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Mercedes-Benz EQC 400 Fahrbericht | Test | Review

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Mercedes-Benz EQC 400 Fahrbericht | Test | Review

Die Elektromobilität ist nicht aufzuhalten – warum auch? Druckvolles, leises Vorankommen und dabei keine Emissionen ausstoßen, das ist wirklich toll. Zu toll, um wahr zu sein? Wir haben den Mercedes-Benz EQC 400 auf einen kleinen Roadtrip mitgenommen und gehen der Frage nach, wie alltagstauglich ein Elektroauto heute schon ist. Drive Check!

09.12.2020 | Jens Stratmann

Mercedes-Benz EQC 400 Design Check

Fangen wir mit den Abmessungen an: Grundsätzlich basiert der Mercedes-Benz EQC auf dem GLC und verfügt somit über ähnliche Abmessungen. In Zahlen wären dies 4,76m in der Länge, 1,62m in der Höhe und 2,10m in der Breite, wenn man die Außenspiegel mitzählt. Dank eines Radstands von 2,87m wirkt der Stromer nicht nur gestreckt, sondern bietet auch einen guten Einstieg vorn wie hinten.

Wie es sich heute gehört, lebt der Mercedes-Benz EQC auf großem Fuß: 21-Zoll-Räder installieren die Stuttgarter. Ihr Speichen-Design geht zwar in eine Retro-Richtung, passt aber trotzdem zum restlichen Erscheinungsbild. Sprich: Der Mercedes-Benz EQC wirkt glattflächig und für ein SUV untypisch stromlinienförmig. Dazu trägt natürlich besonders die geschlossene Front bei. Der Kühlergrill hat nur noch angedeutete Lamellen und fungiert natürlich nicht als solcher. Eingerahmt ist er zusätzlich von einer schwarzen Hochglanzleiste, die sich je nach Lackierung kontrastierend absetzt.

Insgesamt kann man dem Mercedes-Benz EQC durchaus ein Mercedes-Benz Familiengesicht attestieren. Es fehlt dennoch nicht an Eigenständigkeit. Die Voll-LED-Scheinwerfer fallen recht spitz aus und die Motorhaube baut hoch. Hinzu kommen durchgezogene Leuchten hinten – ein Designmerkmal, an dem sich gerade verschiedene Hersteller bedienen. Gut: Der Mercedes-Benz EQC eignet sich auch als Zugfahrzeug und kann mit einer Anhängerkupplung bestellt werden. Bis zu 1,8 Tonnen können an den Haken genommen werden.

EQC Innenraum Check

Mercedes-Benz EQC 400 Innenraum Check

Eingestiegen in den Mercedes-Benz EQC 400. Doch bevor man einsteigt, muss man das Fahrzeug aufschließen. Und wie geht das beim Schwaben-Stromer? Mit dem Smartphone per NFC-Chip – sehr modern! Platzgenommen, fühlt man sich richtig wohl im EQC: Man sitzt hoch, hat eine Gurthöhenverstellung, dazu kommen bequeme, elektrisch verstellbare Sitze mit großartigem Seitenhalt und ein gut verstellbares Lenkrad – rundum gelungen. Einzige beleibtere Personen fühlen sich von den Sitzen eingeengt. Positiv fällt zudem das scharfe Bild des Head-Up Displays auf.

Dem Wohlbefinden zuträglich ist der Materialmix auf besonders hochwertigen Werkstoffen. Verwendung findet unter anderem Recyclingmaterial – hört, hört! Den Elektromodellen der Schwaben vorbehalten sind etwa die kupferfarbenen Lüftungsdüsen. Ansonsten kennt man die Displays für die Instrumente und das Infotainment. Dazu gehört natürlich auch viel Klavierlack, der zwar hübsch anzusehen, aber kratzanfällig ist und Fingerabdrücke magisch anzieht. Was positiv auffällt, ist die herausragende Sprachbedienung, die man mit den Worten „Hey Mercedes“ aktiviert. Schade nur, dass sie mit Apple CarPlay nicht gut harmoniert.

Bei den Ablagen übertreibt es der Mercedes-Benz EQC ebenfalls nicht. So gibt es ein großes Fach unter der Mittelarmlehne, in dem man Smartphones anschließen kann. Hinzu gesellt sich – ein Stück weiter vorn – ein induktives Ladefach mit zwei herausnehmbaren Cupholdern. Neben den durchschnittlich großen Türtaschen, in die 1l-Flaschen problemlos hineinpassen, fällt das Handschuhfach auf, da es bereits mit Bordmaterial bedient ist.

Platz gibt es aber auf der Rückbank – zumindest für die Beine. Durch das abfallende Dach wird die Kopffreiheit für größere Mitreisende aber merklich knapp. Für Komfort sorgen jedoch eine Mittelarmlehne mit Cupholdern sowie eine dritte Klimazone. Der Transport von Kindern in Kindersitzen gelingt dank Isofix links und rechts problemlos. Natürlich – immerhin ist hier von einem Mercedes-Benz die Rede – verfügt der EQC über einen Einklemmschutz.

Nichts auszusetzten gibt es obendrein am Kofferraumvolumen. Ist die Heckklappe erstmal elektrisch aufgefahren, stehen gut nutzbare 500 Liter Volumen bereit. Wenn man die Rücksitze umklappt, werden sogar 1460 Liter daraus. Schade nur, dass die Zuladung von 445 kg etwas knapp ausfällt.

Die vermutlich größte Motorabdeckung!

Mercedes-Benz EQC 400 Motoren Check

Schauen wir uns den Grund für die geringe Zuladung einmal genauer an – den Antrieb. Aufgrund der schweren Batterie liegt das Gesamtgewicht des Mercedes-Benz EQC 400 bei rund 2,5 Tonnen. Dennoch schafft es das 300 kW/408 PS starke Aggregat, den schweren Stromer in 5,1 Sekunden auf 100 km/h zu wuchten. Schluss ist bei 180 km/h – eine Beschränkung, der sich Volvo mit seiner gesamten Modellpalette zukünftig unterwirft.

Online!

Kommen wir aber zurück zum Stuttgarter: Dank des E-Antriebs liegt der Emissionsausstoß natürlich bei null Gramm CO2 pro Kilometer. Der Stromverbrauch soll bei kombinierten 19,7-20,8 kWh/100km liegen. Bei den Testfahrten waren es eher 22,9-35,4 kWh. Das liegt aber an den 760 Nm Drehmoment, die sofort anliegen und von zwei Asynchron-Maschinen sowie dem vorderen E-Motor erzeugt werden. Oder besser gesagt: Während der vordere Elektromotor für Effizienz sorgt, sind die hinteren auf Dynamik ausgelegt – und die nutzt man natürlich gerne. Dadurch wird die 80 kWh große Batterie allerdings schnell leer gesaugt.

Jene besteht aus jeweils vier Modulen mit 72 Zellen sowie zwei Modulen mit je 48 Zellen. Laden kann man mit dem serienmäßigen Wechselstromladesystem mit 7,4 kW oder mit dem Gleichstromladesystem (DC-Laden) mit 110 kW. An der Haushaltssteckdose kann man den Mercedes-Benz EQC 400 natürlich auch laden. Hier sollte man aber mit rund zwei Tagen Ladezeit rechnen. Sind die Akkus voll, sollen maximal 470 km Reichweite bereitstehen.

Sieht aus wie ein Mercedes! Fährt sich auch so!

Mercedes-Benz EQC 400 Fahreindruck Check

Wie fährt sich nun ein elektrischer Mercedes? Ganz einfach: Wie ein Mercedes! Der Mercedes-Benz EQC 400 ist komfortabel und fast unglaublich leise. Dazu kommen die sämige Lenkung und die fehlerfrei agierenden Fahrerassistenten, die das Fahren äußerst angenehm und stressfrei gestalten. Man fühlt sich fast, wie in einer Wellness-Oase.

Wenn man es darauf anlegt – und die Motorleistung verleitet ab und an dazu – kann man den Mercedes-Benz EQC 400 aber durchaus sportlich bewegen. Das Gewicht kaschiert der Stromer nämlich gekonnt. Dennoch: Am besten zeigt sich der Schwabe, wenn er mit seinen Assistenten auftrumpfen kann. Der EQC fährt teilautonom und trägt damit erheblich zum entspannten Vorankommen bei. Tempi über 130 km/h sollte man aber meiden, da die Batterie dann schnell in die Knie gehen. Die durchschnittlich erreichte Reichweite betrug bei Vollladung rund 336 km.

Mercedes-Benz EQC 400 im R+V24 Drive Check!

Mercedes-Benz EQC 400 Kosten Check

Es war schon immer etwas teurer, einen Mercedes zu fahren. Und da macht der Mercedes-Benz EQC 400 keine Ausnahme. Rund 71.000 Euro kostet der Stromer. Mit Extras kann der Basispreis natürlich schnell getoppt werden. Teure Technologie, viel Luxus, viel Prestige – das kostet eben.

Eine Wohlfühloase auf Räder - leider ist auch der Preis luxuriös!

Mercedes-Benz EQC Zielgruppencheck und Fazit

Der Mercedes-Benz EQC 400 sieht zwar aus, wie ein Geländewagen, geländegängig ist er aber nicht. Dafür ist der Schwabe erstaunlich zivilisiert und komfortabel. Wer sein Potenzial nutzt, muss damit leben, dass der Stromverbrauch deutlich über der Werksangabe liegt. Man kann der Stromer aber auch sparsam bewegen.

Insgesamt, so scheint es, ist der Mercedes-Benz EQC 400 ein Fall für „Early Adopter“, die die neuesten Technik-Trends sofort mitgehen. Und das lässt sich nachvollziehen, schließlich ist der EQC ein vollwertiges Auto mit viel Platz und einer tollen Verarbeitungsqualität. Wer eine Wallbox zu Hause hat, kann die Reichweitenangst ad acta legen und lokal emissionsfrei fahren. Alle anderen müssen weiter um freie, öffentliche Ladesäulen kämpfen. Mit dem EQC vielleicht etwas häufiger, als mit anderen Stromern. Aber, wie bereits im Preis Check angemerkt: Es war schon immer etwas teurer…Na, Sie wissen schon.

Jens Stratmann Automobil-Journalist

Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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