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VW Golf 8 Fahrbericht | Test | Review

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VW Golf 8 Fahrbericht | Test | Review

Evolution statt Revolution: Das ist seit jeher das Motto, wenn es um den Volkswagen Golf geht. Und musste man bei manchem Generationswechsel noch ganz genau hinsehen, unterscheiden sich Volkswagen Golf 7 und Golf 8 doch etwas klarer voneinander. Den Innenraum haben die Wolfsburger noch deutlicher umgekrempelt. Wie viel Golf steckt noch in der achten Generation? Der Drive Check geht dem nach!

23.01.2021 | Jens Stratmann

VW Golf 8 Fahrbericht Frontansicht

VW Golf 8 Design Check

Ein Golf ist ein Golf, basta! Nun, irgendwie stimmt das schon. Zwar strafften die Niedersachsen das Blechkleid des Bestsellers deutlich, aber man erkennt auf den ersten Blick, wessen Eltern Kind gerade angerollt kommt. Es sind, wie immer, die Details, die das große Ganze ergeben. So wuchs der Volkswagen Golf 8 um zwei Zentimeter auf insgesamt 4,28 m. Es gibt größere Vertreter in der Kompaktklasse.

VW Golf 8 R+V24 Drive Check

Bleiben wir bei den Details: Volkswagen hat nicht nur ein neues Markenlogo inklusive neuer CI (Corporate Identity) entworfen, sondern verpasst dem Golf 8 auch ein neues Markenzeichen. Das runde VW-Emblem an der Front ist nun dreidimensional gestaltet und setzt sich ein wenig von der Karosserie ab. Tuningfreunde werden beim daraus resultierenden Halbmond in der Motorhaube die Augen verdrehen, schließlich steht ein „cleaner“ Grill bei ihnen hoch im Kurs. Und da wir schon beim Thema sind: Der Grill fällt sehr schmal aus und verbindet die Scheinwerfer miteinander. Jene sind übrigens immer in LED-Technik ausgeführt. Es gibt drei Varianten, die hochwertigste gipfelt in Matrix-LED-Scheinwerfern. Eine Etage weiter unten wartet ein großer Lufteinlass darauf, einen sportlichen Eindruck zu machen. Je nach Version – es gibt wieder einen GTD, GTE, GTI und R – fallen die Stoßfänger „sportlicher“ oder zahmer aus.

Betrachtet man die Seitenlinie, erkennt man am ehesten die typische Golf-Form: kurze Überhänge, wenig Sicken und Kanten und die typisch-breite C-Säule – alles da! Auffällig ist die konturierte Motorhaube, die etwas heraussticht. Außerdem steht die Heckscheibe nun einen Hauch schräger. Hätten Sie nicht erkannt? Wir auch nicht… Nicht erkennen ist das nächste Stichwort: Am Heck muss man als Laie durchaus zwei Mal hinsehen. Die Heckleuchten sind nun L-förmig gestaltet und die Heckschürze anders ausgeformt. Ansonsten ähnelt der Volkswagen Golf 8 seinem Vorgänger stark. Die Frontpartie gibt beim neuesten Streich also den Ausschlag zur Differenzierung.

VW Golf 8 Probefahrt Blick in den Innenraum vorne

VW Golf 8 Innenraum Check

Ähnlichkeiten zum Vorgänger gibt es im Innenraum hingegen nur an einer Stelle: Hier wie dort fehlt dem Infotainment der Drehknopf für die Lautstärke. Die Bedienung über Taster oder virtuelle Flächen ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Das Design ist allerdings chic – das muss auch gesagt sein. Aber steigen wir doch erstmal langsam in den neue Innenraumwelt des Volkswagen Golf 8 ein.

Grundsätzlich fühlt man sich ein wenig, wie auf der Kommandobrücke in einem Raumschiff. Knöpfchen und Tasten glänzen durch Abwesenheit. Dafür gibt es riesige Displays und eine Ambiente-Beleuchtung. Jene kann in blau gewählt werden, sodass man sich ein wenig an die Instrumentenbeleuchtung des Golf 4 zurückerinnert. Wie in diesem, ist das Cockpit zum Fahrer geneigt – kein Jet-Feeling, aber der Fahrer fühlt sich angenehm integriert .

Hat man das alles sacken lassen, fällt auf, dass es keine Klimaregelung mehr gibt. Das heißt: Natürlich gibt es sie, aber sie nur ist in einem Menü über eine Vorwahltaste („Climate“) zu erreichen. Das mag insgesamt vielleicht die Kosten in der Cockpit-Produktion senken, da man weniger Knöpfe produzieren muss, verlangt aber Aufmerksamkeit vom Fahrer. Und diese sollte doch eigentlich auf den Straßenverkehr gerichtet sein!? Andererseits kann man viel per Sprachsteuerung regeln – so auch das Klima. Unterstützung beim Fahren bietet ohnehin eine ganze Armada an Assistenzsystemen. Schade trotzdem, dass sich vieles nicht mehr blind bedienen lässt. So auch der Lichtschalter: Vorbei die Zeiten des Drehschalters, links neben dem Lenkrad. Tasten sind nun angesagt! Halb so wild, da das Licht ohnehin meistens in der „Auto“-Stellung bleibt.

Und sonst? Die Instrumente sind natürlich digital. Die Menüs des Infotainments sind nicht nur brillant dargestellt, sondern auch leicht zu verstehen. Obendrein kann man sich das Infotainment personalisieren. Apple CarPlay und Android Auto verstehen sich mittlerweile von selbst. Aber wie sieht es mit den typischen Golf-Tugenden aus? Auch der Volkswagen Golf 8 bietet gute Platzverhältnisse für vier Erwachsene und wirft bereits in der Basis gut ausgeformte Vordersitze in die Waagschale. Der Kofferraum bleibt bei den bekannten 380 Litern Volumen.

VW Golf 8 Motoren Check

Dass alle Motoren des neuen Volkswagen Golf 8 die Euro 6d-Temp Abgasnorm erfüllen, darf als klar gelten. Gerade Volkswagen lässt sich beim Abgas-Thema nicht mehr lumpen. Viel interessanter ist, dass nun viele Motorvarianten mit einem 48V-Bordstromnetz verbunden sind und über einen 48V-Riemenstartergenerator verfügen. Sprich: Teilstücke lassen sich rein elektrisch zurücklegen. Rekuperation ist ohnehin obligatorisch.

Blick unter die Motorhaube

Zur Wahl stehen – um etwas konkreter zu werden – zwei 1.0 TSI mit 90 bzw. 110 PS. Die nächsten Leistungsstufen stehen mit 130 und 150 PS im Programm und werden vom 1.5 TSI übernommen. Ab 110 PS kann man ein „e“ vor der TSI bekommen. Sprich: Der Volkswagen Golf 8 fährt mit dem 48V-Bordstromnetz vor.

Bei den Dieseln sind zunächst zwei 2.0 TDI vorgesehen. Sie leisten 115 oder 150 PS. Ein GTD, der voraussichtlich 190 PS leisten wird, wenn man sich einmal den Konzernbaukasten anschaut, steht in den Startlöchern. Dasselbe gilt natürlich für den Golf GTI und Golf R.

Bekannt ist auch das Angebot an Plug-In-Hybriden. Der Volkswagen Golf 8 eHybrid wird 204 PS leisten und liegt damit auf dem Niveau des Golf 7 GTE. Der Volkswagen Golf 8 GTE legt eine ganze Schippe drauf und bietet stolze 245 PS – das ist das Niveau des Golf 7 GTI Performance. Wer sprichwörtlich „Gas“ geben möchte, wird von den Wolfsburgern nicht im Regen stehen gelassen. Der 1.5 TGI wird mit CNG betrieben und leistet 130 PS.

Hinten fiel die Überarbeitung dezenter aus!

Volkswagen Golf 8 Preis Check

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Günstigste im Kompaktklasse-Land? Nun, der Volkswagen Golf 8 wird es nicht sein. Zu hochwertig ist das Fahrzeug, zu vollgestopft mit toller Technik. Wir erinnern uns: Das Cockpit kommt mit digitalen Instrumenten, einem 8,25 Zoll-Infotainment (mindestens), mit einer Klimaautomatik und einigem mehr. Außerdem funkeln vorn Voll-LED-Scheinwerfer serienmäßig. Und das kostet einfach. Ab 20.395,00 € geht es los.

Von vorne erkennt man den VW Golf 8 auf den ersten Blick!

Volkswagen Golf 8 Zielgruppencheck und Fazit

Der Golf ist klassenlos. Vom Bauarbeiter zum Studienrat, vom Azubi zum Rentner – alle fahren Golf. Mal als Variant, mal als Fünftürer. Vorerst werden sich Interessenten für den Volkswagen Golf 8 als Hatchback anfreunden müssen, da der Variant noch auf sich warten lässt. Einen Dreitürer wird es nicht mehr geben.

Wir glauben, dass sich auch die achte Generation des Kompakt-Bestellers bestens verkaufen wird. Natürlich muss man wieder glänzen und das schaffen die Niedersachsen. Der Golf 7 wirkt – besonders, wenn man ihn direkt neben den Golf 8 stellt – nicht mehr taufrisch, während das neue Modell Begehrlichkeiten weckt. Modern, technoid, cool – all das kann der Volkswagen Golf 8. Fragt sich nur, ob auch eine ältere Klientel mit dem neuen technischen Standard zurechtkommt oder ob wir in Zukunft Rentner mit lautschallender Musik auf der Mittelspur beobachten können, die ohne Licht fahren, weil sie weder wissen, wie man jenes einschaltet oder den Drehregler für die Lautstärke suchen.

Jens Stratmann Automobil-Journalist

Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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