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Autofahrer und Radfahrer im Straßenverkehr: Die wichtigsten Regeln

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Verkehrsregeln für Fahrräder und Autos

Wenn Fahrräder und Autos gemeinsam die Straßen befahren, passieren nicht selten Unfälle. Oft liegt das daran, dass einer der Verkehrsteilnehmer die Verkehrssicherheit vernachlässigt. Damit Ihnen so etwas nicht passiert, haben wir die wichtigsten Verkehrsregeln für Fahrrad und Auto zusammengefasst.

08.02.2022 | R+V24 Team

Betrachtet man die Unfallstatistiken der vergangenen 20 Jahre, zeichnet sich insgesamt ein positiver Trend ab. Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland hat stetig abgenommen – von 8.549 im Jahr 1997 auf 3.180 im Jahr 2017. Doch dann kam das Jahr 2018, in dem wieder knapp 100 Menschen mehr im Straßenverkehr starben als im Vorjahr. Der Grund dafür war ein Anstieg der Radunfälle. Zwar wurden weniger Autofahrer und Fußgänger getötet, dafür aber 50 mehr Fahrradfahrer (insgesamt 432).

Die Zahlen schwanken – grundsätzlich belegen sie aber, dass es zwischen Auto- und Fahrradfahrern oft zu Unstimmigkeiten im Straßenverkehr kommt. Die Leidtragenden sind dabei hauptsächlich Letztere, da sie bei Unfällen der Wucht des Fahrzeugs schutzlos ausgeliefert sind.

Doch wie lassen sich Unfälle vermeiden? Meistens hilft es, die Verkehrsregeln, die für Autos und Fahrräder gelten, zu beachten.

Wir haben die wichtigsten zusammengefasst.

Das müssen Autofahrer im Umgang mit Radfahrern beachten

Damit es im täglichen Durcheinander auf den Straßen nicht zu brenzligen Situationen kommt, sollten Sie sich immer wieder die wichtigsten Grundregeln ins Gedächtnis rufen.

  • Radfahrer haben keine Knautschzone: Vor allen anderen Dingen sollte sich jeder Autofahrer im Klaren darüber sein, dass Radfahrer die schwächeren Verkehrsteilnehmer sind. Was bei einem Auto zu einem kleineren Blechschaden führt, kann für Fahrradfahrer bereits tödlich enden. Deshalb: Pochen Sie in brenzligen Situationen nicht auf Ihr Recht.
  • Sicherheitsabstand: Wenn Sie einen Radfahrer überholen wollen, müssen Sie mindestens 1,5 Meter Abstand zum Fahrrad einhalten. Bei Geschwindigkeiten über 90 km/h erhöht sich diese Grenze auf 2,0 Meter. Ist das nicht möglich, müssen Sie warten. Haben Sie einen Radfahrer zu dicht überholt, kann es zur Anzeige kommen. Verhängt werden Bußgelder von bis zu 100 € und zusätzlich gibt es einen Punkt in Flensburg – einsehbar im Bußgeldkatalog. Kommt es zu einem Unfall, drohen außerdem weitere rechtliche Konsequenzen.
  • Radwege: Grundsätzlich dürfen Radfahrer selbst entscheiden, ob sie den Radweg oder die Straße nutzen. Lediglich wenn Schilder einen benutzungspflichtigen Radweg ausweisen, besteht keine Wahlfreiheit. Auf Radwegen haben Räder meistens Vorfahrt.
  • Rechts überholen: An einer roten Ampel dürfen Radfahrer gemäß §5 der Straßenverkehrsordnung wartende Autos rechts überholen – mit der Maßgabe, dies „mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht“ zu tun.
  • Schutzstreifen: Der Schutzstreifen, der durch eine unterbrochene weiße Linie markiert ist, unterscheidet sich vom Radweg insofern, als dass er von Autofahrern überfahren werden darf – allerdings nur in besonderen Situationen und wenn kein Radfahrer gefährdet wird. Parken und Halten ist Autofahrern nicht erlaubt – bei Verstößen werden Bußgelder bis zu 100 € verhängt.
  • Radfahrweg: Die durchgezogene weiße Linie grenzt den Radfahrweg von der Straße ab. Fahrrad-Regel: Er darf weder zum Ausweichen noch zum Anhalten oder gar Parken genutzt werden. Ein Verstoß wird derzeit mit einem Bußgeld von 50 - 90 € geahndet.
  • Nebeneinander fahren: Es ist erlaubt, mit Fahrrädern nebeneinander zu fahren, sofern dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Ist Letzteres nicht gewährleistet, müssen Fahrradfahrer einzeln hintereinanderfahren.
  • Dutch Reach: Hinter diesem Begriff verbirgt sich der aus der Fahrschule bekannte „Öffnen Sie die Fahrertür von innen mit der rechten Hand“-Grundsatz. Dadurch werden Sie „gezwungen“, sich in Richtung des nachfolgenden Verkehrs zu drehen und diesen wahrzunehmen. Die Wahrscheinlichkeit, einen vorbeifahrenden Radfahrer zu übersehen, sinkt drastisch.

How the Dutch Reach Saves Lives | Outside

The Dutch Reach

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Für Autofahrer ist es wichtig, diese Regel zu kennen und zu verstehen. Sie besagt, dass Radfahrer – auch von Rechts wegen – gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind.

Verhaltens- und Verkehrsregeln für Fahrradfahrer: Das müssen Sie im Umgang mit Autofahrern beachten

Allerdings sollen sich auch Besitzer von Fahrrädern an die Verkehrsregeln halten. Einfache Verhaltensgrundsätze sind beispielsweise:

  • Autofahrer haben eine Knautschzone: Radfahrer sollten sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass sie sich schon bei einem leichten Unfall mit einem Auto schwere Verletzungen zuziehen können. Defensives Fahren ist daher oberstes Gebot, um Schaden zu vermeiden.
  • Verkehrsregeln für Autos und Fahrräder: Es gibt rücksichtslose Autofahrer, die auf Radwegen parken oder Radfahrer beim Überholen absichtlich schneiden. Vermeiden Sie daher bewusst Gefahrensituationen. Fahren Sie stets rechts und nicht entgegen der Fahrtrichtung. Wichtig ist auch, dass Sie ihre Absichten immer klar zu erkennen geben – nutzen Sie beispielsweise Handzeichen, wenn Sie abbiegen oder überholen möchten.
  • Pedelecs: Fahrräder mit elektrischer Unterstützung sind zwar nicht gefährlicher als normale Fahrräder, verhalten sich im Straßenverkehr aber dennoch anders. Das liegt einerseits am höheren Gewicht, andererseits an der schnelleren Beschleunigung. Aus diesem Grund empfehlen wir ungeübten Fahrradfahrern, vorab an einem Sicherheitstraining teilzunehmen.

Eine aktuelle Studie der R+V24 zeigt: Jeder 6. Autofahrer fährt auch einmal dichter an einem Radfahrer vorbei als die vorgeschriebenen 1,5 Meter. Das kann jedoch dazu führen, dass sich Radler durch den Luftzug eines vorbeifahrenden Pkw oder Lasters erschrecken, zu dicht an den Rand fahren oder auf Gehwege ausweichen – dadurch entstehen schnell Unfälle.

„Wenn die 1,5 Meter nicht eingehalten werden können, darf der Autofahrer nicht überholen“, sagt Sina Schmitt. „Geduld sorgt hier für mehr Sicherheit.“

Die Studie zeigt auch: Führerscheinneulinge kennen sich mit den Verkehrsregeln besser aus als „alte Hasen“. Nur 10 % der 14- bis 29-Jährigen würden mit geringerem Abstand überholen – im Gegensatz zu den über 50-Jährigen, da halten 22 % der Befragten einen reduzierten Abstand für ausreichend. Doch das ist gefährlich: „Fährt ein Auto zu dicht an einem Radfahrer vorbei, kann schon ein kleiner Schlenker zu einem Unfall führen“, betont Sina Schmitt.

Fazit: Beachten Sie die Auto- und Fahrrad-Verkehrsregeln

Im Straßenverkehr ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Das gilt ganz besonders, wenn Fahrradfahrer beteiligt sind, da Letztere bei Unfällen stärker gefährdet sind als Autofahrer.

Zwar lassen sich gefährliche Situationen nicht immer vermeiden, allerdings können sie auf ein Minimum reduziert werden, wenn Besitzer von Autos und Fahrrädern die Verkehrsregeln kennen und beachten.

Besonders wichtig ist es beispielsweise, den Seitenabstand bei Überholvorgängen einzuhalten und den toten Winkel im Auto einzukalkulieren.

R+V24 Team Experten rund ums Auto

Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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