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Wie lese ich die Reifenkennzeichnungen von meinem Auto?

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Reifenkennzeichnung: Was bedeutet sie und wie lesen Sie diese richtig?

Wenn Sie einen genaueren Blick auf Ihre Autoreifen werfen, entdecken Sie eine ganze Reihe an Symbolen und Ziffernfolgen. Diese Codes mögen zunächst verwirrend erscheinen, enthalten aber viele wichtige Informationen für Fahrzeughalter. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihre Reifenkennzeichnung richtig lesen, wo Sie diese Angaben in Ihren Unterlagen finden und worauf Sie dementsprechend achten sollten, wenn Sie neue Reifen kaufen.

15.07.2014 | R+V24 Team

Reifenkennzeichnungen und ihre Bedeutung

Laut § 36 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVO) müssen die Reifen von Kraftfahrzeugen „den Betriebsbedingungen, besonders der Belastung und der durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, entsprechen“. Auf dieser Grundlage geben die Zahlen und Buchstaben auf den Reifenflanken an, ob die Ausstattung eines Autos die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Insgesamt besteht die Reifenkennzeichnung aus mindestens zehn verschiedenen Elementen, deren Bedeutung Sie kennen sollten:

1. Reifenbreite

Die dreistellige Ziffer am Anfang der Zahlenfolge zeigt die Breite eines Fahrzeugreifens in Millimetern. Dieser Wert liegt in etwa zwischen 125 und 335.

2. Verhältnis von Breite und Höhe 

Bei der nächsten Zahl hinter dem Schrägstrich handelt es sich um das prozentuale Verhältnis zwischen Reifenbreite und Reifenhöhe.

3. Bauart 

Die häufigste Reifenkennzeichnung am Auto lautet R, kurz für „radial“. Ob es sich um moderne Radialreifen oder ältere Diagonalreifen handelt, hängt von den Cordfäden der Karkasse ab. Diese bestehen heutzutage hauptsächlich aus Kunstfaser und dienen als wichtigster Festigkeitsträger für den Reifen. Wenn die Cordfäden schräg zur Fahrtrichtung angeordnet sind, handelt es sich um Diagonalreifen. Verlaufen sie quer (also im rechten Winkel zur Laufrichtung) und garantieren dadurch eine besonders große Bodenkontaktfläche, spricht man von Radialreifen.

Falls hinter dem R für „Radialreifen“ noch ein F steht, besitzt das Auto sogenannte Runflat-Reifen. Die Kennzeichnung zeigt an, dass die Reifen dank verstärkter Flanken auch mit sehr geringem Reifendruck noch voll funktionstüchtig bleiben. Die meisten Reifen mit solchen Notlaufeigenschaften können Sie bei maximal 80 km/h über eine Distanz von etwa 80 km verwenden. Viele Hersteller kennzeichnen Runflats auch durch ein firmeneigenes Kürzel.

4. Felgendurchmesser

 Auf den Buchstaben folgt bei dieser Reifenkennzeichnung eine zweistellige Zahl, die den Abstand von Felgenrand zu Felgenrand in Zoll angibt. (Ein Zoll entspricht 2,54 cm). Normalerweise beträgt der Felgendurchmesser zwischen 10 und 20 Zoll.

5. Tragfähigkeitsindex / Lastindex

Die nächste Ziffer besteht ebenfalls aus zwei Zahlen und zeigt, wie belastbar ein Autoreifen bei einem Luftdruck von 2,5 bar ist. Dabei entspricht die jeweilige Reifenkennzeichnung für den Tragfähigkeits- oder Lastindex (kurz LI) einem bestimmten Gewicht in Kilogramm. Ein LI von 80 steht beispielsweise für eine Belastbarkeit von 450 kg. Wenn ein Modell über eine erhöhte Tragfähigkeit verfügt, können Sie dies an Reifenkennzeichnungen wie XL (kurz für Extra Load) ablesen.

6. Geschwindigkeitsindex 

Der letzte Buchstabe in der elfstelligen Ziffer Ihres Reifenlabels zeigt die Höchstgeschwindigkeit an, die ein Fahrzeug mit den montierten Reifen erreichen darf. Insgesamt reicht der sogenannte Speed-Index von A1 bis hin zu Y. Darunter steht die Reifenkennzeichnung H beispielsweise für 210km/h, während auf einem Reifen die Kennzeichnung W ein Tempolimit von 270 km/h vorschreibt. Wenn Sie sich nicht an die jeweilige Begrenzung halten, riskieren Sie nicht nur ein Bußgeld, sondern auch einen Reifenschaden. Wie hoch die Kosten ausfallen, können Sie im Bußgeldkatalog nachlesen.

Übrigens: Alte Modelle besitzen unter Umständen noch die Reifenkennzeichnung ZR, die bis 1990 für sogenannte Hochleistungsreifen ab einem Speed-Index von 240 km/h verwendet wurde.

7. Tubeless

Die Reifenkennzeichnung TL (kurz für „tubeless“) besagt nichts weiter, als dass sich im Reifen kein Schlauch befindet. Heutzutage verfügen grundsätzlich alle Neumodelle über diesen Zusatz, da Bauarten ohne Schlauch (früher gekennzeichnet mit TT für „tube type“) inzwischen nicht mehr erlaubt sind.

8. Winter- /Ganzjahresreifen 

Bis 2017 konnten Sie zulässige Winter- oder Ganzjahresreifen noch an der Kennzeichnung „M+S“ auf der Flanke erkennen. Ab 1. Januar 2018 gilt jedoch eine strengere Winterreifenpflicht, wofür es auch eine neue Kennzeichnung gibt: Das sogenannte „Alpine-Symbol“ besteht aus einem dreizackigen Berg und einer Schneeflocke in der Mitte. Dieses Symbol kennzeichnet zulässige Winter- bzw. Allwetterreifen, nicht aber Sommerreifen. Inzwischen dürfen Sie bei ungünstigen Witterungslagen wie Schnee und Glätte nur noch mit Autos fahren, die über eine solche Reifenkennzeichnung auf Ihren Allwetterreifen verfügen. 

9. E-Prüfzeichen

Das eingekreiste E mit einem Zahlenzusatz (zum Beispiel E2) bestätigt, dass Ihre Pkw-Reifen gemäß der europäischen Norm ECE-R30 erfolgreich geprüft wurden. Ohne diese Reifenkennzeichnung bekommen Sie keine TÜV-Plakette.

10. DOT-Nummer 

Zuletzt finden Sie auf der Reifenflanke die sogenannte DOT-Nummer (kurz für „Department of Transportation“), bestehend aus drei Blöcken mit jeweils vier Zeichen. Die wichtigste Information in dieser Ziffernfolge können Sie dem letzten Block entnehmen, der meistens mit einer ovalen Umrandung markiert ist. Hier sehen Sie das Herstellungsdatum inklusive Woche und Jahr. Die Reifenkennzeichnung mit der DOT-Nummer 0307 bedeutet beispielsweise, dass Ihre Reifen in der 3. Kalenderwoche des Jahres 2007 produziert wurden. 

Hinweise zur Reifenkennzeichnung in Ihren Papieren

Wichtige Informationen zu Maßen und Beschaffenheit der Reifen für Ihr Fahrzeug finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein). Achten Sie hier auf folgende Bedeutungen der Reifenkennzeichnungen in der Tabelle:

  • Kfz-Schein Zeile 15.1: zulässige Größenkombination für die Vorderachse
  • Kfz-Schein Zeile 15.2: zulässige Größenkombination für die Hinterachse

Von diesen Vorgaben dürfen Sie nur abweichen, wenn das sogenannte CoC-Dokument (Certification of Conformity) weitere mögliche Reifendimensionen erlaubt. Diese Informationen finden Sie unter:

  • Punkt 32: Bereifung der Räder
  • Punkt 50: Bemerkungen

Das CoC können Sie als Teil der Fahrzeugpapiere von Ihrem Händler anfordern, sobald Sie eine Kfz-Zulassung für Ihr Auto erhalten.

Hinweise zur Reifenkennzeichnung in Ihren Papieren

Welche Maße und Beschaffenheit die Reifen für Ihr Fahrzeug aufweisen müssen, steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Achten Sie hier auf:

  • Zeile 15.1: zulässige Größenkombination für die Vorderachse
  • Zeile 15.2: zulässige Größenkombination für die Hinterachse

Von diesen Vorgaben dürfen Sie nur abweichen, wenn das sogenannte CoC-Dokument (Certification of Conformity) weitere mögliche Reifendimensionen erlaubt. Diese Informationen finden Sie unter:

  • Punkt 32: Bereifung der Räder oder
  • Punkt 50: Bemerkungen.

Das CoC können Sie als Teil der Fahrzeugpapiere von Ihrem Händler anfordern, sobald Sie eine Kfz-Zulassung für Ihr Auto erhalten.

Besondere Reifenkennzeichnungen: Tipps für den Reifenkauf

Wenn Sie planen, sich neue Autoreifen zu kaufen, sollten Sie von den Beschriftungen die Bedeutung wissen. Abgesehen von den genannten Ziffernreihen gibt es noch einige optionale Zeichen, an denen Sie spezielle Reifentypen erkennen:

  • Wenn der Autoreifen über ein besonderes Profil verfügt, befindet sich auf der Flanke ein Pfeilsymbol, das die jeweilige Laufrichtungsbindung anzeigt. Auf diese Angabe müssen Sie unbedingt achten, wenn Sie Ihre Autoreifen neu montieren.
  • Ein zusätzliches R vor der Reifenbreite (nicht zu verwechseln mit dem R für „radial“) steht für „runderneuert“. Falls Sie anstelle von neu gefertigten Modellen runderneuerte Reifen kaufen, sollten Sie bei der Kennzeichnung unbedingt prüfen, ob sie ein E-Prüfzeichen besitzen.
  • Die Reifenkennzeichnungen FR, FL, FP, FSL, MFS, ML und RPB stehen für einen besonderen Felgenschutz.
  • Die Reifenkennzeichnung T vor der Reifenbreite (kurz für Temporary use only) gibt an, dass es sich bei diesem Reifen um ein Notrad handelt, welches Sie nur bei einer Panne bis zur nächsten Werkstatt einsetzen dürfen.
  • Ein S oder SW neben dem E-Prüfzeichen bedeutet bei der Reifenkennzeichnung, dass die Reifen entweder auf eine geringe Lärmerzeugung durch Rollgeräusche (S) oder auf Nassgriffeigenschaften (SW) überprüft wurden.
  • Meistens enthält die Reifenkennzeichnung auch einen Verschleißanzeiger. Dazu sind in der Regel an sechs Stellen im Profil kleine Stege mit der Buchstabenfolge TWI oder dem Herstellerlogo markiert. Sobald Sie das Profil bis zu diesen Stegen abgefahren haben, ist die Mindestprofiltiefe von 1,6 mm erreicht und Sie brauchen neue Reifen.
  • Einige Reifenhersteller fertigen außerdem spezielle Reifen für einzelne Automarken her. So steht beispielsweise die Reifenkennzeichnungen AO für Audi, MO für Mercedes und N0 für Porsche.

Wie Sie sehen, ist es manchmal gar nicht so einfach, bei Pkw-Reifen die Kennzeichnungen auseinanderzuhalten. Die Bedeutungen sind sehr verschieden. Bei den Reifenkennzeichnungen steht jeder Buchstabe für Baujahr oder andere wichtige Faktoren, die Sie beim Kauf neuer Reifen dringend beachten sollten. Dank unseres Ratgebers sollte dies nun aber kein großes Problem für Sie mehr darstellen.

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