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Subaru Impreza

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Subaru Impreza Fahrbericht | Test | Review

Beim Subaru Impreza hat man ja sofort diese Konnotation mit dem Rallye-Sport. Knallig-blauer Lack, goldene Felgen, Lufthutzen und ein riesiger Spoiler auf dem Kofferraumdeckel. Beim Test des Subaru Impreza 2.0 ie nehmen wir all dies und legen es ad acta. Der japanische Kompakte ist nämlich kein Sportsfreund im schrillen Rallye-Gewand, sondern ein erwachsener, elektrifizierter Kompakter. Und dessen Alltagstalente betrachten wir im Drive Check!

09.12.2020 | Jens Stratmann

Subaru Impreza Test

Subaru Impreza 2.0 ie Design Check

Vielleicht holen wir doch etwas aus und sehen uns das Firmenlogo ein wenig genauer an, schließlich ist Subaru in unseren Gefilden nicht gerade häufig vertreten. So vereinigen sich in diesem Badge sechs japanischen Firmen, die mit sechs Sternen dargestellt werden. Subaru selbst bedeutet übrigens „sich zusammentun“ – passt also. Direkt unter dem Markenlogo versteckt sich die Frontkamera, die das Parken erleichtern soll. Und Impreza? Das ist ein Wortgebilde, steht aber für „Impression“ – also Eindruck.

Subaru Impreza Abmessungen

Und wie sieht der erste Eindruck des Subaru Impreza 2.0 ie aus? Geprägt von schmalen LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht in einem geschwungenen C-Bogen und einem kleinen, aber markanten Kühlergrill mit breiter Chrom-Strebe, wirkt der Kompakte ernst. Die breiten Lufteinlässe darunter, die außen ebenfalls elegantes Chrom tragen, kombinieren Sportlichkeit mit Eleganz. Die 17-Zoll-Leichtmetallfelgen wirken hingegen etwas klein und in den voluminösen Radkästen etwas verloren. Ansonsten gefällt die Seitenansicht mit markigen Sicken und Kanten, die nach hinten hin ansteigen, sowie mit sicheren Bügel-Türgriffen.

Am Heck erwarten den Betrachter auffällig große Rückleuchten, sodass ein etwas barocker Eindruck entsteht. Das recht zerklüftete Heck unterstreicht dieses Gefühl. Alles wirkt etwas gedrängt und beengt. Woran das liegt? Neben den Schriftzügen befindet sich auch das Kennzeichen in einer großen Mulde in der Heckklappe und staucht das Heck.

Schöne Farbe, oder?

Kommen wir zu den Abmessungen: Der Subaru Impreza 2.0 ie misst 4,48m in der Länge, ist 1,78 m breit, streckt sich mit Außenspiegeln auf 2,01 m Breite und kommt auf eine Höhe von 1,52 m. Andere Kompakte sind etwas flacher, der Impreza bietet aber immerhin 13,5 cm Bodenfreiheit – da kommen manche SUVs nicht mal mit!

Subaru Impreza Innenraum

Subaru Impreza 2.0 ie Innenraum Check

Und im Innenraum? Bietet der Subaru Impreza 2.0 ie hier ebenfalls SUV-Elemente? Eine hohe Sitzposition etwa? Man nimmt auf schicken Ledersitzen Platz und fühlt sich tief in das Fahrzeug integriert. Das liegt sowohl am Gestühl, wie auch am guten Einstellbereich des Lenkrads, das in der Tiefe und der Höhe justiert werden kann. Allerdings ist es mit Tasten etwas überfrachtet – ein Gegenentwurf zum Volkswagen Golf, Seat Leon oder Skoda Octavia der aktuellen Generation.

Sitzprobe? Bestanden!

So befinden sich auf der linken Lenkradspeiche die Regelung der Lautstärke sowie eine Infotaste für das Display, das mittig auf dem Armaturenbrett angebracht ist. Dazu kommen, weiter unten, die Tasten für den Bordcomputer, also das Display zwischen den analogen Instrumenten. Die runden Uhren lassen sich bestens ablesen und sind eine Wohltat in Zeiten von digitalen Displays. Aber zurück zum Lenkrad: auf der rechten Speiche warten die Elemente für den adaptiven Tempomaten, den Spurhaltewarner und die „View“-Taste. Jene schaltet auf die Frontkamera um – keine schlechte Idee.
Doch das war es noch nicht mit Tasten: Links neben dem Lenkrad installierten die Japaner weitere Tasten für Assistenzsysteme – man gewinnt den Eindruck in einem Flugzeug-Cockpit zu sitzen. Zusätzliche Tasten befinden sich im Dachhimmel, wie etwas für den Spurverlassens- oder Kollisionswarner.

CVT-Getriebe!

Immer seltener werden heutzutage ja auch große Gangwahlhebel – der Subaru Impreza 2.0 ie hat einen! Der lädt dazu ein, die Hand dort zu parken, was man beim Fahren natürlich nicht machen sollte. Die Hände gehören nämlich auf 10 und 2 Uhr. So kann man die Schaltwippen hinter dem Lenkrad auch bestens bedienen, die sieben einprogrammierte Fahrstufen verwalten. Das ist vor allem für jene ein Segen, die mit dem CVT-Getriebe nicht zurechtkommen. Aber dazu im Fahreindruck mehr.

Erinnerung: Blick auf den Rücksitz?

Was noch auffällt, ist die breite Mittelkonsole, die die Kniefreiheit etwas einschränkt, aber immerhin gepolstert ist. Ansonsten gibt es einen Mix aus Materialien: Harte und weiche Kunststoffe halten sich in Waage, wirken hier und dort aber kratzempfindlich.

Glänzender Klavierlack - Anfällig für Fingerabdrücke!

Das Infotainment ist ebenfalls mit einer Licht- und Schattenseite ausgestattet. Zwar lässt es sich über das 8-Zoll-Display gut bedienen, doch wirken die Vorwahltasten, wie bei einer Stereoanlage der frühen 2000er. Die hochglänzende Kunststoffscheibe des Displays mag obendrein gut aussehen, spiegelt aber stark und zieht Fingerabdrücke förmlich an. Die Bedienung geht – vor allem dank Apple CarPlay und Android Auto – leicht von der Hand. Löblich ebenfalls: Die Klimasteuerung erfolgt getrennt vom Infotainment und ist übersichtlich gestaltet. Eine Lösung, die gerade aus der Mode zu kommen scheint, aber immer noch narrensicher zu bedienen ist.

Ebene Ladefläche!

Kommen wir zum Ablagen-Check, bevor wir uns die Platzverhältnisse ansehen: Die Türtaschen fassen Warnwesten und 1-Liter-Flaschen, unterhalb der Klimaanlage gibt es eine etwas kleine Ablage für das Smartphone und vor der Mittelarmlehne installierte man zwei Cupholder. Dazu kommt ein kleines Fach, das einen Kugelschreiber aufnimmt. Die Armlehne selbst bietet natürlich ebenfalls ein Fach. Zu guter Letzt wollen wir das Handschuhfach nicht vergessen, das mit dem Bordmaterial allerdings schon gut bedient ist. Das spiegelt sich beim Platzangebot glücklicherweise nicht wider. Vorn wie hinten geht es klassenüblich zu, sodass niemand leiden muss. Natürlich, der Mittelplatz auf der Rückbank ist Erwachsenen kaum zumutbar, aber in welchem Kompakten ist das anders?

Klassenübliches Gepäckabteil!

Die Rückbank ist ohnehin kein 2. Klasse-Bereich. Hier warten viel Beinfreiheit, eine etwas knapp bemessene Kopffreiheit, Flaschenhalter in den Türen, eine Mittelarmlehne mit Getränkehaltern sowie Isofix mit Top-Teather auf den äußeren Rücksitzen. Unverständlich scheint da der Umstand, dass die Fensterheber ohne Einklemmschutz auskommen – ein No-Go in der heutigen Zeit.

Unpraktisch: Verbandskasten und Warndreieck unter der Abdeckung!

Etwas unter Klassendurchschnitt zeigt sich der Kofferraum: 340 Liter sind kein Ruhmesblatt. Bedenkt man jedoch, dass sich die Batterie des elektrifizierten Antriebes unter dem Ladeboden versteckt, geht dieser Wert wiederum in Ordnung. Wer mehr braucht, klappt einfach die Rücksitze um und steht vor maximal 1.193 Litern.

Viel Kunststoff und eine ungeschützte Starterbatterie!

Subaru Impreza 2.0 ie Motoren Check

Wie haben es eben schon erwähnt: Der Antrieb ist elektrifiziert. Unterhalb des Kofferraums sitzt eine 13,5 kW große Lithium-Ionen-Batterie. Sie unterstützt den Elektromotor mit 12,3 kW und sammelt überschüssiges Drehmoment und Rekuperation und wandelt sie in Strom um. Extern kann man nicht laden. Dafür kann der Subaru Impreza 2.0 ie bis 40 km/h rein elektrisch fahren – jedoch nur wenige hundert Meter weit. Dann übernimmt der 110 kW/150 PS starke 2.0 Liter Vierzylinder Boxer-Motor. Boxer? Ja genau: Die Kolben fahren in den Zylinderbahnen nicht vertikal auf und ab, sondern liegen sich gegenüber. Das kann man sich vorstellen wie vier Fäuste, die zum Fairplay-Check gegeneinandergedrückt werden. Nur eben ohne Berührung.

Das Ganze bringt vor allem eines: Laufruhe! Vibrationen werden weitestgehend minimiert. Außerdem ermöglicht diese Bauweise einen geringeren Schwerpunkt, da der Motor flacher baut und tiefer im Motorraum untergebracht werden kann. Was es nicht bringt, zumindest mit 150 PS, ist überbordende Sportlichkeit. Der Subaru Impreza 2.0 ie spurtet in genau 10 Sekunden auf 100 km/h und ist bei Bedarf 192 km/h schnell – das geht besser. Die 194 Nm Drehmoment, die bei 4.000 U/min anliegen, wirken ebenfalls etwas schwachbrüstig. Der Punkt ist folgender: Man ist heute größtenteils Turbo-Motoren gewohnt, die früh ein sattes Drehmoment bieten. Der Subaru möchte hingegen gedreht und auf Drehzahl gehalten werden.

Die Kraftübertragung übernimmt dabei ein stufenloses CVT-Getriebe und überträgt sie an alle vier Räder – klar, Subaru ist Allradspezialist! Beim Verbrauch darf man verwundert sein: Gemäß WLTP soll sich der Subaru Impreza 2.0 ie 7,7l/100 km genehmigen – und das trotz Elektrifizierung. Das klingt nach viel, ist im Alltag aber zu unterbieten. Was wirklich sehr, sehr angenehm ist: Die große Inspektion steht erst nach 24 Monaten bzw. 30.000 km an. Das Öl möchte allerdings alle 15.000 km gewechselt werden.

Aussterbende Motor-Art - der Boxer!

Subaru Impreza 2.0 ie Fahreindruck Check

Beim Fahren muss man sich an Zweierlei gewöhnen: Zum einen daran, dass der Elektromotor nicht für das alleinige elektrische Fahren gedacht ist. Es reicht, um mal rein elektrisch aus der Garage zu Fahren. Unterstützung beim Fahren bietet der Boxer und schaltet sich sanft zu. Überhaupt ist der Subaru Impreza 2.0 ie sehr komfortabel. Bei hohen Tempi äußert sich dies in dezenten Wankbewegungen, die einen an eine zügige Hafenrundfahrt erinnern – alles aber nicht wild. Zum anderen, und das ist die zweite Gewöhnung, muss man mit dem CVT-Getriebe zurechtkommen. Oft hält es den Motor auf Drehzahl und nervt mit Gebrumme.

Auf dem Komfort-Konto zu verbuchen ist die elektronische Lenkung mit wenig bis keiner Rückmeldung. Dafür gefällt die Bremsanlage mit gutem Druckpunkt. Sportlichkeit ist jedoch nicht das Metier des Subaru Impreza 2.0 ie. So lassen sich letztlich Verbräuche von 6,3 Litern/100km realisieren. Scheucht man den Japaner, kratzt man an der 10-Liter-Marke. Im Mittel kommt man bei flotter Fahrt auf 8 Liter – und das geht immer noch in Ordnung. Warum? Ganz klar, weil man knapp zwei Tonnen Gewicht bewegt, den Allrad und eine Automatik mitschleppt.

Seltener Gast in der Waschstraße! Der Impreza fällt im Alltag auf!

Subaru Impreza 2.0 ie Preis Check

Schauen wir auf die Preisliste: Mit 1.6 Liter Einstiegs-Boxer startet das Fahrzeug bei 22.900 Euro – kein Schnäppchen. Der Tester kommt auf 32.854,29 Euro, fährt aber auch in der Top-Ausstattung „Platinum-Edition“ vor und bietet eigentlich eine Vollausstattung mit lückenloser Sicherheitsausstattung. So zählen ein Schiebedach und Schlüssellos-System ebenso zur Ausstattung, wie das 8-Zoll-Infotainment oder die Front- und Rückfahrkamera. Und wirft man dann noch die Antriebstechnik in die Waagschale, darf man wirklich nicht meckern.

Subaru Impreza 2.0 ie Zielgruppencheck und Fazit

Wer mit dem Subaru Impreza 2.0 ie liebäugelt, darf zwar keinen Sportler erwarten, bekommt aber einen komfortablen Alltagshelden zur Seite gestellt. Sicher ist er obendrein, was nicht nur aufgrund der Assistenten, sondern auch durch die 5-Sterne-Wertung im Euro NCAP Crashtest gewährleistet ist. Entsprechend ist fraglich, warum der Subaru Impreza 2.0 ie nicht häufiger verkauft wird. Liegt es vielleicht am kleinen Händlernetz?

Mehr dazu:

Jens Stratmann Automobil-Journalist

Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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