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Blaue Umweltplakette – Infos und Antworten

Wenn es nach der Politik geht, kommt nach rot, gelb und grün bald auch blau – und zwar in Form einer Umweltplakette. Die letzten Monate standen ganz im Zeichen der Berichterstattung über das sogenannte Dieselgate von VW. Auch der wiederkehrende Feinstaubalarm in Stuttgart passt in den Kontext. Es geht um den Schadstoffausstoß der Autos. Und während sich die bisherigen Plaketten – rot, gelb und grün – noch auf die Feinstaubbelastung fokussieren, soll sich die blaue Umweltplakette explizit auf die Stickoxide und deren Ausstoß beziehen.

03.05.2016 | R+V24 Team

Seit der Ankündigung zur Einführung stehen viele der blauen Umweltplakette skeptisch gegenüber. Wir stellen für euch alle relevanten Infos zusammen:

Warum soll die blaue Umweltplakette kommen?

Seit 2008 soll die Luftqualität bereits mit Hilfe der Einführung von Umweltzonen in Ballungsgebieten besser werden. Damals einigte man sich auf eine Farbskala von rot über gelb bis zu grün, wobei die Innenstädte in den Umweltzonen nur mit grüner Umweltplakette erreicht werden dürfen.

In einigen Großstädten, wie im erwähnten Stuttgart, werden die von der EU festgelegten Stickoxid-Grenzwerte aber leider dennoch regelmäßig überschritten. Daher wurde bereits im letzten Jahr ein Verfahren von der EU gegen Deutschland initiiert – die Politik steht somit unter Druck und muss handeln, sonst droht ein Bußgeld aus Brüssel.

blaue Umweltplakette

Wann soll die blaue Umweltplakette kommen?

Das weiß offiziell noch niemand. Laut Bundesumweltministerium soll sie noch dieses Jahr kommen. Umweltministerin Hendricks spricht sich klar für die neue Plakette aus. Ihr Kollege, Verkehrsminister Dobrindt, hat jedoch eine ganz andere Haltung und bewertet die blaue Umweltplakette als „unausgegoren und mobilitätsfeindlich„.

Erschwerend hinzu kommt der Ansatz, dass jede Kommune freiwillig entscheiden kann, ob sie die neue Verordnung einführen wollen oder nicht. Einige Bundesländer haben ihr Interesse an einer Umsetzung zwar bereits signalisiert, aber ohne einen spezifischen Zeitraum zu nennen.

Wen betrifft die blaue Umweltplakette?

Auch hier ist noch nichts beschlossen. Aktuell schaut es aber so aus, als ob den blauen Aufkleber an der Windschutzscheibe demnächst Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6, Elektroautos und Benzinfahrzeuge mit Euro 3 spazieren fahren dürfen. Ausgeschlossen werden Dieselauto mit Euro 4- oder Euro 5-Einstufung. Die dürfen zukünftig dann nicht mehr in die Umweltzonen, in der Regel Innenstädte, fahren.

Die Abgas-Norm Euro 6 erlaubt einen maximalen Stickoxid-Ausstoß von 80 Milligramm/km. Diese Norm erfüllen aktuell aber nur recht neue Dieselautos.

Was sind die Folgen für Pkws ohne blaue Umweltplakette?

Folgen hat die neue Plakette aktuell in erster Linie für die Besitzer von Dieselfahrzeugen: Laut Branchenverband sind etwa 13 Millionen Autos betroffen.

Die Euro 6-Norm gibt es zwar schon länger, aber bis in den Sommer 2015 wurden noch Euro-5-Autos verkauft. Im ungünstigsten Fall haben die Besitzer des eigentlich nur ein Jahr alten Dieselfahrzeugs nun bald ein veraltetes Auto. Der Wertverlust ist enorm.

Außerdem kommt natürlich die eingeschränkte Mobilität hinzu. Die Umweltzonen werden wahrscheinlich etwas gelockert – so wird aktuell diskutiert -, aber dennoch wird es ein Fahrverbot für die betroffenen Fahrzeuge in einigen Gebieten geben.

R+V24 Team Experten rund ums Auto

Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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