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Änderungen im Straßenverkehr ab 2012

Vor allem sicherer und umweltfreundlicher soll es auf den deutschen Straßen im neuen Jahr zugehen. Darauf zielen zahlreiche Regelungen ab, die wir für Sie zusammengestellt haben:

Änderungen im Straßenverkehr 2012

Autobahnbaustelle

Vor allem an der Unfallursache Autobahnbaustellen haben die Behörden gearbeitet. Künftig sollen die Fahrstreifen auf mindestens 2,10 Meter Breite anwachsen, da vielen neueren Automodellen die aktuelle Spurbreite von zwei Metern zu schmal ist. Zählt man die Außenspiegel mit zur Fahrzeugbreite, wird oft das Maß von zwei Metern überschritten.

Autoreifen

Ähnlich wie heute schon Kühlschränke und Pkw erhalten 2012 auch Reifen ab November ein Umweltlabel. So sollen die Käufer objektiv über Rollwiderstand, Haftung bei Nässe und Rollgeräuschemissionen informiert werden. Dann müssen auch alle neuen typgeprüften Pkw Reifen mit einem Reifendruckkontrollsystem tragen.

Testphase Gigaliner

In einem Feldversuch rollen für fünf Jahre so genannte Gigaliner, also Lkw mit einer Länge von 25,25 Meter, auf deutschen Autobahnen. Die Testphase beginnt zunächst in sieben Bundesländern, die anderen lehnen die rollenden Riesen ab.

Autoclubs sehen den Test kritisch: Sie fürchten, dass sich das Unfallrisiko für Autofahrer erhöht. Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub Deutschland (VCD) befürchtet, die bis zu 44 Tonnen schweren Gigaliner machten Überholvorgänge unübersichtlich. Befürworter versprechen sich von den Riesenlastern dagegen einen effizienteren Güterverkehr.

Partikelfilter-Nachrüstung

Wer an seinem Diesel-Pkw oder leichten Nutzfahrzeug bis 3,5 Tonnen eine Rußpartikelfilter-Nachrüstung vornimmt, erhält einen Förderbetrag in Höhe von 330 Euro in bar.

Wechselkennzeichen

Am 1. Juli 2012 wird das Wechselkennzeichen eingeführt. Dann können mehrere Autos wahlweise mit einem Nummernschild bewegt werden - sie müssen aber der gleichen Klasse angehören. Ein Wechselkennzeichen für einen Pkw und ein Motorrad ist also nicht möglich.

Geplant ist bislang, dass ein Kennzeichen für zwei Autos zugelassen wird. Es darf jedoch zu einem Zeitpunkt nur an einem der beiden Fahrzeuge angebracht sein. Weitere Details zur Besteuerung und Versicherungstarifen sind noch offen.

Kfz-Steuer zündet nächste Stufe

Pünktlich zum 1. Januar ist eine neue Stufe der Kfz-Steuer in Kraft getreten: Die Abgabe errechnet sich aus einem Grundbetrag (auch Sockelbetrag genannt), bei dem pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum 2 Euro für Benziner und 9,50 Euro für Diesel fällig werden.

Für Autos mit über einem Grenzwert liegenden Emissionswerten müssen für jedes überschüssige Gramm CO2/Kilometer weitere 2 Euro berappt werden. Dieser Schwellenwert lag in den Jahren 2010 und 2011 bei 120 Gramm CO2. 2012 liegt er bei 110 Gramm. Für erstmals zugelassene Diesel-Pkws gilt noch bis zum 31. Dezember 2013 eine befristete Steuerbefreiung in Höhe von maximal 150 Euro.

HU-Neuregelung

Das Rückdatieren bei verspäteter technischer Hauptuntersuchung - im Sprachgebrauch TÜV-Prüfung genannt ist neu geregelt worden. Wird künftig die Frist für die fällige Hauptuntersuchung (HU) beim TÜV oder anderen Prüfunternehmen wie GTÜ oder Dekra um mehr als zwei Monate überschritten, bleiben Autofahrer voraussichtlich ab April dieses Jahres von der Rückdatierung der Prüfplakette verschont.

Sie müssen aber wegen angeblich höherem Inspektionsaufwand einen Aufschlag der Prüfgebühr (derzeit etwa 50 bis 59 Euro) von 20 Prozent hinnehmen, Ein Bußgeld droht dennoch, wenn die TÜV-Plakette seit drei Monaten abgelaufen ist. Beim Umfang der HU gewinnt zudem die Überprüfung der eingebauten Sicherheitssysteme wie ABS, ESP und Airbag an Bedeutung.

Europa einig "Knöllchen"-Land?

Und noch etwas ändert sich für Autofahrer 2012: Die Bußgelder aus den EU-Staaten werden künftig in größerem Rahmen EU-weit vollstreckt. Ab sofort werden auch Geldstrafen aus Italien, Irland, Griechenland und Belgien in die Eintreibung in Deutschland miteinbezogen.

Verkehrszentralregister

Das Punkte-Zentralregister beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg soll 2013 grundlegend reformiert werden. So sollen unter bestimmten Voraussetzungen Punkte für Verkehrssünden leichter und schneller abgebaut werden können, beispielsweise durch eine getrennte Verjährung. Die Regelung, wonach noch nicht gelöschte Punkte automatisch verlängert werden, wenn neue Punkte hinzukommen, soll wegfallen. Auch ob die Grenze von 18 Punkten, bei der bisher der Führerschein entzogen wird, bleibt oder sich verändert, wird diskutiert.

Umweltzonen ausgeweitet

Wer jetzt keine Umweltplakette hat, für den wird es schwierig im Jahr 2012. Im nordrhein-westfälischen Hagen sowie in mehreren Gemeinden Baden-Württembergs Heidenheim, Schramberg, Urbach, Pleidelsheim-Ingersheim-Freiberg werden zum 1. Januar neue Umweltzonen eingerichtet. Fahrzeuge ohne oder nur mit roter Plakette müssen draußen bleiben.

Das betrifft auch die Räume Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Herrenberg, Ilsfeld, Karlsruhe, Leonberg, Ludwigsburg, Mannheim, Mühlacker, Pfinztal, Pforzheim, Reutlingen, Schwäbisch Gmünd, Tübingen, Ulm und Neu-Ulm.

Nur noch mit grün heißt es für Straßen in Stuttgart, Frankfurt am Main, Krefeld und Osnabrück. München übernimmt diese Regelung am 1. Oktober 2012.

Schon vom 1. Januar an wird der Kern des Ruhrgebiets als komplette, zusammenhängende Umweltzone ausgewiesen. Dazu gehören Duisburg, Gelsenkirchen, Bochum, Essen und Dortmund. Mit rund 850 Quadratkilometern wird das Gebiet zwischen Duisburg und Dortmund somit zur größten Umweltzone Deutschlands. Von 1. Januar an dürfen dort nur noch Autos mit mindestens der roten Feinstaub-Plakette fahren, der Duisburger Hafen und die Autobahnen sind ausgenommen. Die zusammenhängende Umweltzone löst einen Flickenteppich von Umweltzonen ab, die seit dem Herbst 2008 in neun Ruhrgebietsstädten galten. Ein Verstoß kostet einen Punkt und eine Geldstrafe.

Informationen zu Umweltzonen in Ihrer Umgebung finden Sie beim Umweltbundesamt

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