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2019 VW Passat Alltrack

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2019 VW Passat Alltrack Fahrbericht Test Review

Wer gerne erhöht sitzt, massig Platz schätzt, aber nicht unbedingt ein SUV benötigt, für den könnte der gerade geliftete Volkswagen Passat Alltrack sehr interessant sein. Mit erhöhter Bodenfreiheit, Allradantrieb und einer robusteren Optik entzieht sich der Wolfsburger der aktuellen Diskussion.

06.11.2019 | Jens Stratmann

VW Passat Alltrack Test
Volkswagen Passat Alltrack Design Check

Volkswagen Passat Alltrack Design Check

Ein Kombi mit erhöhter Bodenfreiheit. In Grün. Mit Kunststoffbeplankung. Und mit Allradantrieb. Da denkt man doch direkt an einen alten Subaru Forrester, der sein Leben im Forsteinsatz und auf der Landstraße zwischen Wald und Bauernhof verbringt. Damit hat der Volkswagen Passat Alltrack ungefähr so viel gemein, wie High Heels mit Gummistiefeln. Warum?

Nun, der Volkswagen Passat Alltrack ist ein echter Prachtbursche und wirkt richtig fein. Ein Pfadfinder auf Rädern, wie ihn Volkswagen selbst tituliert, ist der große Kombi wohl nur auf dem Papier. In der Realität fährt der Wolfsburger mit entschlossenem Blick, viel Chrom ringsum, LED-Matrix-Scheinwerfern und 18-Zoll-Felgen vor. Also viel zu edel für den Wald. Zwar sorgen der „Triebwerksunterschutz“ und das Schlechtwegefahrwerk für eine robuste Optik, aber man geht ja auch nicht mit seinen neuen, hippen Timberland Boots in die letzte Schlammpfütze, oder?

Und so überzeugt der Volkswagen Passat Alltrack mit den Tugenden des „Normalo-Passats“. Selbst das „Bottle Green Metallic“, das dem Kombi ausgezeichnet steht, kann nicht verbergen, dass der Passat mit 4,88 m Länge ein stattliches Fahrzeug ist. Mit 1,52 m Höhe ist er allerdings ein gutes Stück niedriger als ein gewöhnliches SUV. Dafür bietet er etwas, das wirklich nur die ausgewachsenen Sports Utility Vehicle mitbringen: 2,79 m Radstand. Damit wirkt der Wolfburger nicht nur gestreckt, sondern schafft auch im Innenraum reichlich Platz.

VW Passat Alltrack Fahrbericht
Volkswagen Passat Alltrack Heckansicht

Was sonst noch auffällt? Nicht viel, um ehrlich zu sein. So wurde beispielsweise die Leuchtgrafik der LED-Rückleuchten angepasst. Außerdem findet am Heck nun eine Chromleiste Einzug, die zwei Endrohre andeutet, jedoch ohne, dass hier wirklich Endrohre wären. Warum geht man diesen Weg? Entweder ganz oder gar nicht, bitte!

VW Passat Alltrack Innenraum
Volkswagen Passat Alltrack Innenraum Check

Volkswagen Passat Alltrack Innenraum Check

Ganz oder gar nicht, lautet auch die Devise des Testwagens. Mit der Lederausstattung Vienna im Farbton „Mistral“ macht der Volkswagen Passat Alltrack mächtig was her und wirkt nobel, wie nie zuvor. Mit matschigen Stiefeln einsteigen? Die Kids direkt aus dem Sandkasten in den Fond hieven? Lieber nicht! Wobei: Wie ambivalent das Verhältnis zum „Schmutz“ sein kann, bemerkt man beim Blick auf das 9,2 Zoll große Infotainment Discover Pro. Anfangs sieht es wirklich chic aus, doch nach einiger Zeit nervt es, indem es Fingerabdrücken quasi magnetisch anzieht. Die ansonsten problemlose Bedienung wird durch die Abwesenheit eines Lautstärke-Drehreglers ein wenig torpediert.

Digitale Displays im VW Passat Alltrack
Volkswagen Passat Alltrack Innenraum Check Ambientebeleuchtung

Machen wir aber weiter mit den Dingen, die Spaß machen. So etwa die Ambientebeleuchtung. Die kostet 230 Euro und leuchtet in zig Farben. Denkste! Die „kleine“ Variante leuchtet in genau einer Farbe! Wer die Wahl haben möchte, muss zur Ambientebeleuchtung Plus für 500 Euro greifen und bekommt u.a. Einstiegsleuchten dazu. Das sorgt für hochgezogene Augenbrauen, war aber noch nicht alles. So kostet das tolle Panoramadach 1.300 Euro extra, das satte Dynaudio Soundsystem ebenfalls 1.300 Euro und die elektrische Heckklappe kommt sogar auf knapp 1.400 Euro. Stimmt nicht, wird der erfahrene Konfigurator-Nutzer denken. Doch, stimmt durchaus, denn zu den 960 Euro für die elektrische Heckklappe kommt die Diebstahlwarnanlage für 415 Euro zwangsläufig hinzu.

Volkswagen Passat Alltrack Innenraum Check Beleuchtung
Volkswagen Passat Alltrack Innenraum Check Beleuchtung

Lassen wir das Kalkulieren und fokussieren uns lieber auf das, was wirklich zählt. Und das wäre etwa der Qualitätseindruck. Der Wolfsburger darf sich mit Fug und Recht auf die Fahne schreiben, ein echtes Premium-Produkt zu sein. Zwar ist die Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen aus hartem Kunststoff gefertigt und auch die Unterseite des Armaturenbretts ist nicht gerade samtweicht. Abgesehen davon liegt die Materialauswahl aber auf allerhöchstem Niveau. Die Verarbeitungsqualität sowieso.

Ein weiteres Talent des Volkswagen Passat Alltrack sind natürlich seine Platzverhältnisse. In keinem Mittelklässler reist es sich zu viert so komfortabel und geräumig. Vorn wie hinten kann man es sich – fast unabhängig von der Körpergröße – richtig gutgehen lassen. Mehr bietet hier wohl nur ein Skoda Superb Combi, der mit seinen Abmessungen aber fast schon eine Klasse höher wildert. Zurück zum Volkswagen Passat Alltrack: Wie der weniger geländegängige Variant, schluckt der Alltrack allerhand Gepäck. Mit 640 Liter Basiskofferraum und maximal 1.769 Litern Kofferraum kann man sich wohl kaum beschweren.

Der Blick unter die Motorhaube
Volkswagen Passat Alltrack Motoren Check

Volkswagen Passat Alltrack Motoren Check

Leistungsfreunde werden sich auch nicht über den 2.0 TSI beschweren. Der kommt mit OPF, also einem Ottopartikelfilter, und ist ein echter Saubermann. Seine 200 kW/272 PS, die an ein beim Rangieren zupfendes 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt sind, mögen die hurtige Gangart. Das zeigen bereits die Papierwerte: 5,9 Sekunden auf 100 km/h und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit machen Eindruck. Selbst der Porsche 968-Fahrer, der an der Autobahn-Auffahrt nicht mitgekommen ist, nickt anerkennend, als er ein paar Kilometer weiter schließlich vorbeigelassen wird. Das schafft wohl kaum ein SUV.

Beim Verbrauch reiht sich der Volkswagen Passat Alltrack allerdings in genau diese Riege ein. Zwar soll er gemäß WLTP-Zyklus mit 8,4 Litern im Durchschnitt auskommen, in der Realität darf man das rechte Pedal aber kaum ansehen, um unter 10 Liter im Schnitt zu kommen. An der Tagesordnung liegen eher 11 Liter. Nun gut, der Volkswagen Passat Alltrack ist kein Leichtgewicht und bringt knapp 1.700 kg Leergewicht mit.

VW Passat Alltrack Drive Check
Volkswagen Passat Alltrack Fahreindruck Check

Volkswagen Passat Alltrack Fahreindruck Check

Mit seiner Bodenfreiheit von 16,5 cm meister der VW Passat Alltrack so manchen Feldweg und auch als Zugmaschine empfielt er sich. Bis zu 2,2 Tonnen schweren Anhänger darf er ziehen. Die Lenkung ist leichtgängig, das Fahrwerk komfortabel und die Bremsanlage leistete sich genauso wie das Doppelkupplungsgetriebe keine Fehler. Den etwas höheren Verbrauch hatten wir ja erwähnt.

Volkswagen Passat Alltrack Preis Check

47.800 Euro kostet der Volkswagen Passat Alltrack mit dem dynamischen 2.0 TSI. Das ist eine Wahrheit. Die andere ist, dass er mit der aufgeführten Ausstattung schnell auf 70.000 Euro kommt. Schluck! Wer schön sein will, muss eben leiden. Und wohlhabend sein. Fraglich ist nur, ob Volkswagen zurück zu seiner alten Aufpreispolitik zurückkehren möchte, in der so ziemlich alles extra kostete…

Volkswagen Passat Alltrack Preis Check

Volkswagen Passat Alltrack Zielgruppencheck und Fazit

Der Volkswagen Passat Alltrack lässt sich, wie weiter oben bereits beschrieben, bestens mit einem teuren Timberland Boot vergleichen: Irgendwie cool und hipp, praktisch und robust und meistens in der Stadt zu finden. Und vor allem viel zu schade und teuer für den rauen Einsatz über Stock und Stein. Genauso verhält es sich mit dem Wolfburger Allradkombi. Er hat viele Talente, macht nicht viel falsch und polarisiert nicht so stark, wie ein ausgewachsenes SUV. Wer wirklich mit dem Alltrack liebäugelt, dem sei ein Diesel angeraten, der den Verbrauch in erträgliche Regionen drücken sollte und mit seinem stämmigen Drehmoment noch besser passt. Besser passen wird den meisten wohl auch eine dunkle Innenausstattung, die schmutzige Kinderhände eher verkraftet. Den kleinen Rackern schadet eine Tour durch den Wald nämlich wirklich nicht.

Jens Stratmann Automobil-Journalist

Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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