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Seat Leon ST 1.5 eTSI Fahrbericht | Test | Review

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Seat Leon ST 1.5 eTSI Fahrbericht | Test | Review

Seit 2012 hat Seat etwa eine Million Seat Leon der dritten Generation verkauft – nicht schlecht! Woran das liegt? Ganz klar: Die Spanier nutzen bewährte Technik, verpacken sie optisch ansprechend und geben eine dynamische Würzmischung mit in den Topf. Das ist beim neuen Seat Leon ST nicht anders, wenngleich der Spanier geschliffener daherkommt und auf ein Quäntchen Sportlichkeit verzichtet. Das zeigt sich allein schon in der Entscheidung, den Seat Leon ausschließlich als Fünftürer oder Kombi – der auf den Namen ST hört – anzubieten. Der Dreitürer wurde auf dem Programm gestrichen. Ob Seat noch etwas gestrichen hat und wie sich der Kompaktkombi mit seinem 150 PS starken Mildhybriden fährt, klärt wie immer im R+V24 Drive Check.

28.01.2021 | Jens Stratmann

weißer Seat Leon ST 1.5 eTSI Seitenansicht

Seat Leon ST 1.5 eTSI Design Check

Irgendwie kommt einem die Front bekannt vor. Klar, der neue Seat Leon ST trägt das Familiengesicht, das 2018 der Seat Tarraco einführte. Dazu gehören zum einen der sechseckige Kühlergrill, der den Kompaktkombi kraftvoll in die Breite zieht, sowie die grimmig dreinschauenden LED-Scheinwerfer. Passend dazu gesellt sich ein breiter Lufteinlass im unteren Bereich der Frontschürze hinzu. Serienmäßig gibt es obendrein horizontal angeordnete Nebelscheinwerfer – natürlich auch in LED-Technik.

weißer Seat Leon ST 1.5 eTSI Heckansicht

Im Profil, mit seinen Sicken und Kanten, ergibt sich ein ausgeformter Körper. Hier gefällt uns besonders die Tornado-Linie. Sie ist auf Höhe der Außenspiegel und im hinteren Bereich der Rückleuchten attraktiv ausgestellt – da guckt der Volkswagen Golf 8 in die Röhre. In die Formgebung wurde außerdem die Dachreling eingearbeitet und macht aus dem Seat Leon ST eher einen Lust-Laster, als einen Transporter. Das zeigt sich obendrein in der D-Säule mit ihrem Schwung nach vorn: Durch dieses Merkmal reduziert sich zwar der Kofferraum, aber es sieht einfach chic aus!

Hinten stattete Seat den Leon ST natürlich mit einem Dachspoiler aus – heute keine Seltenheit. Die dezent ausgestellten Rückleuchten, die über ein Leuchtenband miteinander verbunden sind, schaffen ebenfalls Familienzugehörigkeit zum Tarraco. Vom Fünftürer bereits bekannt: Der Leon-Schriftzug in geschwungener „Schreibschrift“.
Was auffällt, ist die gestreckte Erscheinung. Wirkte Generation Nummer drei noch recht kompakt, darf der aktuelle Seat Leon ST seine Sportlichkeit auf 4,64 m Länge verteilen. Mit 1,99 m Breite inklusive Außenspiegeln ist der Kompaktkombi gerade noch schmal genug für die linke Spur der allermeisten Autobahn-Baustellen. Dank einer Höhe von knapp 1,45 m wird der dynamische Eindruck nochmals verstärkt.

Seat Leon ST 1.5 eTSI Blick in den Innenraum

Seat Leon ST 1.5 eTSI Innenraum Check

Innen verzichteten die Designer hingegen auf Sicken, Kanten und modellierte Formen. Wie bereits beim Vorgänger, findet man eine minimalistische Gestaltung des Armaturenbretts vor. Auch das sieht chic aus und schafft Klarheit. Was bei einem solchen Design wichtig ist, vor allem, da Oberflächen großflächig ausfallen, ist eine hohe Materialgüte. Und hier lässt der Seat Leon ST etwas federn. Das Material-Niveau liegt in etwa auf dem Level des Vorgängers.

Was uns aber gefällt, ist die digitale Landschaft, die sich vor einem ausbreitet. Zumindest, wenn man die besseren Ausstattungen Xcellence oder FR wählt, blickt man auf digitale Instrumente. Ab Werk kommt der Seat Leon ST mit analogen Uhren. Ebenso serienmäßig ist ein 8,25-Zoll-Bildschirm für das Infotainment. Damit verbunden sind zwei USB-C-Schnittstellen und die Konnektivität über Apple CarPlay oder Android Auto. Optional gibt es ein 10-Zoll-System.

Egal, welches System man wählt: Man steuert über den mittigen Bildschirm alle Funktionen. Tasten und Knöpfe gehören der Vergangenheit an – leider muss man dazu sagen. So muss man das Licht, links neben dem Lenkrad, über ein Touchpad steuern. Kein Drama, schließlich lässt man das Licht ohnehin oft auf „Auto“ eingestellt. Anders sieht es aber mit den Regler-Leisten aus, die berührungsempfindlich reagieren und das Klima steuern. Hier die exakt gewünschte Temperatur einzustellen ist eine kleine Herausforderung – gerade während der Fahrt. Was hingegen gar nicht stört, ist der volldigitale, kleine DSG-Schalt-Stummel – wozu braucht man mehr?

Es scheint tatsächlich so, als hätte man sich beim Bedienkonzept sehr strikt an das „Weniger ist mehr“-Prinzip gehalten. Anders ist die Abwesenheit von Drehreglern für die Lautstärke oder die Klimatisierung nicht zu erklären. Und das ist nicht so intuitiv, wie man es bislang kannte. Es gibt eben Dinge, die kann man einfach nicht verbessern. Und noch etwas: Warum dauert es nach dem Fahrzeugstart so lange, bis das Infotainment überhaupt hochgefahren ist?

Wirklich überzeugt hat das Platzangebot. Sowohl vorn, wie auch hinten fühlt man sich gut aufgehoben. Selbst Großgewachsene fühlen sich hinten wohl und profitieren vom Wachstum des Radstands um fünf auf insgesamt knapp 2,69 m – das konnte die dritte Generation nicht bieten. Den Größenzuwachs spürt man auch am Kofferraum, der elektrisch öffnet – sogar per Fußkick unter die Heckschürze. Dann ergeben sich 620 – 1.600 Liter Kofferraumvolumen bei den reinen Verbrennern. Beim e-Hybrid-Modell werden daraus immer noch ausreichende, aber unterdurchschnittliche 470 – 1.450 Liter.

Blick unter die Motorhaube

Seat Leon ST 1.5 eTSI Motoren Check

Bleiben wir bei Liter-Angaben: Der Vierzylinder-Turbo vertraut auf die mittlerweile bekannte Größe von 1.5 Litern Hubraum. Kombiniert ist er mit einem 48-Volt-Riemen-Startergenerator (RSG)und leistet so 110 kW/150 PS und ein maximales Drehmoment von 250 Nm ab 1.500 U/min. Das Doppelkupplungstriebe sortiert die Kraft in seinen sieben Gängen und leitet sie an die Vorderräder weiter.

Ist der Untergrund trocken, lassen sich damit 218 km/h Höchstgeschwindigkeit und eine Beschleunigung auf 100 km/h in 8,7 Sekunden erreichen. Viel interessanter als das sind aber die Verbrauchswerte, die man realisieren kann. Angegeben ist der Seat Leon ST 1.5 eTSI mit 5,0 Litern auf 100 km gemäß NEFZ und mit 5,7 bis 6,1 Litern nach WLTP. Bei zügiger Fahrt sind tatsächlich eher 6,5 realistisch. Was aber erstaunt: Bei besonders sparsamer Fahrweise kann man 4,9 Liter schaffen. Mit ein Verdienst vom recht geringen Gewicht von 1.410 kg – trotz kleiner Batterie für den RSG im Kofferraum.

Überzeugt!

Seat Leon ST 1.5 eTSI Fahreindruck Check

Von der Mildhybrid-Technik spürt man beim Fahren nichts. Der Seat Leon ST fährt dynamisch, wenn auch etwas weniger sportlich, als der Vorgänger. Das liegt vor allem am Fahrwerk, das weniger trocken federt und mehr Komfort zulässt. Dabei geht der 1.5er nachdrücklich voran, während das DSG nahezu unmerklich und stets passend schaltet.

Der Mildhybrid mit Riemen-Startergenerator und kleiner Lithium-Ionen-Batterie hilft auf zwei Weisen: Zum einen kann er beim Beschleunigen durch kurzzeitiges Boosten unterstützen, zum anderen hilft er aber beim Sparen, indem er das so genannte „Segeln“ ermöglicht und den Verbrenner abschaltet, wenn er nicht gebraucht wird. Dem Benzinverbrauch zuträglich ist außerdem die bekannte Zylinderabschaltung im Teillastbereich. Ansonsten gibt sich der Seat Leon ST beim Fahren äußerst unauffällig, lenkt spritzig, aber nicht besonders gefühlvoll ein, zeigt sich dafür aber angenehm leise.

weißer Seat Leon ST 1.5 eTSI

Seat Leon ST 1.5 eTSI Preis Check

Es ist nicht alles Golf, was glänzt! Nein, in diesem Fall ist es ein Seat Leon ST 1.5 eTSI. Und der Seat Leon ST könnte wirklich zum Kassenschlager werden, da viele aufgrund der recht nichtssagenden Exterieur-Gestaltung des Volkwagen Golf 8 enttäuscht sind – da macht der jüngst gezeigte Golf 8 Variant keine Ausnahme. Der deutlich schickere und auch noch günstigere Seat Leon ST ist da eine willkommene Alternative, zumal er bereits serienmäßig gut ausgestattet ist. So fahren alle Varianten – Motor-unabhängig – mit einer Klimaautomatik, Keyless Go, LED-Scheinwerfern, dem 8,25-Zoll-Infotainment, dem Front Assist und einem Spurhalteassistenten vor – und das im VW-Konzern!

In der Ausstattung, die beim 1.5 eTSI bindend ist, kommen 16-Zoll-Leichtemtallfelgen, ein Tempomat und Multifunktionslenkrad sowie eine Einparkhilfe hinten hinzu. Macht unter dem Strich faire 27.733 Euro. Wer es noch netter haben möchte, greift zum Xcellence für knapp 29.800 Euro oder zum FR für rund 29.600 Euro. Dann bekommt man 17-Zoll-Felgen, ein komplettes Schlüssellos-System, digitale Instrumente sowie eine Klimaautomatik mit drei Zonen dazu. Nicht zu vergessen sind die bequemen und empfehlenswerten Sportsitze. Zu welcher Linie man im Endeffekt greift, klärt der persönliche Geschmack, da hier wie dort eigenständige Styling-Elemente für eine individuelle Note sorgen.

Seat Leon ST 1.5 eTSI Zielgruppencheck und Fazit

Wer Golf sagt, sollte vielleicht auch Leon sagen! Immerhin steckt – und das ist nichts Neues – unter dem Blech die Technik des Wolfburgers. In der Vergangenheit geizte der Spanier noch mit Platz auf der Rückbank, aber das ist seit dem Modellwechsel Geschichte. Und so gibt es eigentlich nichts, das gegen den Seat Leon ST 1.5 eTSI spricht. Zumal er deutlich ansehnlicher als sein Bruder aus Wolfsburg daherkommt. Das ist natürlich eine subjektive Meinung. Objektiv bekommt man eine vergleichbare Materialgüte, dasselbe Infotainment mit seinen Tücken, die sehr sparsame und gleichzeitig dynamische Motorentechnik und einen guten Nutzwert. Und das alles bei günstigeren Preisen. Gut gebrüllt, du kompakter Löwe!

Jens Stratmann Automobil-Journalist

Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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