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TÜV überziehen – alles was Sie wissen müssen

Bei der TÜV-Hauptuntersuchung wird Ihr Auto auf Herz und Nieren geprüft. Für viele Autofahrer ist die Prüfung eine eher lästige Pflicht, die sie nur allzu gern vor sich herschieben. Doch wie weit ist es erlaubt, den TÜV zu überziehen? Wir erklären, worauf Sie achten sollten.

23.07.2021 | R+V24 Team

Die Hauptuntersuchung beim TÜV durchführen zu lassen, ist für viele Autofahrer ein notwendiges Übel. Nicht nur dient sie der eigenen Sicherheit, der TÜV schützt auch andere Verkehrsteilnehmer. Schließlich ist es nötig, hin und wieder Zeit zu investieren, um das Auto fahrtüchtig zu halten. Doch was können Autofahrer tun, wenn Sie den TÜV-Termin versehentlich oder bewusst überziehen? Ab wann winken Bußgelder? Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema.

Wann ist die Hauptuntersuchung fällig?

Wann der nächste TÜV-Termin ansteht, erfahren Sie, wenn Sie einen Blick auf die Prüfplakette werfen. Notieren Sie sich den Zeitpunkt am besten in Ihrem Kalender. Die TÜV-Plakette richtig zu lesen, ist denkbar einfach. In der Mitte befindet sich eine Zahl, die das Jahr angibt, indem Sie zur Untersuchung müssen – beispielsweise 21 für 2021. Der zweite Ring ist mit den Zahlen 1 bis 12 gegen den Uhrzeigersinn beschriftet. Die Zahl, die oben steht, zeigt den Monat an. 7 steht beispielsweise für Juli. Nicht wenige Fahrzeugbesitzer vergessen, den Termin für die Hauptuntersuchung wahrzunehmen. Grundsätzlich ist es möglich, den TÜV einen Monat zu überziehen, ohne Strafen fürchten zu müssen. Haben Sie diesen Zeitraum ebenfalls überschritten, erhalten Sie meist eine Verwarnung – falls die Polizei Sie kontrolliert. Führen Sie allerdings einen Anhänger mit sich, der eine Sicherheitsprüfung benötigt, erwartet Sie sofort ein Verwarngeld in Höhe von 15 Euro.

Ist der TÜV 3 Monate abgelaufen, erwartet Sie eine Strafe in Höhe von 15 bis 25 Euro. Je länger Sie warten, desto stärker steigen die Kosten. Hinzu kommt, dass Sie nach 8 Monaten einen Punkt in Flensburg kassieren.

Gut zu wissen: Strafzahlungen sind allerdings nicht die einzigen Kosten, die beim TÜV Überziehen entstehen. Auch bei der Prüfung selbst fallen Gebühren an. Haben Sie diese länger als 2 Monate hinausgezögert, führen die Prüfer eine sogenannte vertiefte HU durch. Dabei wird Ihr Auto genauer geprüft – entsprechend fallen bis zu 20 Prozent höhere Gebühren an. Falls Sie noch in der Probezeit sind, gilt es außerdem als B-Verstoß, wenn Sie die HU überziehen. Allerdings nur, wenn Sie länger als 8 Monate warten.

TÜV überzogen – Strafen auf einen Blick

TÜV 1 Monat überzogen: Keine Strafe.

TÜV 2 Monate überzogen: Es fallen nur Strafzahlungen an, wenn Sie einen Anhänger mitführen, der eine Sicherheitsprüfung benötigt. In diesem Fall beträgt das Bußgeld 15 Euro.

TÜV 3 Monate überzogen: 15 bis 25 Euro Strafe.

TÜV 4 Monate überzogen: 25 Euro Strafe.

TÜV 6 bis 8 Monate überzogen: 60 Euro Strafe, 1 Punkt in Flensburg.

TÜV mehr als 8 Monate überzogen: 75 Euro, 1 Punkt in Flensburg.

TÜV-Plakette richtig lesen

TÜV-Plakette

So lesen Sie die Plakette

  • Die Zahl oben steht für den Monat, in dem die HU ansteht.
    Die Zahl zeigt immer nach oben.
  • In der Mitte steht eine Zahl für das Jahr der nächsten Hauptuntersuchung.
  • Die Farbe der Plakette variiert je nach Jahreszahl.

Wird der Zeitpunkt rückdatiert, wenn Fahrer den TÜV-Termin überziehen?

Seit 2012 ist eine Rückdatierung nicht mehr möglich. Stattdessen beginnt der Zeitraum bis zur nächsten HU neu, nachdem die neue Plakette vergeben wurde. Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie den Termin überzogen haben oder nicht.

Beim TÜV durchgefallen – was nun?

Stellen die Prüfer Mängel am Auto fest, die die Verkehrssicherheit einschränken, müssen Sie zur HU-Nachprüfung. Dafür haben Sie einen Monat Zeit. In der Regel fallen für die Nachprüfung Gebühren von 12 bis 30 Euro an. Versäumen Sie es, Ihr Fahrzeug rechtzeitig anzumelden, kommen zusätzliche Kosten auf Sie zu. Nach dem Bußgeldkatalog fallen TÜV-Gebühren bei Überziehung der HU-Zweituntersuchung in Höhe von 40 Euro an.

TÜV-Termin überschritten: Kann es Probleme mit der Versicherung geben?

Wenn Sie den TÜV-Termin Ihres Autos überziehen, hat das im Allgemeinen keine Auswirkungen auf Ihre Versicherung.

Problematisch kann es allerdings sein, wenn Sie mit überzogenem TÜV-Siegel in einen Unfall verwickelt werden. Die HU dient ja dazu, zu verhindern, dass Verkehrsunfälle durch Sicherheitsmängel am Fahrzeug entstehen. Wenn Sie den Kfz-TÜV überziehen, ist es daraus folgend möglich, dass Ihre Versicherung Sie in Regress nimmt. Dazu muss Sie allerdings nachweisen, dass der Unfall durch technische Mängel verursacht wurde und eine fristgerechte HU ihn verhindert hätte.

Ist die Hauptuntersuchung im Ausland möglich?

Eine HU im Ausland durchführen zu lassen, ist nicht möglich. Dauert der Auslandsaufenthalt länger, können Sie die Untersuchung bei der Rückkehr allerdings nachholen. Wenn Sie die Hauptuntersuchung mit Ihrem Auto im Ausland überziehen, müssen Sie sie aber unverzüglich – sobald Sie wieder in Deutschland sind – nachholen. Sie sollten außerdem Ihren Kfz-Haftpflichtversicherer informieren. Nur dann bleibt der Versicherungsschutz bestehen.

R+V24 Team Experten rund ums Auto

Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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