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VW Golf 8 GTD

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VW Golf 8 GTD Fahrbericht | Test | Review

GTD! Wofür steht das eigentlich? Für getunter Turbodiesel? Das passt irgendwie, ist laut Marketing-Sprech von Volkswagen aber die Abkürzung für „Grand Tourismo Diesel“. Und das passt zum Volkswagen Golf GTD, wie die Faust aufs Auge. Aber passt es auch in die heutige Zeit? Ein Diesel im Elektro-Zeitalter? Wir sind den Volkswagen Golf 8 GTD gefahren und haben ihn dem Drive Check unterzogen!

09.12.2020 | Jens Stratmann

VW Golf 8 GTD Test

Volkswagen Golf 8 GTD Design Check

Wir schreiben das Jahr 1982: Der erste Golf GTD rollt auf unsere Straßen. Damals sorgte ein Garret-Turbolader für 70 PS und stämmige 130 Nm. Heute kann man darüber nur lächeln. Der Volkswagen Golf 8 GTD bietet von allem etwa das Dreifache – aber dazu später mehr. Wir wollen uns die aktuelle Generation des Wolfsburger Verkaufsschlagers als GTD einmal genauer ansehen.

VW Golf 8 GTD Review

Man erkennt den Volkswagen Golf 8 GTD ganz klar als Golf – das war auch schon beim Golf 6 und Golf 7 so. Was macht ihn aber aus, den Volkswagen Golf 8 GTD? Da wären zum einen die serienmäßigen LED-Scheinwerfer, die mit einer beleuchteten Lamelle unterhalb der Motorhaube miteinander verbunden sind. Dennoch: die Empfehlung geht klar in Richtung der optionalen Matrix-LED-Scheinwerfer, denn mehr Licht heißt mehr Sicht und die bringt mehr Sicherheit. Zumal die tagähnliche Ausleuchtung den Aufpreis wert ist. Ansonsten zeigt der Volkswagen Golf 8 GTD die Insignien, die auch der GTI mitbringt: Da wären der Kühlergrill, der sich bis in die Scheinwerfer zieht, Lüftungsgitter im Wabendesign oder rote Bremssättel. Klar: Rot ist aggressiv und wirkt sportlich. Allzu sportlich wirkt der GTD mit seinen serienmäßigen 17-Zoll-Felgen allerdings nicht. Optional sind 18- oder 19-Zoll-Felgen erhältlich; letztere dann mit 235/35R19 Reifen. Damit ist die Optik dann wieder in Ordnung.

Was bedeutet eigentlich GTD?

Am Heck ein ähnliches Bild, wie beim noch sportlicheren Golf 8 GTI: ein Dachspoiler, der die Proportionen etwas streckt, sowie ein angedeuteter Diffusor. An den Abmessungen ändert sich hingegen nichts: Der Volkswagen Golf 8 GTD ist 4,29 m lang, 1,79m breit und 1,48 m hoch. Der Radstand bleibt natürlich ebenfalls bei 2,63 m. Und sonst? Da wäre noch etwas! Nämlich die beiden dezenten Endrohre auf der Fahrerseite. Keine Fake-Blenden, sondern echte Endrohre. Das darf gerne so bleiben. Selbst in Elektro-Zeiten.

VW Golf 8 GTD Innenraum

Volkswagen Golf 8 GTD Innenraum Check

Auch im Innenraum erwarten den Fahrer keine Überraschungen. Sofern jener den Golf 8 kennt, schließlich ist auch der Volkswagen Golf 8 GTD typisch Golf. So blickt man auf zwei große Displays und sucht Knöpfe und Tasten vergebens. Änderungen zum Normalo-Golf findet man aber trotzdem. Zum Beispiel in Form rot inszenierter Instrumente. Hinzu kommen die typischen Karomuster auf den Sitzflächen und ein kleiner, dezenter GTD-Schriftzug im Lenkrad. Jenes ist im Übrigen Grund für manche Fehlbedienung. Durch die Abwesenheit von Schaltern und Tasten, aber den Ersatz durch digitale Touchflächen, kommt es ab und an zu unbeabsichtigten Betätigungen. Außerdem muss man immer wieder hinsehen, wenn man die Lautstärke verstellen oder den Bordcomputer bedienen will, was über klar definierte Tasten klar besser von der Hand ginge.

Die Smartphonehalterung hat es in sich!

Bekannt ist wiederum der DSG-Wahl-Knubbel in der Mittelkonsole. Vor ihm befindet sich ein Ablagefach für das Smartphone mit induktiver Ladefunktion. Damit das mobile Gerät nicht wild hin und her fliegt, lässt es sich mit einer Klappe befestigen.

Das Muster zieht sich durch!

Gut befestigt fühlt man sich ebenfalls auf den Vordersitzen im „Integral-Design“. Sprich: Das vordere Gestühl kommt ohne verstellbare Kopfstütze aus. Das passt aber ganz gut, von der tollen Optik ganz zu schweigen. Zudem lassen sich die Sessel in allerlei Richtungen verstellen, sodass sich mit der Gurthöhenverstellung eine optimale Sitzposition ergibt. Der Halt ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern, ohne jedoch zu kneifen.

Der VW Golf 8 GTE Kofferraum!

Hinten ist es zwar etwas enger, aber mit zwei Erwachsenen lässt es sich auf der Rückbank aushalten. Der dezent beengte Raum ist tatsächlich besser, als er sich anfühlt. Ein Umstand, der den wuchtigen Vordersitzen geschuldet ist, die die Sicht der Passagiere auf der Rückbank nach vorn einschränkt. Einmal Platz genommen, kann man aber auch weitere Strecken gut hinter sich bringen. Der Laderaum misst dabei – wie in jedem Golf 8 – 374 bis 1.230 Liter. Wer mehr Platz benötig, muss auf den Variant warten.

VW Golf 8 GTE Antrieb!

Volkswagen Golf 8 GTD Motoren Check

Schauen wir unter die Haube. Hier finden wir einen typischen 2.0 TDI, sprich: Einen Vierzylinder-Turbomotor. Jener generiert 147 kW/200 PS sowie 400 Nm ab 1.750 U/min und ist dank doppelter SCR-Katalysatoren aber ein sauberer Zeitgenosse.

Seine Kraft leitet er über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder und ist in 7,1 Sekunden auf 100 km/h gespurtet. Lässt man den Volkswagen Golf 8 GTD laufen, schafft er es auf 245 km/h Spitzengeschwindigkeit. Lässt man hingegen es ruhig angehen, sind die 5,2 bis 5,5 Liter Diesel auf 100 km zu erreichen – und das ist bei 200 PS aller Ehren wert.

Die neuen VW Golf 8 Scheinwerfer

Volkswagen Golf 8 GTD Fahreindruck Check

Überhaupt: Der Volkswagen Golf 8 GTD ist ein Gran Turismo! Entsprechend lässt sich das optionale, adaptive Fahrwerk abstimmen. Es kann extrem komfortabel sein oder sehr sportlich – ganz nach Wahl. Die Spreizung ist wirklich gelungen. Hinzu kommen die Fahrmodi Eco, Komfort, Sport und Individual. Jene beeinflussen auch die Rückstellkräfte der elektromechanischen Servolenkung, die unter dem Strich recht feinfühlig agiert und als direkt bezeichnet werden darf.

Die Kommando-Zentrale!

Auf der Testfahrt, die einen hohen Stadtanteil enthielt, genehmigte sich der Volkswagen Golf 8 GTD 5,7 Liter im Schnitt – ein wirklich toller wert. Klar, wer die 400 Nm oft nutzt, auf der Autobahn zu den Schnellen gehört und die Landstraße zum Kurvenwetzen nutzt, der braucht natürlich mehr. Aber das überlässt man dann doch eher dem GTI, oder?

Wobei: Der Volkswagen Golf 8 GTD beschleunigt sehr ordentlich – da gibt es nichts zu meckern. Einzig den Sound des Diesels im Sport-Mode darf man als etwas zu synthetisch bemängeln. Aber das ist – wie immer – Geschmackssache. Ganz nach unserem Geschmack fiel die Bremse aus, die auf vier innenbelüftet Scheiben vertraut. Ein guter Druckpunkt und das Gefühl, jederzeit Herr der Lage sein, schaffen Vertrauen. Selbst das DSG machte einen tollen Job, sodass man nie das Gefühl hatte, selbst eingreifen zu müssen oder zu wollen.

Der vernünftigste "G"olf?

Volkswagen Golf 8 GTD Preis Check

38.114,30 Euro inklusive der aktuellen 16 Prozent Mehrwertsteuer kostet der Volkswagen Golf 8 GTD. Kein Pappenstiel! Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass der Vorgänger bei rund 34.000 Euro startete. Der Golf 8 GTE ist mit knapp 41.700 Euro gar nicht mehr so weit davon entfernt – die Umweltprämie noch nicht einberechnet. Da wird die Luft für den GTD etwas dünn.

Volkswagen Golf 8 GTD Zielgruppencheck und Fazit

Ein Diesel in der heutigen Zeit? Eindeutig ja! Der Volkswagen Golf 8 GTD ist wirklich sportlich, ein typischer Golf, erlaubt sich also keine groben Schnitzer und knausert dabei herrlich mit dem Verbrauch. Es ist schon wirklich erstaunlich, dass man ein 200 PS-Auto mit einem Verbrauch mit einer Fünf vor dem Komma fahren kann, ohne Verkehrshindernis zu sein. Hinderlich ist einzig die Reduktion der Tasten und Drehregler im Innenraum, die hier und dort zur Fehlbedienung führt. Aber daran wird man sich gewöhnen (müssen). So bleibt der Volkswagen Golf 8 GTD ein dynamischer Kompakter für Vielfahrer, die ihn sich leisten können.

Jens Stratmann Automobil-Journalist

Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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