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Zöllner kämpfen für sichere Fahrt: Plagiate bei Autoersatzteilen

Betroffen von Fälschungen sind allerdings nicht nur die Hersteller der Autos, sondern vor allem deren Zulieferer. Und am Ende ist der Autofahrer das Opfer einer langen Kette von Täuschungen und Betrügereien.

30.04.2020 | R+V24 Team

Wer ist betroffen von Fälschungen?

Betroffen sind allerdings nicht nur die Hersteller der Autos, sondern vor allem deren Zulieferer. Sie können für den Sekundärmarkt, also das Geschäft mit Reparatur-Werkstätten, weniger Teile verkaufen. Vom Anlasser bis zum Zahnriemen findet man für Reparaturen Ersatzteile, die vom defekten Original kaum zu unterscheiden sind. Und am Ende ist der Autofahrer das Opfer einer langen Kette von Täuschungen und Betrügereien. 

"Markenschutz ist Verbraucherschutz" sagt der Unternehmenssprecher eines Ludwigsburger Zuliefererbetriebes. "Auch wir haben mit Produktfälschungen zu kämpfen, zeigen klare Kante und gehen dagegen vor." Damit hat man im Auto-Musterländle Baden-Württemberg keinerlei Berührungsängste. Man spricht mit Konkurrenten und Mitbewerbern über dieses Thema und arbeitet eng zusammen. So sei es üblich, auf den großen internationalen Messen firmenübergreifend durch die Hallen zu ziehen, um Falschteile zu suchen. 

Messe lesen auf neue Art
Vergangenen Herbst wurde die Frankfurter Leit-Messe "Automechanika" für viele Aussteller zu einer wahren Leid-Messe: Zollfahnder sicherten nahezu 500 Produkte, die als Fälschung eingestuft wurden, weil es dafür Musterschutz- oder Patentrechte europäischer Firmen gibt. Die Aktion hat zu mehr als 80 Ermittlungsverfahren geführt.

Gefälscht werden vor allem Teile, die in hohen Stückzahlen benötigt werden, beispielsweise Bremsbeläge, Bremsscheiben, Kupplungen, Zündkerzen oder Ventile. Selbst Leichtmetallfelgen gibt es als Kopien. Experten bei den Technischen Prüfstellen TÜV und Dekra warnen vor dem Einbau, weil in vielen Fällen die Qualität nicht garantiert wird. So können sich billige Bremsbeläge vom Trägermetall lösen oder Felgen Risse bekommen. Untaugliche Motorenteile können zu schweren Folgeschäden führen. Gefälscht werden zunehmend auch die Logos von Firmen und sogar Siegel auf Verpackungen, was wiederum die Hersteller zu aufwändigeren Schutzmaßnahmen, wie Hologramme oder Prüfziffern veranlasst hat.

Immer nach der ABE fragen
Verbraucher können sich schützen, indem sie sich vor dem Einbau von Teilen die Originalverpackungen zeigen lassen. Bei Felgen und etlichen anderen Teilen ist eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) unverzichtbar, denn spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung will die auch der Prüfingenieur sehen. Da diese aber erst nach längstens zwei Jahren erfolgt, fährt man solange mit hohem Risiko: Passiert deshalb ein Unfall, kann sogar die eigene Versicherung reklamieren, weil das Fahrzeug gegen die Zulassungsvorschriften benutzt worden ist.

Wer sein Auto in einer Marken- oder Fachwerkstatt reparieren lässt, sollte sich um Original-Ersatzteile keine Sorgen machen. Kritischer ist dagegen der Teilekauf über dubiose Internetportale. Zwar überwacht der deutsche Zoll mit Sondereinheiten die bekannten Verkehrswege und prüft Container aus Freihandelszonen, doch Kleinlieferungen über Paketdienste können nur stichprobenartig kontrolliert werden.

Artenschutz mit Gartenzwerg
Bekannt geworden sind Produktfälschungen auch durch einen handelsüblichen Gartenzwerg: Er ist schwarz lackiert und trägt als Symbol für Plagiats-Gewinne eine goldene Nase. Der "Plagiarius" wird jeweils im Frühjahr auf der Frankfurter Messe "Ambiente" öffentlichkeitswirksam von einer Jury um den Ulmer Designer Professor Rido Busse vergeben. 2012 wurden gefälschte Leichtmetallfelgen ausgezeichnet. Beklaut fühlte sich die Aachener Felgenschmiede "AC Schnitzer automobile Technik". Vertrieben wurde die unerlaubte Kopie des Felgentyps V von einer Essener Firma.

Kaum zu glauben: Inzwischen gibt es sogar Plagiate, die fast jeder Autofahrer in die Hand nimmt: Zapfpistolen an Tankstellen…

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