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Frauenparkplätze: Haben nur Frauen das Recht, hier zu parken?

Viele Personen fragen sich, ob tatsächlich nur Frauen das Recht haben, ihr Fahrzeug auf einem Frauenparkplatz abzustellen. Wir klären auf, was genau man eigentlich unter einem Frauenparkplatz versteht, warum es ihn gibt und wer das Recht hat, auf einem Frauenparkplatz zu parken.

24.07.2017 | Anka Jost

Wofür gibt es Frauenparkplätze?

Seit den 1990er Jahren dokumentieren Studien und Umfragen, dass Frauen bestimmte öffentliche Bereiche, wie z.B. Parkhäuser, Tiefgaragen, Parks vor allem in den Abend- und Nachtstunden meiden, aus Angst bedroht oder sogar sexuell angegriffen zu werden. In den Medien werden zudem mehr Angriffe auf Frauen als auf Männer thematisiert. Aus diesem Grund werden in der Stadtplanung vermehrt Parkplätze berücksichtigt, die näher an Fluchtwegen, Ausgängen, Aufzügen und in stärker beleuchteten Bereichen wie auch in Kamerabereichen platziert sind. Hierbei handelt es sich dann um speziell gekennzeichnete Frauenparkplätze, die explizit Frauen das Recht ausweisen, an dieser Stelle zu parken.

Somit sind Frauenparkplätze nicht Frauenparkplätze, weil sie aus Bequemlichkeit nah am Aufzug oder Treppenausgang stehen oder weil man(n) glaubt, dass die Frauenparkplätze breiter sind, sondern um das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

Frauenparkplätze: Gleiches Recht für alle?

Mancher Mann wird sich jetzt fragen, wo ist die Gleichberechtigung? Ist es einem Mann erlaubt, auf einem Frauenparkplatz zu parken? Oder ist dort wirklich nur parken für Frauen erlaubt?

Für einen Frauenparkplatz gibt es keine Rechtsgrundlage oder ein Gesetz, die besagt, dass dort ausschließlich Frauen parken dürfen. Laut der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist es Frauen und Männern gleichermaßen erlaubt, dort zu parken. Auch im Bußgeldkatalog ist nichts zu diesem Thema verzeichnet. Sie müssen als Mann daher kein Bußgeld befürchten, wenn Sie Ihr Fahrzeug auf einem Frauenparkplatz abstellen. Das Recht haben Sie. Sie könnten als Mann aber natürlich darüber nachdenken, sich rücksichtsvoll zu verhalten und den Frauen diesen Parkplatz zur Verfügung zu stellen.

Parken auf Frauenparkplatz: Hausverbot statt Bußgeld!

Während es im öffentlichen Raum klare Regeln gibt, kann es in privaten Anlagen (wie beispielsweise privat betriebenen Parkhäusern) ganz anders aussehen. Denn dort heißt es: Auf Parkplätzen für Frauen dürfen nur diese parken. Ein Parkplatzinhaber kann von seinem Hausrecht Gebrauch machen und Falschparker darauf hinweisen, dass sie auf einem Frauenparkplatz stehen. Falls der Mann diesen Hinweis ignoriert, kann der Parkplatzinhaber ein Hausverbot erteilen. Vielerorts haben auf Frauenparkplätzen demnach nur Frauen das Recht, ihr Fahrzeug dort abzustellen.

Parken nur für Frauen ist keine Diskriminierung

2019 verklagte ein Durchreisender die Stadt Eichstätt, weil er sich durch Frauenparkplätze das Recht genommen sah, dort zu parken, wo es ihm beliebt. Er empfand diesen Umstand als diskriminierend. Das Gericht gab ihm soweit Recht, dass sich darauf geeinigt wurde, die Beschilderung der Stadt lediglich als Empfehlung zu kennzeichnen. Nichtsdestotrotz haben Frauenparkplätze ihre Bedeutung, wie wir Ihnen bereits zu Beginn des Ratgebers zu verdeutlichen versucht haben. Sie sollen mehr Sicherheit bieten und verhindern, dass Frauen Opfer von (sexueller) Gewalt oder Übergriffen werden.

Grundsätzlich sollte für alle Straßenverkehrsteilnehmer gelten, Streit zu vermeiden und sich gegenüber den anderen Teilnehmern rücksichtsvoll zu verhalten. Obwohl auf einem Frauenparkplatz alle das Park-Recht haben, ist gegenseitige Rücksichtnahme stets ratsam. Das gilt auch bei Mutter-Kind-Parkplätzen! Hier gibt es leider auch immer Bequemlichkeits-Parker, die keine Lust haben, weiter zu suchen und sich gerne auf den breiteren Mutter-Kind-Parkplatz stellen. Aber auch dieser Parkplatz hat eine sinnvolle Daseins-Berechtigung. Er ist breiter, damit das Herausheben von Kleinkindern einfacher ist. In diesem Fall kann man tatsächlich über die Bezeichnung „Mutter-Kind“ diskutieren, da heutzutage auch immer öfter Männer mit dem Kind im Auto unterwegs sind.

Mehr dazu:

Anka Jost Expertin rund ums Auto

Ideen müssen toben! Das ist das Motto von Anka. Es steht in direkter Verbindung mit ihrem Job im Bereich des Online-Marketings. Anka ist stets auf der Suche nach Themen, die den Leser interessieren. Autothemen über und für Familien stehen bei ihr im Fokus.

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