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2019 Cupra Ateca

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2019 Cupra Ateca Fahrbericht Test Review

Cupra Ateca? Klingt komisch? Ist aber so! Wer bei Ateca eher Assoziationen mit dem Seat Ateca knüpft, liegt gar nicht so verkehrt, schließlich sprechen wir hier vom selben Fahrzeug. Das klingt verwirrend, macht aber Sinn – zumindest, wenn man die Markenstrategen fragt. Cupra steht für CUP-Racing. Ursprünglich als Titel für die besonders sportlichen Seat-Derivate gedacht, ist Cupra nun eine eigene Marke und etwas über Seat positioniert. Der Cupra Ateca ist das erste Modell dieser neuen Marke und basiert – natürlich – auf dem Seat Ateca. Im Drive Check wollen wir dem mehr oder weniger neuen Spanier einmal genauer auf den Zahn fühlen.

06.06.2019 | Jens Stratmann

2019 Cupra Ateca Fahrbericht
2019 Cupra Ateca Fahrbericht

Cupra Ateca Design Check

„Japp! Das ist ein Seat Ateca! Vielleicht im Sport-Trimm, aber definitiv ein Seat!“ Falsch! Kein Seat. Ein Cupra! Cupra, als neue Marke im Volkswagen-Konzerngeflecht steht für die besonders sportlichen und dynamischen Modelle der Spanier. Dazu gehört auch ein ganz neues Markenlogo – eine Art dreispeichiger Stern in einem Kupfer-Ton. Dieser wirkt nicht so recht passend, macht eher den Eindruck, das Badge eines Tuners zu sein. Aber das mag man sehen, wie man will.

Woran kein Weg vorbei führt, ist das Ateca-Design. Ganz klar, der Cupra Ateca basiert auf dem äußerst erfolgreichen Seat Ateca, setzt mit seinen unverkennbar sportlichen Anbauteilen aber eins drauf. Eine ganze Wagenladung sogar. Allein die Vergitterung der Front zeigt eindeutig, in welche Richtung es für den Cupra Ateca geht. Große Lufteinlasse, ein eingelassener Cupra-Schriftzug, ähnlich der RS-Modelle von Audi und dazu die grimmig dreinschauenden Voll-LED-Scheinwerfer. Hier steht ein Kompakt-SUV, das es ernst meint.

Während sich seitlich wenig tat, also ein paar Seitenschwelle und chice 19-Zöller montiert wurden, gibt es am Heck wiederum mehr zu sehen. Da wäre etwa der gewachsene Dachspoiler, natürlich das neue Cupra-Logo oder die neue Heckschürze. Jene weist fünf angedeutete Luftauslässe auf, die vermuten lassen, dass es sich hierbei um ein Heckmotor-Konzept handelt, was natürlich nicht stimmt. Dennoch entsteht ein sportlicher Look, der von der Vierrohr-Abgasanlage nochmals betont wird.

Cupra Ateca Exterieur Fotos:

Cupra Ateca Innenraum Check

Wer den Seat Ateca kennt, wird auch den Cupra Ateca kennen. Das Cockpit gibt sich überaus aufgeräumt und klar. Zu klar, könnte man fast schon sagen. Was einem sportlichen Topmodell, wie es der Cupra Ateca nun mal sein soll, fehlt, sind sportliche Insignien. Die Klavierlack-Dekoblenden wirken eher elegant und sind Geschmacksfrage. Das Lenkrad in Carbon-Optik ebenfalls. Keinen Zweifel am Sportsgeist lassen hingegen die Sitze in der ersten Reihe. Sie sind nicht nur mit guten Seitenhalt gesegnet – und das bereits serienmäßig – sondern auch hochwertig gepolstert. Ab Werk nimmt man auf einem Mix aus Leder und Alcantara Platz. Optional gibt es sogar ein noch sportlicheres Gestühl, das optisch an Rennsport-Schalensitze erinnert und über integrierte Kopfstützen verfügt. Ob man das aber wirklich braucht, muss jeder selbst wissen.

Große Klasse sind die serienmäßigen, digitalen Instrumente mit ihrem 10,25-Zoll-Display. Ihr Anzeige-Modus lässt sich an die jeweiligen Wünsche anpassen und ist einfach cool. Allein, wenn man die große Navi-Karte vor Augen hat – ganz großes Kino! Das Navi selbst – sprich, das Infotainment – ist ebenfalls gelungen und aus dem Seat Ateca bekannt. Es verfügt über einen 8-Zoll-Touchscreen, eine integrierte 10 GB-Festplatte und weist die gesamte Klaviatur an Connectivity auf. Von Bluetooth, USB-Ports bis hin zu WLAN ist alles an Bord. Natürlich verfügt es auch über „Full Link“, also Mirror Link, Android Auto und Apple Carplay.

Seitens der Sicherheit ist man mit dem Cupra Ateca ebenfalls bestens gerüstet. Neben der gesamten Ausstattung an Airbags und den pflichtmäßigen Helferlein, wie ESP und ASR, bietet der sportliche Spanier eine Reihe an Assistenten – ohne Aufpreis. Da wäre etwa der Berganfahrassistent, die Müdigkeitserkennung, die Rückfahr- bzw. Top-View-Kamera, der Park-Lenkassistent oder die Umfeld-Beobachtung inkl. Notbremsassistent. Optional lässt sich noch das Fahr-Assistenzpaket ordern, das einen Stau-Assistenten, eine Verkehrszeichenerkennung, eine automatische Distanzregelung, einen Tot-Winkel-Warner, einen Ausparkassistenten, sowie einen Fernlicht- und Spurhalteassistenten beinhaltet. Das sollte man sich schon gönnen, zumal es für 975 Euro einen erstaunlichen Umfang bietet.

Cupra Ateca Innenraum Fotos:

2019 Cupra Ateca R+V24 Drive Check
2019 Cupra Ateca R+V24 Drive Check

Cupra Ateca Motoren Check

221 kW/300 PS – was zunächst nach Sportwagen klingt, verbirgt sich in einem Kompakt-SUV, nämlich dem Cupra Ateca. Die Power wird aus dem weit im Konzern verbreiteten 2.0 TSI geschöpft, der seine Leistung über ein 7-Gang-DSG an alle Viere verteilt. Na ja, zumindest bedarfsgerecht, da der Allradantrieb ein Hang-On-Allrad ist.

Ordentliche Bremsen!
Ordentliche Bremsen!

Macht aber gar nichts, da dieses System gut funktioniert und dem Cupra Ateca überaus gute Fahrleistungen beschert. Auf 100 km/h geht es in 5,2 Sekunden, Schluss ist erst bei 247 Sachen. Nicht schlecht, bedenkt man – in Anbetracht der Windschlüpfrigkeit – die nicht unbedingt optimale Bauform. Da geht auch der Verbrauch von 7,4 Litern laut Werk in Ordnung. Selbst die im Alltag zusätzlich fälligen 1,5 bis zwei Liter on Top passen wohl, wenn man das sportliche Potenzial betrachtet und die 400 Nm an maximalem Drehmoment nutzt.

2019 Cupra Ateca Test
2019 Cupra Ateca Test

Cupra Ateca Preis Check

Ok ok, bei all der Lobhudelei, muss man sagen, dass der Cupra Ateca kein Schnäppchen ist. 42.850 Euro sind viel Geld für einen umgelabelten Seat Ateca. Aber so darf man an die Sache nicht herantreten, schließlich bekommt man viel für sein Geld geboten. Die Ausstattung ist eigentlich im Serientrimm mehr als vollständig und bietet neben den Voll-LED-Scheinwerfern sogar das große Infotainment-System. Außerdem darf man den überaus sportlichen Antrieb nicht vergessen, der dem SUV ein gewisses Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse beschert. Ein Skoda Karoq RS ist noch nicht auf dem Markt, ein Kodiaq RS wesentlich größer, schwerer und mit seinem schwächeren Diesel nicht unbedingt auf Augenhöhe. Zumal dieser nochmals wesentlich teurer ist. Und so darf man doch zu dem Schluss kommen, dass der Cupra Ateca viel Auto fürs Geld bietet.

Cupra Ateca Zielgruppencheck und Fazit

Väter mit sportlichen Ambitionen aufgepasst: Der Cupra Ateca könnte genau das Richtige sein! Er geht flott ums Eck, spurtet wie ein Großer und sieht dabei noch dynamisch-chic aus. Direkte Lenkung, tolle Bremsanlage, fantastisches DSG. Das ganze gepaart mit einem tollen Klangbild – da kommen schon fast Emotionen auf. Darüber hinaus bietet er Platz für vier Erwachsene – erst recht für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Mit dem Kofferraum muss man hingegen schauen, wie man hinkommt: 485 Liter Basis-Volumen sind nicht die Welt. Da bieten die meisten Kompakt-Kombis mehr, selbst der Seat Leon Cupra ST. Der ist nochmals sportlicher, bietet mehr Kofferraum bei ähnlichen Platzverhältnissen auf der Rückbank. Und so hat der Cupra seinen schärfsten Konkurrenten wohlmöglich in den eigenen Reihen, sofern man auf die hohe Sitzposition verzichten kann.

Mehr dazu:

Jens Stratmann Automobil-Journalist

Baujahr 1979, technisch im einwandfreien Zustand! Nach einer Ausbildung und über elf Jahren Erfahrung im KFZ-Bereich, machte Jens seine Passion zu seinem Beruf. Jens schreibt Beiträge über Neu- und Gebrauchtwagen, die auf persönlichen Erfahrungen und Fahrtests zu dem jeweiligen Auto basieren.

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