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KFZ-Mechanikerin wechselt reifen bei einem schwarzen auto

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Kein Autofahrer-Latein: Ihr Auto und der Radsturz

Beim Reifenwechsel lauert eine böse Überraschung: Die vermeintlich noch neuen Reifen zeigen bereits erste Verschleißerscheinungen! Wie ist das möglich? Spätestens an dieser Stelle ist es gut, wenn Sie sich mit Begriffen wie „Radsturz“ und „Spur“ auskennen.

25.01.2022 | R+V24 Team

Erhöhter Reifenverschleiß kann viele Gründe haben: Falscher Luftdruck oder eine sehr sportliche Fahrweise. Am häufigsten ist jedoch eine verstellte Achsgeometrie – Radsturz oder -spur – für das starke Abnutzen der Räder verantwortlich.

Definition: Was bedeutet „Radsturz“?

Der Radsturz, in der Welt des Tuning auch unter dem Begriff „Camber“ bekannt, bezeichnet den Winkel der Reifenmittelebene zu einer zum Asphalt senkrecht gerichteten Linie. Ist die obere Fläche des Reifens nach außen geneigt, so spricht man von einem positiven Winkel. Ist es die untere Fläche des Reifens, die nach außen zeigt, spricht man von einem negativen Winkel. 

Idealerweise ist der Radsturz gleich null. Dann befindet sich das Rad in einer perfekten Senkrechten zur Fahrbahn. Meistens wird der Radsturzwinkel durch die Federung beeinflusst. Je stärker oder schwächer die Federung, desto größer der Einfluss auf den Radsturz. Je nach Ausprägung können Sie diesen mit bloßem Auge sogar sehen.

Welchen Sinn hat der Radsturz?

Bei einer geraden Fahrbahn sorgt ein Radsturz von null für eine optimale Auflagefläche des Reifens und somit für einen optimalen Grip. In Kurven sieht das anders aus: Hier steigt der Druck auf die Außenseite des Reifens. Durch die hohe Krafteinwirkung kommt es in jeder Kurve zu einer leichten Verformung des Reifens. Langfristig kann das zu einem schnelleren Verschleiß und Haftungsverlust der Reifen führen. Der richtige Radsturz kann also der Verformung entgegenwirken.

Negativer oder positiver Radsturz – was ist besser?

Wenn Sie mit einer negativen Sturzeinstellung unterwegs sind, wirkt eine größere Seitenführungskraft auf die Innenseite des Rads als auf die Außenseite. In einer Kurve gleicht eine negative Sturzeinstellung deshalb die Wirkung der Zentrifugalkraft auf das Rad aus.

Fahren Sie mit einem positiven Radsturz, wird das Rad bereits vor der Kurve auf der Außenseite belastet. Die Zentrifugalkraft wirkt sich dadurch noch stärker auf das Fahrzeug aus. Dann droht Reifenverschleiß! Auch der Grip wird beeinträchtigt, weil der Reifen nicht mit der gesamten Reifenbreite auf der Fahrbahn aufliegt. Das zeigt: Die meisten Autos fahren mit einem negativen Radsturz besser.

Gut zu wissen: Der Radsturz und das Fahrverhalten

Ein negativer Radsturz sorgt auf einer geraden Strecke für höheren Verschleiß auf der Innenseite der Reifen, da diese zusätzlich belastet werden. Das erschwert gleichzeitig auch das Verzögern oder das Bremsen, verbessert jedoch die Haftung in den Kurven.

Fahren Sie mit einem Auto mit Frontantrieb, ist der passende Sturz besonders wichtig. Ein zu negativer Sturz verstärkt bei einem Frontantrieb die generelle Tendenz zum Untersteuern. Im Gegensatz dazu kann ein zu negativer Winkel bei einem Heckantrieb beim Beschleunigen aus der Kurve ein Übersteuern verursachen.

Hat die Tieferlegung eines Fahrzeugs Einfluss auf den Radsturz?

Fahren Sie ein Auto, das tiefergelegt ist, drückt die Federung die Reifen nach außen. Dadurch entsteht ein negativer Radsturz. Doch nur, weil ein Fahrzeug sehr tief gelegt wird, bedeutet dies nicht, dass es eine bessere Kurvenlage hat.

Während eine geringe Tieferlegung sehr großen Einfluss auf den Radsturz hat, kann es durchaus sein, dass eine erhebliche Tieferlegung nur einen geringen Einfluss hat. Je nach Fahrzeugmodell kann der Effekt der Tieferlegung auf die Reifen sehr unterschiedlich sein.

Wichtig ist außerdem: Achten Sie unbedingt darauf, dass das Fahrzeug weiterhin die TÜV-Vorgaben erfüllt!

Gut zu wissen: Warum haben viele kleinere, alte Autos einen positiven Radsturz?

Früher hatte man relativ einfache Fahrwerke. Das Rad hatte immer denselben Winkel zur Achse. Die Achse war drehbar gelagert. Das führt dazu, dass sich beim Einfedern das Rad auf einer Kreisbahn bewegt und der Sturz sich dadurch stark ändert. Beim Einfedern bis zum Anschlag wird der Sturz dann stark negativ. Damit er nicht zu negativ wird, wählt man für die normale Stellung einen positiven Sturz.

Ist die Größe des Radsturzes wichtig?

Ein negativer Radsturz beim Auto ist für Kurvenfahren besser als ein neutraler oder positiver Radsturz. Je besser das Kurvenverhalten von Rädern mit negativer Sturzeinstellung, desto schlechter ist sie für gerade Strecken geeignet. Während die ungleiche Krafteinwirkung auf die Innen- und Außenseite des Reifens beim Kurvenfahren den Verschleiß verringert, steigt der Reifenverschleiß aufgrund der negativen Sturzeinstellung auf gerader Strecke. Deshalb berechnen die Autohersteller den Radsturz mit einer Radsturzwaage auf das Grad genau und stellen ihn als perfekten Kompromiss ein.

Bei vielen modernen Fahrzeugmodellen verändert sich der Radsturz bereits automatisch oder auf Knopfdruck.

Tipp:

Die Kosten für das Einstellen des Radsturzes werden meistens im Paket mit der Spureinstellung und der Achsvermessung angeboten.

Den Radsturz selber einzustellen, ist nicht empfehlenswert. 

Der Radsturz ist beim Auto mit Sicherheit eine der wichtigsten Kennzahlen in der Fahrwerktechnik. Er kann sich nicht nur auf die Lebensdauer der Reifen, sondern auch stark auf das Fahrverhalten auswirken.

Ähnlich wie bei inkorrekt montierten Reifen kann ein falscher Radsturz im schlimmsten Fall zu Unfällen führen. Ein zu starker positiver oder negativer Radsturz beeinträchtigt den Grip des Autos und führt dazu, dass Sie die Kontrolle über Ihr Auto verlieren. Wichtig ist deshalb, den richtigen Radsturz zu kennen und zu wissen, was man beim Radsturz beachten muss.

R+V24 Team Experten rund ums Auto

Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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