Suche
Login
Menü
Mercedes-Benz GLA 250e Fahrbericht | Test | Review

R+V24 Magazin
Fahrberichte

Nützliche Infos rund um den Automarkt

Mercedes-Benz GLA 250e Fahrbericht | Test | Review

Elektro-SUV? Den gibt es jetzt auch bei Mercedes! Wie? Ist Ihnen noch zu befremdlich? Und zu groß? Kein Problem: Die Schwaben elektrifizieren ihr kleinstes SUV, den Mercedes-Benz GLA 250e und stellen mit ihm einen Plug-In-Hybriden auf die Beine. Was das kleine SUV mit den zwei Herzen kann, untersuchen wir im Mercedes GLA 250e Test!

27.01.2021 | Jens Stratmann

Mercedes-Benz GLA 250e Design Check

Er ist richtig chic geworden, der neue Mercedes-Benz CLA. Wie er dasteht, so elegant und dennoch kompakt – der Schritt weg vom Vorgänger hat ihm sichtlich gutgetan! Selbstbewusst und dennoch elegant verteilen sich glatte Linien ohne viele Sicken und Kanten auf 4,41 m Länge. Stämmig wirkt der Schwabe obendrein, macht sich mit Außenspiegeln auf 2,02 m breit. Dass er dabei nicht pummelig wirkt, verdankt er dem Radstand von 2,73 m. Sinnliche Klarheit – die Design-Philosophie der Schwaben – at it´s best!

Selbstbewusst wirkt vor allem die Front mit dem gewachsenen Kühlergrill und integriertem Stern. Wenn man ehrlich ist, besteht die Nase nur noch aus Lufteinlässen und den Voll-LED-Scheinwerfern. Sieht dennoch gut aus, aber das liegt immer im Auge des Betrachters. Seitlich fallen zunächst die eckigen Radhäuser ins Auge, die im Fall des Testwagens 19-Zoll-Felgen beherbergen. Beim Felgen-Format ginge sicherlich noch mehr, das ginge aber auf den Fahrkomfort. Die Höhe von 1,61 m steigert aber den Komfort des Mercedes-Benz GLA 250e, da man richtig bequem einsteigen kann.

Wie sagt man so schön: Ein schöner Rücken kann entzücken? Das gilt insbesondere für jenen des Mercedes-Benz GLA 250e, der im Vergleich zur ersten Generation einen Quantensprung hingelegt hat. Er wirkt richtig grimmig und ernst, der kleine Schwabe. Garniert mit einem Dachspoiler in Wagenfarbe und zwei Auspuffendrohren, die nicht nur den Anschein erwecken, eine Funktion zu haben, ergibt sich eine durchaus ansehnliche Heckpartie.

Mercedes-Benz GLA 250e Blick in den Innenraum

Mercedes-Benz GLA 250e Innenraum Check

Innen merkt man den Unterschied zum Vorgänger ebenfalls deutlich. Was fehlt, ist eigentlich nur noch eine Fußmatte mit der Aufschrift „Willkommen in der Villa Kunterbunt“. Entert man den Innenraum bei Dunkelheit, erwartet einen der volle Ornat an Lichtern – die Ambientebeleuchtung und die Displays schaffen eine moderne Atmosphäre, die man bei Bedarf in allen Bonbon-Farben wählen kann. Ganz modern wurden die digitalen Instrumente und das Infotainment hinter einer Displayverkleidung vereint und erzeugen den Eindruck, Raumschiff Enterprise zu steuern. Das Infotainment lässt sich dabei über den Touchscreen, per Touchpad auf dem Mitteltunnel, mit den Sensorflächen auf dem Lenkrad oder per Spracheingabe bedienen. So weit entfernt von der Science-Fiction-Serie ist der Mercedes-Benz GLA 250e gar nicht mehr. Neulinge werden für die Bedienung aber zunächst ein paar Übungsstunden brauchen.

Ein riesiger Unterschied zur ersten Generation wird vor allem bei den Platzverhältnissen deutlich: Vorn hat man auf den bequemen Sitzen angenehm Platz und fühlt sich nicht mehr eingezwängt in eine kleine, dunkle Höhle. Die ausziehbare Schenkelauflage und die optionale Massagefunktion sorgen derweil für Entspannung – gegen Aufpreis, versteht sich. Hinten können seit Einführung der zweiten Generation auch Erwachsene endlich gut sitzen – sogar, wenn sie überdurchschnittlich groß sind. Knie- und Kopffreiheit fallen nun großzügig aus.

Einziger Umstand beim Hybriden: Der Kofferraum schrumpft zwar nominell, verzichtet tatsächlich aber nur auf das Fach unter dem doppelten Ladeboden. Der Alltagsnutzen bleibt also unangetastet. Beim normalen GLA sind es 435 bis maximal 1.430 Liter und beim Mercedes-Benz GLA 250e ein kleines Eckchen weniger – verschmerzbar.

Mercedes-Benz GLA 250e Blick unter die Motorhaube

Mercedes-Benz GLA 250e Motoren Check

Grundsätzlich ist der der Antrieb des 250e aus A- und B-Klasse bekannt. Stellen wir ihn trotzdem nochmal vor? Na klar! Der Mercedes-Benz GLA 250e vertraut einerseits auf einen Vierzylinder-Turbomotor mit 1,33 Litern Hubraum – ein Renault-Triebwerk.

Dieser allein leistet 118 kW/160 PS und 230 Nm bei 1.620 U/min und wirkt als Basismotor durchaus etwas lustlos. Die Systemleistung beim Mercedes-Benz GLA 250e liegt hingegen bei 160 kW/218 PS und bei einem System-Drehmoment von 450 Nm. Das liegt am E-Motor, der in das Getriebegehäuse eingebaut ist und für sich 75 kW/102 PS und 330 Nm leistet. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ausschließlich an die Vorderräder.

Die daraus resultierenden Fahrleistungen liegen bei 7,1 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h und 220 km/h Höchstgeschwindigkeit. Nicht übel, vor allem bei einem Verbrauch von 1,6 Litern/100 km gemäß NEFZ. Der Stromverbrauch wird dabei mit 15,5 kWh/100 km angegeben. Dank des 15,6 kW-Akkus soll eine rein elektrische Reichweite von 62 km möglich sein. Ist diese erschöpft, steht ein bescheidener Tankinhalt von 35 Litern bereit. Eingestuft ist das Aggregat nach Euro 6d-ISC-FCM – also sehr sauber.

Die Ladezeiten des Akkus variieren natürlich. Lädt man am Schuko-Stecker mit 2,3 kW Leistung, dauert eine Vollladung 5,5 Stunden. An der Wallbox mit 7,4 kW sind es nur noch 105 Minuten, während man am DC-Lader mit 24 kW für 80 Prozent nur noch 25 Minuten benötigt.

Mercedes-Benz GLA 250e R+V24 Blick aus Fahrersicht auf das Amaturenbrett

Mercedes-Benz GLA 250e Fahreindruck Check

Wie sich das Ganze fährt? Unmerklich! Startknopf gedrückt und… nichts! Leise rollt der Stuttgarter los, startet immer im Comfort-Modus, in dem immer die Batterie genutzt wird, wenn es geht. Die Batterie mitsamt E-Motor übernimmt auch die Start-Stopp-Elektronik – einen Anlasser gibt es also nicht mehr. Bei starken Leistungsanforderungen kommt der Benziner dazu, klingt bei hohen Drehzahlen, z.B. beim Überholen auf der Landstraße, aber schrill und dreht hoch. Angenehmer ist da natürlich der rein elektrische Fahrmode, der bis 130 km/h reicht.

Insgesamt stehen beim Mercedes-Benz GLA 250e drei Fahrmodi bereit. Sport, mit maximalem Schub, der Hybrid-Modus, der die beiden Antriebe wirklich unmerklich miteinander verschleift, und der reine Elektro-Mode. Die elektrische Restreichweite kann man natürlich auch einfrieren, damit sie erst dort genutzt wird, wo man sie wirklich benötigt – in der Stadt etwa. Zusätzlich kann man die Rekuperation per Lenkradpaddel wählen. Wählt man „D“, kann man fast ausschließlich mit dem Fahrpedal für Beschleunigung oder Verzögerung sorgen. „D+“ ermöglicht den Segel-Modus, also kaum Rekuperationsleistung.

Ansonsten gibt sich der Mercedes-Benz GLA 250e natürlich sehr fahrsicher – eine bekannte Tugend der Stuttgarter. Das ESP greift stets früh aber sachte ein. Wer sich vom Grenzbereich entfernt hält, bekommt mit dem GLA 250e einen kommod federnden Begleiter, der in Längsrichtung eine gute Dynamik zeigt.

Mercedes-Benz GLA 250e Heckansicht

Mercedes-Benz GLA 250e Preis Check

Es war schon immer so und es wird sich wohl auch nicht mehr ändern: Es ist teuer einen Stern zu fahren. So liegt der Grundpreis für den Mercedes-Benz GLA 250e bei 48.488 Euro. Dazu sollte man 425 Euro für Seitenairbags hinten, 383 Euro für das Pre-Crash-System, die LED-Scheinwerfer für knapp 1.000 Euro und den Spurwechselassistenten für 522 Euro sowie 209 Euro für den Fernlichtassistenten kalkulieren.

Unverständlich erscheinen die zwei mickrigen Jahre Garantie, aber Schwaben gelten ja bekanntlich als knauserig. Immerhin sind eine Klimaanlage und ein Radio serienmäßig dabei. Für eine Metallic-Lackierung werden nochmal 731 Euro fällig. Noch nicht einkalkuliert ist jedoch die staatliche Förderung für Plug-In-Hybride, die den Mercedes-Benz GLA 250e preislich doch noch attraktiv machen könnte.

Der Plugin-Hybrid als Einsteig in die Elektromobilität?

Mercedes-Benz GLA 250e Zielgruppencheck und Fazit

Der neue Mercedes-Benz GLA 250e: ein kleines, nobles SUV, das auf Augenhöhe mit den Hauptkonkurrenten BMW X1 und X2 oder dem Audi Q3 fährt. Und so klein ist der Stuttgarter gar nicht: Über Platzmangel kann man nicht klagen. Auf der Habenseite kann man zusätzlich den sehr harmonischen Antrieb, den ausgewogenen Fahrkomfort und den günstigen Verbrauch setzen. Auf der Sollseite steht – wie zu erwarten – das Preisniveau. Das ist bei den Mitbewerbern von Audi und Mercedes aber auch nicht anders.

Jens Stratmann Automobil-Journalist

Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

Weitere Artikel

Jetzt R+V24-Newsletter abonnieren

Mit dem kostenlosen R+V24-Newsletter sind Sie einfach besser informiert:

  • Wissenswertes rund um die Kfz Versicherung
  • Praktische Tipps, Tricks und Trends
  • Gutschein- und Gewinnaktionen
Newsletter abonnieren

Hinweise zu der von der Newsletter-Einwilligung mitumfassten Erfolgsmessung, Protokollierung Ihrer Anmeldung und Ihren Widerrufsrechten erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Sie können den Newsletter jederzeit über eine E-Mail an info@rv24.de oder über den Abmelde-Link im Newsletter abbestellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Zum Seitenanfang
© R+V Direktversicherung AG 2021 | Kfz-Versicherung für Auto, Motorrad & Roller | Alle Rechte vorbehalten