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Hochwasserwarnung: Welche Hochwasserwarnstufen gibt es?

Hochwasser ist ein natürliches Phänomen. Dennoch kann es sowohl für Menschen als auch für deren Besitztümer gefährlich werden. Um die Bevölkerung zu informieren, gibt es spezielle Hochwasserwarnungen sowie Hochwasserwarnstufen. Durch diese will die Bundesregierung gewährleisten, dass alle Bürger sich der Gefahr bewusst sind.

16.08.2021 | R+V24 Team

Jahrhundertfluten sind alle paar Jahre ein relevantes Thema in den Medien. Große Wassermassen zerstören Häuser, beschädigen Autos und kosten Leben. Oftmals wird hinterher darüber gesprochen, dass die Warnhinweise zu spät kamen oder dass die Hochwasserwarnungen versagt hätten. Doch stimmt das wirklich? Erkennt die Bevölkerung einzelne Hochwasserwarnstufen nicht mehr als solche? Und wenn ja, woran liegt das? Wir haben uns mit dem Thema Überschwemmungen und Hochwasser für Sie auseinandergesetzt.

Was ist Hochwasser? Eine Definition

Man spricht immer dann von Hochwasser, wenn es sich um eine zeitlich begrenzte Überschwemmung in Gebieten handelt, die normalerweise nicht von Wasser bedeckt sind. Dies bezieht sich folgende Situationen:

  • Steigendes Meerwasser in Küstenregionen
  • Über das Ufer tretende Gewässer wie Flüsse und Bäche
  • Überschwemmungen durch Grundwasser

Im Normalfall handelt es sich bei Hochwasser um einen vollkommen natürlichen Umstand. Von einer Flutkatastrophe wird immer erst dann gesprochen, sobald menschliche Werte betroffen sind – beispielsweise vollgelaufene Keller, zerstörte Häuser, beschädigte Fahrzeuge oder auch verlorene Menschenleben. In diesen Fällen werden Hochwasserwarnungen an die Bevölkerung gerichtet.

Entstehung von Hochwasser

Zu einem steigenden Wasserpegel kann es durch folgende Ursachen kommen:

  • Dauerregen über einen längeren Zeitraum
  • Starkregen
  • Schneeschmelze

Bei allen genannten Varianten liegt das Problem darin, dass das Grundwasser steigt und/oder die Niederschläge nicht mehr im Boden versickern können.

Amtliche Unwetterwarnungen: Wetterberichte werden meist unterschätzt

Häufig werden im Wetterbericht Hochwasserwarnungen erwähnt, oft aber von der Zuhörerschaft ignoriert. Das liegt daran, dass die Prognosen nicht immer zutreffend sind. Aus diesem Grund wird Hochwassergefahr unterschätzt. Dabei geht der Deutsche Wetterdienst von vier Hochwasserwarnstufen aus:

Bezeichnung

Alarmstufen Hochwasser

Anmerkungen

Amtliche Warnung

1

Gefährdungen

Amtliche Warnung vor markantem Wetter

2

lokale oder einzelne Schäden

Amtliche Unwetterwarnung

3

Verbreitete Schäden, Vermeidung von Aufenthalten im Freien

Amtliche Warnung vor extremem Unwetter

4

Potenzial für lebensgefährliche Situationen mit großen Schäden

Gerade die Stufen 1 und 2 häufen sich in der Berichterstattung. Hierbei sind die Folgen jedoch überschaubar, meist treten kaum bis gar keine Schäden auf. Sollte der Hochwassernachrichtendienst allerdings von Stufe 3 oder 4 ausgehen, empfiehlt es sich, die Hochwasserwarnungen zu berücksichtigen und vorsichtig zu sein.

Wer ist zuständig für Katastrophenschutzmeldungen?

Warnungen, egal ob Hochwasser oder andere Katastrophen, spricht das Innenministerium aus. Zu diesem gehört auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die einzelnen Bundesländer können zunächst agieren, Hochwasserwarnungen und Katastrophenhilfe werden jedoch durch den Bund koordiniert. Das bedeutet:

  1. Der Bund bewertet die aktuelle Situation und koordiniert die entsprechenden Maßnahmen.
  2. Die einzelnen Bundesländer veröffentlichen Hochwasserwarnungen.
  3. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) geben u.a. Hochwasserwarnstufen heraus.

Katastrophenalarm bei Hochwasser: Hochwasserwarnungen in Deutschland

Naht eine Flutkatastrophe, haben Bund und Länder verschiedene Optionen, um die Bevölkerung vor der anstehenden Hochwasserkatastrophe zu warnen.

1. Das Fundament bildet MoWaS

Hierbei handelt es sich um das bundeseigene, modulare Warnsystem. Dieses verschickt via Satelliten und GIS (GeoInformationsSystem) beispielsweise Hochwasserwarnungen an die entsprechenden Regionen, damit diese alle Maßnahmen zum Hochwasserschutz einleiten können.

Warnmeldungen bei Hochwasser werden unter anderem an folgende Warnmittel der Bundesregierung weitergeleitet:

  • Warn-Apps
  • Radio
  • Fernsehen
  • RSS-Feed
  • Warn-Websites
  • Stadtinformationstafeln
  • Fahrgastinformationssysteme
2. Hochwasserinformationen: Warnung per App

Egal, ob Unwetter- oder Hochwasserwarnungen, folgende Apps geben Ihnen Auskunft über Starkregen, Überschwemmungen und Überflutungen:

Zudem gibt es verschiedene Warn-Apps, die speziell über bestimmte Regionen informieren. Sie erhalten zudem Details zu Checklisten und Gegenmaßnahmen, wenn Sie von Hochwasserwarnstufen betroffen sind.

3. Radio

Landesweit spielen alle Radiosender vom Bundesamt veröffentlichte Hochwasserwarnungen ab. Sie erhalten notwendige Informationen und werden beispielsweise über veränderte Hochwasserwarnstufen unterrichtet.

4. Fernsehen

Um so viele Bevölkerungsgruppen wie möglich zu informieren, arbeiten die Behörden in Katastrophenfällen auch mit Fernsehanstalten zusammen. Hochwasserwarnungen werden nicht nur während der Nachrichten veröffentlicht, sondern ebenfalls durch Sondersendungen oder Einspieler.

5. RSS-Feeds

Pressemeldungen und Nachrichten – im digitalen Zeitalter gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich mittels RSS-Feeds über das aktuelle Geschehen zu informieren. Diese geben ebenfalls einen Überblick darüber, wo Hochwasser vorherrscht oder wer sich besser für den Fall der Fälle vorbereiten sollte.

6. Warn-Websites

Wer weitere Details über Hochwasserwarnungen erhalten oder sich über Hochwasserwarnstufen informieren möchte, kann dies beispielsweise warnung.bund tun.

7. Warntafeln und Fahrgastinformationssysteme

In vielen Städten gibt es sogenannte Stadtinformationstafeln. Diese beinhalten unter anderem Details über den jeweiligen Ort, den Sie besuchen. Sind die Tafeln zusätzlich an das Warnsystem des Bundes angeschlossen, können die Städte sie für die Flutschutz nutzen. Ebenso verhält es sich im Nah- und Fernverkehr. Auch hier gibt es eine Vielzahl an Bildschirmen, die normalerweise die nächste Haltestelle anzeigen, jedoch ebenfalls für Hochwasserwarnungen genutzt werden können.

8. Sirenen

Vor Jahrzehnten wurden flächendeckend Sirenen-Warnanlagen in der Bundesrepublik eingesetzt, um die Bevölkerung vor Katastrophen zu warnen. Nachdem in den 90er Jahren diese Aufgaben jedoch den Ländern und Kommunen übergeben wurden, sind viele Sirenen verschwunden. Sie wurden abgebaut. Dabei stellen sie ein effektives Mittel bei der Warnung der Menschen dar. Dennoch wissen viele Personen nicht mehr, was die einzelnen Töne bedeuten. Wir haben Ihnen eine Liste der einzelnen Erdbeben-, Katastrophen- und Hochwasserwarnstufen zusammengestellt:

Ton

Was er bedeutet

Auf- und abschwellender Heulton (Dauer: eine Minute)

Unwetter, Hochwasser, Großbrände, Erdbeben, Lawinen etc.

 

Krankheitserregern, Krieg, Waffengefahr.

ABC-Alarm (Dauer: 12 Sekunden, dann 12 Sekunden Pause)

Freisetzung gefährlicher Stoffe

Dauerton, gleichbleibend (zweimalige Unterbrechung)

Feuerwehr

Dauerton (einminütig)

Entwarnung

9. Durchsagen

Achten Sie im Katastrophenfall auf Lautsprecherdurchsagen der Polizei oder der Feuerwehr. Diese geben Ihnen nützliche Informationen und klären Sie über die aktuelle Situation auf. Sie erfahren ebenfalls, welche Gebiete Sie meiden sollten. Handelt es sich um Hochwasserwarnungen, wird Ihnen ebenfalls mitgeteilt, ob Ihre Region betroffen ist.

Wie können Sie sich vor Hochwasser schützen?

Werden Hochwasserwarnungen ausgesprochen und Sie befürchten, dass Sie davon betroffen sein könnten, dann gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Holen Sie wichtige Dinge aus dem Keller in Ihre Wohnung. Gerade bei Sturzfluten ist es sehr gefährlich, wenn Sie noch schnell etwas aus dem Keller hochholen wollen. Im schlimmsten Fall werden Sie in Ihren Räumlichkeiten eingeschlossen und können diese nur mit Hilfe der Feuerwehr wieder verlassen.
  2. Kaufen Sie Lebensmittel und Wasser sowie relevante Dinge wie Batterien und Medikamente ein, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.
  3. Bringen Sie Ihre Haustiere, Kinder oder eingeschränkte Angehörige in Sicherheit – zum Beispiel zu Verwandten.
  4. Verstauen Sie persönliche Dinge (Fotos, Briefe etc.) so, dass Wassermassen sie nicht erreichen können. Sofern Sie einen Dachboden haben, bietet sich dieser an.

Wir empfehlen Ihnen die Checkliste des Bundes. Hier erfahren Sie alles darüber, welche Dinge Sie in welcher Menge vorrätig haben sollten.

Ganz wichtig: Es gibt Menschen, die betreiben Hochwassertourismus, sobald sich Hochwasserwarnungen bestätigt haben. Bitte tun Sie das nicht! Zum einen bringen Sie sich selbst in Gefahr. Zum anderen behindern Sie die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit. Bedenken Sie zudem, dass die Betroffenen eventuell ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben. Die Situation ist bereits schlimm genug. Stellen Sie sich vor, wie es Ihnen gehen würde. Sie würden sicherlich auch keine Gaffer vor Ort haben wollen. Übrigens: Es gibt hohe Bußgelder und Strafen für Gaffer!

Was tun bei Hochwasser?

Sie sind von Überschwemmungen betroffen bzw. das Hochwasser ist auf dem Weg zu Ihnen? Bewahren Sie Ruhe und gehen Sie Schritt für Schritt vor:

  1. Haben Sie ausreichend Lebensmittel, Wasser, Medikamente?
  2. Schließen Sie die Fenster im Keller und Erdgeschoss. Achtung: Betreten Sie den Keller nur, wenn noch kein Wasser eingetreten ist!
  3. Dichten Sie alle Öffnungen ab, durch die Wasser eindringen kann.
  4. Nehmen Sie elektrische Geräte vom Strom. Dies ist vor allem in Räumen wichtig, die volllaufen könnten. Ist das Wasser bereits da, nehmen Sie lieber die Sicherung raus und betreten Sie den Raum nicht mehr.
  5. Lassen Sie bei Starkregen das Auto stehen. Es ist nicht sinnvoll, durch bereits überflutete Straßen zu fahren. Sie können Ihr Fahrzeug beschädigen oder sogar steckenbleiben.
  6. Sobald Hochwasserwarnungen ausgesprochen werden, sollten Sie Ihr Auto aus Tiefgaragen entfernen.
  7. Sie wollen helfen? Sicherlich ist man Ihnen dankbar. Denken Sie aber zuerst an Ihre eigene Gesundheit. Niemandem ist geholfen, wenn Sie sich in Gefahr bringen, um eine andere Person zu retten.

Ganz wichtig: Halten Sie sich an die Anweisungen der Einsatzkräfte. Die wissen am besten, wie sie eine Situation einzuschätzen haben. Eigenmächtige Handlungen können dazu führen, dass Sie sich selbst oder andere in Gefahr bringen.

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Mehr als nur die Versicherung von Fahrzeugen! Das R+V24-Team der Kfz-Versicherung schreibt über Erfahrungen sowie Kenntnisse rund um das Thema Auto, Motorrad, Roller und Co. So arbeitet ein bunt gemischtes Team daran, die Faszination und das Wissen für alles auf Rädern hier im Magazin zu teilen.

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