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Reserve-Benzinkanister im Auto mitführen – was ist verboten und was müssen Sie beachten

Mitten auf der Autobahn und plötzlich ist der Sprit leer. Bis zur nächsten Tankstelle ist es zu weit, als dass Sie diese noch rechtzeitig erreichen. Also ab auf den Rastplatz. Wie geht es weiter? Abschleppdienst anrufen? Automobilclub um Hilfe bitten? Gut, wenn Sie in diesem Fall einen Reservekanister im Auto haben. Aber dürfen Sie Benzinkanister im Auto mitführen?

20.10.2021 | R+V24 Team

Auf der Durchreise, im Urlaub, auf längeren Strecken – vor allem in Regionen, wo Sie sich nicht auskennen – ist es immer von Vorteil, einen Reservekanister für Treibstoff im Auto dabeizuhaben. Er bewahrt Sie vielleicht davor, mitten auf der Landstraße stehen zu bleiben, die nächste Tankstelle noch meilenweit entfernt. Doch wie sicher ist es eigentlich, entzündliches Benzin mit sich zu transportieren und worauf müssen Sie achten, wenn Sie Kraftstoff im Pkw mitführen? Sind Benzinkanister im Auto überhaupt erlaubt oder verboten?

Nicht in jedem Land können Sie problemlos volle Ersatzkanister im Auto dabei haben und auch Benzin aus dem Ausland nach Deutschland einzuführen ist kein Akt ohne Hürde. Wir klären Sie auf!

So viel Kraftstoff darf eine Privatperson im eigenen PKW mitführen

In Deutschland ist für Lkws eine maximale Menge von 60 Litern je Behälter erlaubt, in einem Pkw dürfen Sie 20 Liter Kraftstoff ohne eine besondere Genehmigung transportieren. Allerdings darf nur ein Reservekanister pro Pkw mitgeführt werden. Empfehlenswert ist dies aus Sicherheitsgründen jedoch nicht.  Die ideale Transportmenge beträgt stattdessen um die 10 Liter maximal, ist aber keine gesetzliche Vorschrift. Dabei ist es einerlei, ob es sich um Diesel oder Benzin handelt. Auch mit einem 5l-Benzinkanister oder Dieselkanister im Auto sind Sie für den Notfall bestens ausgerüstet.

Der Reservekanister muss jedoch der Zulassung (RKK) – DIN-Norm 7274 – entsprechen. Das heißt, er muss fest verschließbar, komplett dicht und bruchsicher sein.

Für den Autotransport eignen sich Kanister aus Kunststoff, da sie leichter zu tragen und zu verstauen sind. Allerdings gelten Metallkanister als sicherer, da sie besser abgedichtet sind, sodass weniger Benzindämpfe entweichen können.

Es erklärt sich von selbst, dass Sie solche Kanister nicht an anderer Stelle für Lebensmittel oder den Wassertransport verwenden sollten, wenn diese vorher mit Treibstoff befüllt waren. Kraftstoffreste könnten die Lebensmittel kontaminieren und Vergiftungen im Körper hervorrufen. Allerdings kann ein Kanister, der vorher mit Benzin gefüllt war, bedenkenlos anschließend mit Diesel befüllt werden. Hierbei entstehen keine explosiven Mischungen.

Wo Sie den Kanister im Auto am besten verstauen sollten

Aus Sicherheitsgründen sollten Sie Ihren Kanister im Kofferraum verstauen, möglichst weit von den Fahrinsassen entfernt. Sie können die Verwahrung durch eine Antirutschmatte inklusive Spanngurte sichern. Viele Kraftfahrzeuge besitzen hingegen eine Extra-Vorrichtung im Kofferraum, in der Sie Ihren Kanister sicher verwahren können. In jedem Fall sollten Sie verhindern, dass der Kanister bei scharfen Kurven hin und her geschleudert wird. Im schlimmsten Fall öffnet sich dabei der Kanister und verteilt den Treibstoff im Innenraum. Ist der Benzinkanister im Auto erst mal umgefallen und ausgelaufen, kann es gefährlich werden. Eine gute Fixierung ist eine Grundvoraussetzung für den sicheren Transport eines Reservekanisters.

Maximale Lagerdauer von Kraftstoff in Kanistern

Treibstoff in Kanistern haben eine maximale Lagerdauer von 5 Jahren. Älter darf nämlich ein Reservekanister für Benzin oder Diesel für den Gebrauch nicht sein. Auch der Kraftstoff hat ein gesetzlich festgelegtes Ablaufdatum, auch wenn nach 20 Jahren kein Verschleiß bei Benzin oder Diesel festgestellt werden konnte.

Wenn Sie Ihren Kraftstoff außerhalb des Autos etwa in Ihrer Garage lagern wollen, gilt die Regel, dass Sie bei einer Größe von 100 m³ Fläche maximal 20 Liter Benzin oder 200 Liter Diesel lagern dürfen. Die unterschiedliche Mengenangabe an Treibstoff beruht darauf, dass Diesel deutlich leichter entflammbar ist als Benzin.

Lagern Sie Ihren Kraftstoff in der Garage im Idealfall in Metallkanistern. Diese sind hermetisch besser abgedichtet als solche aus Kunststoff. Die Gefahr, dass Benzindämpfe entweichen, ist geringer.

Wie verhält sich der Benzinkanister im Auto bei Hitze?

Erhöhte Temperaturen und Sonne sind beim Transport eines Benzinkanisters im Auto gefährlich, denn ein leerer bis halb leerer Kanister aus Kunststoff kann sich aufblähen und im schlimmsten Fall platzen. Bei gefüllten Benzinkanistern im Auto können hingegen stinkende Benzindämpfe entstehen, die entweichen und in den Fahrgastraum gelangen können. Dort reicht meistens dann ein Funke und Ihr Auto geht in die Luft. In sehr heißen Ländern oder bei starker Sommerhitze sollten Sie demnach den Transport von Treibstoff in Metallkanistern vorziehen.

Wo Sie Reservekanister kaufen können und wie Sie sie befüllen

Gefüllte Kanister gibt es so natürlich nicht als solche zu kaufen. Sie können Reservekanister im Baumarkt, online oder direkt bei Ihrer Tankstelle kaufen. Bei Ihrer Tankstelle können Sie den Kanister dann auch selbst befüllen oder befüllen lassen.

Stellen Sie dazu den Kanister in sicherem Abstand von Fahrzeugen und Personen auf dem Boden ab. Führen Sie den Einfüllstutzen der Tanksäule in die Öffnung ein und halten Sie ihn zunächst an die Innenseite des Kanisters, anstatt direkt den Rand der Kanisteröffnung zu berühren. Wenn Sie den Zapfhahn manuell bedienen, können Sie eine langsame Einfüllung ohne Überlaufen eher erreichen, als wenn Sie den Abzug der Zapfpistole arretieren.

Mit dem Reservekanister ins Ausland und zurück

Die Bestimmungen für den Transport von Treibstoff und seine Menge sind von Land zu Land sehr verschieden. Demnach ist es empfehlenswert, dass Sie Ihr Reserve-Benzin aus dem Kanister in den Auto-Tank füllen, wenn Sie mehrere Länder durchqueren und sich bezüglich der Richtlinien nicht sicher sind. Ansonsten müssen Sie unter Umständen mit Geldstrafen rechnen. Wenn Sie einen mehr als 20 Liter vollen Benzinkanister im Auto nach Deutschland einführen, müssen Sie beim Zoll eine Mineralölsteuer entrichten.

In den meisten Ländern ist der Transport von 10 Liter Kraftstoff erlaubt:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Frankreich
  • Italien
  • Lettland
  • Niederlande
  • Österreich
  • Portugal
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechien
  • Ungarn
Land Erlaubte Kraftstoffmenge in Kanistern
Bulgarien Mitnahme verboten
Estland 20 Liter
Griechenland Mitnahme verboten
Kroatien Mitnahme verboten
Liechtenstein 25 Liter
Litauen 20 Liter
Luxemburg Mitnahme verboten
Montenegro 5 Liter
Nordmazedonien 20 Liter
Polen 20 Liter
Rumänien Mitnahme verboten
Schweiz 25 Liter
Serbien 5 Liter
Slowakei 20 Liter
Türkei 25 Liter

Aus Sicherheitsgründen dürfen Sie außerdem in folgenden Ländern keinen Reservekanister mit auf die Fähre nehmen:

  • Großbritannien
  • Irland
  • Island
  • Zypern

Auch in diesen Ländern kann unter Umständen beim Reisen mit Fähre ein Verbot von Kraftstoffkanistern im Pkw vorliegen:

  • Dänemark
  • Finnland
  • Norwegen
  • Schweden

R+V24 Team Experten rund ums Auto

Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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