkennzeichnung auf der Reifenflanke und in den Fahrzeugpapieren. Der letzte Buchstabe auf dem Reifen verrät die erlaubte Geschwindigkeit.

Welche Reifen mit welchem Speed-Index Sie für Ihr Auto benötigen, geht aus den Eintragungen in den Zeilen 15.1 und 15.2 der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) hervor. Eingetragen ist hier nur eine Größe bzw. eine Größenkombination, wenn auf Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Reifendimensionen vorgesehen sind.

Gut zu wissen: Wie wird der Reifen-Geschwindigkeitsindex für ein Fahrzeug berechnet?

Für Fahrzeuge mit Erstzulassung ab Mai 2009 gilt: Der für die Reifen notwendige Geschwindigkeitsindex richtet sich nach der tatsächlichen Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs und ist ohne weitere Berechnung der Zulassungsbescheinigung zu entnehmen.

Die hier eingetragenen Reifengrößen und der Geschwindigkeitsindex müssen nicht mit der tatsächlich montierten Reifendimension übereinstimmen. Weitere mögliche Reifengrößen finden Sie im sogenannten CoC-Dokument („Certification of Conformity“) unter den Ziffern „32. Bereifung der Räder“ bzw. „50. Bemerkungen“. Dadurch erhalten Sie auch Antwort auf die Frage: „Welche Reifengröße darf ich fahren?“.

Tabelle der wichtigsten Geschwindigkeitsindexklassen für Reifen

  1. Geschwindigkeitsindex H: Mit diesen Modellen können Sie maximal 210 km/h fahren.
  2. Geschwindigkeitsindex S: „S“ steht für „Speed“, bis zu 180 km/h sind möglich
  3. Geschwindigkeitsindex T: Diese Klasse steht eine über „S“ und ist für Fahrzeuge entwickelt worden, die bis zu 190 km/h schnell fahren können.
  4. Geschwindigkeitsindex V: Ziemlich weit hinten auf der Index-Liste kommt das „V“. Ein V-Reifen darf bis 240 km/h schnell unterwegs sein.
  5. Geschwindigkeitsindex W: Dieser Reifentyp kann bis zu 270 km/h auf die Fahrbahn bringen.

Tipp:

Reifen mit dem Geschwindigkeitsindex VR (Höchstgeschwindigkeit über 210 km/h) und ZR (über 240 km/h) im Fahrzeugschein waren für schnelle, ältere Fahrzeuge vorgeschrieben, sind aber nicht genormt und werden deshalb meist nicht mehr angeboten. Wenden Sie sich bei Fragen dazu an Ihren Reifenhändler: Er weiß, welche Reifen Sie mit dem aktuellen Index-Symbol ersatzweise fahren dürfen.

Mix & Match: Darf ich Reifen mit unterschiedlichem Geschwindigkeitsindex mischen?

Sommerreifen mit verschiedenem Geschwindigkeitsindex dürfen Sie mischen. Voraussetzung ist, dass der Reifen mit dem niedrigsten Index die Spezifikation in den Fahrzeugpapieren erfüllt. Es müssen stets nur die Mindestanforderungen erfüllt werden.

Kann ich Reifen mit einem niedrigeren Geschwindigkeitsindex fahren?

Wenn Ihr Reifen für höhere Geschwindigkeiten freigegeben ist, als laut Fahrzeugschein nötig wäre, ist das erlaubt. Beispiel: Sie dürfen einen schnelleren W-Reifen (270 km/h) fahren, wenn im Schein nur ein V-Reifen (240 km/h) eingetragen ist. Reifen mit einem niedrigeren Geschwindigkeitsindex dürfen Sie allerdings nicht fahren!  

Tipp:

Die Kennziffern des Geschwindigkeitsindex gelten auch für Motorradreifen. Meist findet sich in den Fahrzeugpapieren des Kraftrades eine Angabe zu den Reifen.

Gibt es Ausnahmen beim Geschwindigkeitsindex?

Sommerreifen

Wenn der Fahrzeughersteller bezüglich der Höchstgeschwindigkeit deutlich überdimensionierte Reifen für die Serienbereifung eingetragen hat, können Ausnahmen gelten. Fragen Sie Ihre Werkstatt!

Winterreifen

Für Reifen, die mit dem M+S-Symbol versehen sind, gilt: Der Geschwindigkeitsindex für Ihre Ganzjahresreifen bzw. Winterreifen darf unter der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegen. Dann brauchen Sie allerdings einen Aufkleber im Sichtfeld oder in der Displayanzeige, der über die reduzierte Höchstgeschwindigkeit der Reifen informiert.

R+V24 Team Experten rund ums Auto

Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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